Über/Unter-Wetten in der Schweiz: zwei Veranstalter und ein Preis, der selten mitgerechnet wird
Ladevorgang...
In der Schweiz gibt es für Wetten auf die Torsumme genau zwei Adressen. Nicht zwei führende, nicht zwei bekannte — zwei. Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, festgeschrieben von den Kantonen, und wer ausserhalb ihres Gebiets wohnt, kommt nicht einmal an ein Konto.
Stand: Oktober 29, 2026, geprüft gegen die Bewilligungsangaben der Gespa und die veröffentlichten Spielregeln von Swisslos und der Loterie Romande.
Eine Über-/Unter-Wette ist eine Wette auf eine Zahl statt auf einen Sieger. Sie fragt nicht, wer gewinnt, sondern ob am Ende mehr oder weniger Tore, Punkte oder Sätze gefallen sind als die Linie vorgibt. Das klingt harmloser als ein Ergebnis-Tipp, und in einem Punkt ist es das auch: Man muss kein Spiel lesen können, um zu sehen, dass zwei Mannschaften selten viele Tore schiessen. Teuer wird es an einer anderen Stelle. Beide Seiten dieses Marktes tragen die Marge des Veranstalters, und bei einem Spiel mit einem einzigen Treffer entscheidet oft die Nachspielzeit darüber, welche der beiden Seiten gewinnt.
Was die Einsatzgrenzen aus einer Wette machen
Wer die Torsumme spielt, setzt meist mehrfach pro Woche, oft mehrfach pro Tag. Genau das verlangt der Markt: kurze Laufzeiten, schnelle Ergebnisse, ein neues Spiel am nächsten Abend. Der Schweizer Regulator hat deshalb nicht auf eine Ermahnung gesetzt, sondern auf harte Zahlen — allerdings auf Grenzen, die der Spielende selbst zieht, nicht der Staat.

Vor der ersten Teilnahme bei Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage festlegen. Der Fristunterschied ist kein Detail: Er existiert, um den Griff zum grösseren Rahmen in genau der Minute zu bremsen, in der er sich richtig anfühlt, und das ist fast immer die Minute nach einer Niederlage.
Was an diesen Grenzen auffällt, ist ihre Höhe. CHF 9’999 als Verlustlimite für einen Tag, für eine Woche, für einen Monat — die Zahl ist so gewählt, dass sie kaum jemanden im Alltag bremst. Sie ist ein Dach, keine Empfehlung. Ein regulärer Tipper mit CHF 50 Wochenbudget wird sie nie berühren, und genau für ihn ist die sinnvolle Limite eine andere als die zulässige. Wer CHF 200 im Monat spielen will, trägt hier CHF 200 ein und nicht die Obergrenze — die Limite schützt nur so weit, wie man sie ernst nimmt.
Auch die klassischen Einsatzschienen sitzen enger, als die Limiten-Oberkante vermuten lässt. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird gar nicht angenommen. Bei Jouez Sport beginnt der Online-Einsatz bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3 und für Multiples bei CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Der Spielraum ist also enger, als die Verlustlimit-Oberkante von CHF 9’999 suggeriert.
Live auf Torzahlen: warum der Markt zum Nachlegen einlädt
Bei einer Live-Wette auf die Torsumme passiert etwas, das es bei einer Prematch-Wette nicht gibt: Die Linie bewegt sich mit dem Spiel. Fällt ein Tor, springt die Linie nach oben, und mit ihr die Quote auf Unter. Wer Unter gesetzt hat, sieht den Preis für seine Position steigen und kann nachlegen — oder, ohne Cash-Out, nichts tun und zusehen.

Swisslos regelt diesen Zustand mit einer Bestimmung, die nicht jeder liest. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Das ist die gute Nachricht: Man braucht kein Streaming, um mitspielen zu dürfen. Die zweite Bestimmung ist die, die kostet. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Das bedeutet konkret: Wer live auf Unter setzt, während gerade ein Penaltypfiff geprüft wird, kann den Einsatz zurückbekommen und nichts gewinnen. Nicht weil ein Fehler passiert ist, sondern weil die Situation als zu nah an der Entscheidung gilt. Für einen Live-Markt mit einem einzigen Tor Unterschied ist das mehr als eine Fussnote. Es trifft genau die Sekunden, in denen der Einsatz am reizvollsten aussieht.
Wer live auf Torsummen spielt, sollte diese Bewertungsregel kennen, bevor er den ersten Live-Klick macht — nicht danach. Sie steht nicht im Live-Fenster, sondern in den Spielregeln.
Verlustlimite einrichten: was zuerst passiert und was daran hängen bleibt
Die Reihenfolge, in der ein neuer Spielende bei Sporttip durch die Schutzwände läuft, ist vorgegeben. Vor der ersten Teilnahme stehen die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, sonst beginnt nichts. Danach kommt, wer will, die freiwillige Einzahlungslimite über jeweils 30 Tage dazu.
Interessanter als die Reihenfolge ist, was sich nicht rückgängig machen lässt. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden. Dazwischen liegt keine technische Wartezeit, sondern eine Absicht: Ein Spielender, der im Verlauf eines Abends beschliesst, dass CHF 500 nicht reichen, trifft diese Entscheidung nicht in diesem Abend wieder. Wer die Limite genau aus diesem Grund einmal hochgesetzt hat, kennt die Mechanik.
Dazu kommen zwei Limiten, die nichts mit dem Verlust zu tun haben und trotzdem binden. Das Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet wird per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Diese Grenze beisst nur den, der viel Guthaben gleichzeitig halten will — für die meisten Spielenden ist sie unsichtbar, für einen Vielspieler rechnet sie sich zusammen.
Bei Jouez Sport ist der Rahmen bei den Einsätzen enger: Der Online-Mindesteinsatz liegt bei CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, und ein Schein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 enthalten. Wer gewohnt ist, in runden Beträgen zu spielen, merkt die Obergrenze vor allem bei Kombinationen über mehrere Spiele: Sie schneidet nicht die einzelne Voraussage, sondern den Gesamteinsatz.
Spielsperre: der Ausgang, der länger zu bleibt als geplant
Die Spielsperre ist das schärfste Werkzeug im Schweizer System, und sie funktioniert anders als eine selbst gesetzte Limite. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder lösen, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt.
Das ist der Punkt, an dem die Sperre ihren Charakter zeigt. Sie ist keine Pause, die man am Montag beendet, weil die Champions League läuft. Die 180-Tage-Variante lässt sich nicht vorziehen, die unbefristete schon gar nicht. Wer sie nutzt, sollte wissen, dass sie auch das Casino mitnimmt — und im Fall der unbefristeten Sperre sogar eines in Liechtenstein. Wer gelegentlich im Casino spielt und nur die Sportwetten pausieren will, wählt die befristete Variante; wer ein Problem vermutet, wählt die unbefristete und akzeptiert, dass sie wirklich gilt. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Die Suche nach dem Tor, das die Linie verschiebt
Wer eine Über-/Unter-Wette vorbereitet, sucht keine Mannschaft, sondern eine Zahl. Die Frage lautet selten «Wer gewinnt?», sondern «Wie viele Tore fallen hier wahrscheinlich?». Damit verschiebt sich alles, was man sonst auswertet: Es geht nicht um Stärke gegen Stärke, sondern um die Summe beider Seiten.
Tore pro Spiel sind der erste Wert, den man sich ansieht, und der einzige, den man halbwegs belastbar bekommt. Eine Liga, in der im Schnitt 1,8 Tore fallen, und eine, in der 3,2 fallen, sind unterschiedliche Märkte, auch wenn die Quoten ähnlich aussehen. Wer diese Grundzahl nicht kennt, setzt gegen die Linie statt gegen die Quote, und das läuft anders aus, als er denkt.
Spielstil ist der zweite Wert, und hier wird es interessanter. Zwei Mannschaften mit demselben Tore-Schnitt können unterschiedliche Spiele produzieren: eine, die früh führt und dann verwaltet, gegen eine, die nach einem Rückstand aufmacht. Für die Torsumme ist das entscheidend, weil beide Muster zu anderen Verteilungen führen — dieselbe Erwartung, eine andere Streuung. Wer die Verteilung falsch einschätzt, ist bei Über/Unter schlechter dran als bei einem 1X2-Tipp, denn dort zählt nur die Richtung.
Wetter und Ausfälle kommen dazu, und beide wirken in eine bestimmte Richtung. Ein Ausfall im Angriff drückt die Erwartung nach unten. Ein Ausfall in der Innenverteidigung kann sie nach oben drücken, weil Spiele offener werden. Regen und Wind machen den Boden schwer und die Torchancen seltener; das ist keine Faustregel, sondern eine Tendenz, die man in jedem konkreten Spiel neu prüft.
Und dann ist da die Linie selbst. Eine Linie von 2,5 ist nicht dasselbe wie eine von 3,0, selbst wenn beide nach einem Mittelwert von rund drei Toren aussehen. Bei 2,5 gewinnt Über bei drei Treffern. Bei 3,0 braucht Über vier Treffer. Diese halbe Linie ist der Unterschied zwischen einer Wette, die auf einem gewöhnlichen Spieltag aufgeht, und einer, die einen aussergewöhnlichen Abend braucht — und sie taucht in der Quote als deutlicher Sprung auf, nicht als Rundungsfehler.
Wie viel die Wetterprognose wirklich wert ist
Es gibt einen Moment in jeder Vorbereitung auf eine Über-/Unter-Wette, in dem die Zahlen zusammenpassen und die Entscheidung leicht aussieht. Dann erinnert man sich besser daran, was man eigentlich getan hat: Man hat eine Schätzung in eine Quote übersetzt.
Eine sorgfältige Analyse aus Tore-Schnitt, Spielstil, Wetterlage und Ausfällen bleibt eine Schätzung ohne Gewissheit. Das ist kein Vorbehalt, den man wegargumentieren könnte — es ist die Struktur des Ganzen. Man schätzt eine erwartete Torzahl, vergleicht sie mit der Linie und hofft, dass die Abweichung gross genug ist, um die Marge zu schlagen. Ein Spiel mit einem erwarteten Wert von 2,9 Toren und einer Linie von 2,5 ist damit keine sichere Sache, sondern eine Position mit einem gewissen Vorsprung — und Vorsprünge gehen in einzelnen Spielen verloren, regelmässig.
Das ändert nichts daran, dass die Vorbereitung sich lohnt. Es ändert, was man daraus ableiten darf. Aus einer guten Schätzung folgt ein Einsatz in einer Höhe, die ein einzelnes verlorenes Spiel verkraftet, und keine Erhöhung des Einsatzes, weil man sich sicher fühlt. Wer nach einer Serie von fünf getroffenen Über-/Unter-Wetten den Einsatz verdoppelt, hat aus einem Vorteil ein Risiko gebaut.
Halbe Linien, ganze Linien und was dazwischen liegt
Der Ausgang einer Über-/Unter-Wette hängt an einem Detail, das für den Preis einer Wette erstaunlich viel erklärt: der Form der Linie. Swisslos listet zu den Wetten auf die Gesamtsumme der erzielten Tore oder Punkte unter anderem die Frage auf, ob null bis zwei Tore oder mehr fallen — ein Beispiel dafür, wie eine Torsumme im Programm formuliert sein kann.
Drei Formen sind üblich. Eine ganze Linie wie 2.0 oder 3.0 kann genau getroffen werden; dann ist die Frage, wie der Veranstalter diesen Fall behandelt. Eine halbe Linie wie 2,5 kann nie exakt getroffen werden — es gibt kein Spiel mit 2,5 Toren —, weshalb sie entweder gewinnt oder verliert. Und die asiatischen Varianten arbeiten mit Rückzahlung bei Gleichstand, aufgeteilt auf zwei benachbarte Linien oder in einer Höhe, bei der der Einsatz ganz oder teilweise zurückkommt.
Für den Spielenden ist die halbe Linie die einfachere Wahl: keine Rückzahlung, kein geteilter Einsatz, ein klarer Ausgang. Sie ist deshalb auch die teurere Wahl, denn der Veranstalter muss das Risiko eines exakt getroffenen Ergebnisses nicht tragen. Wo die Linie ganzzahlig ist, verschiebt sich die Quote zu jener Seite, die bei Gleichstand verliert. Man zahlt für die Klarheit — entweder in der Quote oder in der Unsicherheit.
Verlängerung, Overtime und der Punkt, an dem die Linie neu beginnt
In Sportarten mit Verlängerung ist die erste Frage nicht die Linie, sondern die Spielzeit. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — etwa 90 Minuten beim Fussball — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.
Für eine Über-/Unter-Wette heisst das: Die Linie bezieht sich im Standardsatz auf 90 Minuten plus Nachspielzeit. Zählt man die Verlängerung mit, verschwinden die Nachspielzeit-Tore nicht, aber es kommt eine ganze zusätzliche Spielhälfte hinzu, und die Erwartung an die Torsumme steigt erheblich. Eine Linie von 2,5, die sich auf die reguläre Zeit bezieht, ist deshalb nicht dieselbe Wette wie eine Linie von 2,5 über das gesamte Spielereignis, auch wenn beide Zahlen identisch sind.
Im Basketball ist die Abgrenzung anders gelagert, weil die Verlängerung dort zum Spiel gehört wie ein weiterer Spielabschnitt und die Punktzahlen ohnehin hoch liegen. Eine Linie von 168,5 Punkten über die reguläre Zeit und dieselbe Linie einschliesslich Overtime sind hier zwei verschiedene Märkte, und die Wahl zwischen ihnen hängt davon ab, wie viele enge Spiele man erwartet. Wer auf ein enges Spiel setzt und die Overtime einbezieht, spielt faktisch eine zweite kleine Wette mit.
Asiatische Linien und die Rechnung mit dem Gleichstand
Asiatische Über-/Unter-Linien sehen komplizierter aus, als sie sind, und ihr Zweck ist schnell erklärt: Sie sollen die Rückzahlung bei Gleichstand vermeiden oder verteilen. Bei einer Linie mit Viertelwerten wird der Einsatz auf zwei benachbarte Linien geteilt, und je nach Ergebnis gewinnt eine Hälfte und die andere wird zurückgezahlt. Der Einsatz kommt also teilweise zurück, die Quote wirkt wie ein Mittelwert aus zwei Wetten.
Was die asiatische Variante gegenüber der halben Linie kostet, ist der Verlust an Klarheit. Man weiss am Ende nicht, ob die Wette gewonnen oder halb gewonnen hat, ohne die Regel nachzuschlagen. Wer nach jedem Spieltag abrechnen will, ist mit einer halben Linie besser dran. Wer auf eine sehr präzise Erwartung setzt und die Rückzahlung als Teil des Plans einrechnet, findet in der asiatischen Form mehr Spielraum, weil die Linie enger an die eigene Schätzung gelegt werden kann.
Im Basketball verschiebt sich der Charakter des Marktes ohnehin. Eine Über-/Unter-Wette auf Punkte ist robuster gegen einzelne Ausfälle als eine Torsumme, weil ein Team nicht durch einen Stürmer ersetzt wird, sondern durch Rotation. Dafür sind die Linien feiner gesetzt, und die Marge verteilt sich auf mehr mögliche Ausgänge, was den Vorteil einer guten Schätzung kleiner macht, nicht grösser.
Was die zwei Quoten über die Marge verraten
Die Marge ist der Punkt, an dem Marketing aufhört und Arithmetik beginnt. Jede Über-/Unter-Wette trägt sie, und der Spielende zahlt sie nicht in einem Betrag, sondern über die Quote — in einem Abzug, den er nie als Zeile sieht.
Der Quotenschlüssel eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt. Bei zwei möglichen Ausgängen berechnet er sich als 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂), und die Marge ist 100 Prozent minus diesen Quotenschlüssel. Bei den beiden Seiten eines Marktes mit Quote 1.90 und 1.90 sieht das so aus: 1/1,90 ergibt rund 0,5263, zweimal addiert rund 1,0526, und 1 geteilt durch 1,0526 ergibt etwa 0,95. Der Quotenschlüssel liegt also bei rund 95 Prozent und die Marge bei rund 5 Prozent — unter der Annahme einer glatt gesetzten Linie und reiner Quotenmarge, also ohne Rundungen und ohne Seiteneffekte aus Linienverschiebungen. Es ist ein Beispiel, kein notierter Preis.
Die 5 Prozent sind mehr, als sie klingen. Wer CHF 100 auf eine Seite setzt, gibt davon dem Haus einen Anteil, den er nicht als Gebühr bemerkt, weil er sich in der Quote verbirgt; beide Seiten zusammen tragen ihn, gleichgültig welche gewinnt. Bei zwei Quoten nahe 1,90 liegt die Marge also in einer Grössenordnung, die jede Wette um einige Prozentpunkte verteuert — und die man in einem Land mit zwei Veranstaltern nicht durch einen Wechsel zu einem günstigeren Buchmacher umgehen kann, weil es keinen dritten zugelassenen gibt.
Bei einem einzigen Spiel mit einem knappen Ausgang ist das die entscheidende Zahl. Eine gute Schätzung erzeugt einen kleinen Vorsprung, die Marge frisst einen Teil davon, und zwischen dem, was man glaubt zu schätzen, und dem, was am Ende übrig bleibt, liegt genau dieser Prozentwert. Wer ihn nicht kennt, rechnet mit brutto.
Ein Vergleich, der nicht nach Quote reiht
Eine Rangliste nach Quote wäre hier sinnlose Arbeit. Es gibt zwei zugelassene Veranstalter, sie bedienen getrennte Gebiete, und über ein Konto bei Swisslos kommt nur, wer im Swisslos-Vertragsgebiet oder in Liechtenstein wohnt — die anderen sechs Kantone bleiben bei Jouez Sport. Man kann also nicht wählen. Man kann nur prüfen, was der eigene Veranstalter hergibt.
Deshalb steht in der folgenden Übersicht der Bewilligungsstatus im Zentrum und nicht die Zahl. Sechs der aufgelisteten Marken haben keine Schweizer Bewilligung und tauchen hier nur auf, weil Schweizer Spielende ihnen im Netz begegnen. Sie sind keine Schweizer Anbieter, sie sind Ausland — und werden auch so eingeordnet.
| Wettanbieter | Bewilligungsstatus | Veranstalter oder Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Schweizer Bewilligung | SWISSLOS |
| Loterie Romande | Schweizer Bewilligung | Loterie Romande |
| 1xBet | Keine Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert |
| Donbet | Keine Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert |
| AmunRa | Keine Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert |
| Bruce Bet | Keine Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert |
| Fezbet | Keine Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert |
| Pribet | Keine Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert |
| Cloudbet | Keine Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert |
| GG Bet | Keine Schweizer Bewilligung | Nicht etabliert |
Zwischen den beiden Schweizer Zeilen und den acht ausländischen liegt der eigentliche Bruch dieser Tabelle, und er verläuft nicht entlang der Zahlen, sondern entlang einer Zulassung. Ein Bewilligungsinhaber unterliegt der Gespa-Aufsicht, dem Sperrregister, den Vorgaben an Limiten und der Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen. Wo keine Schweizer Bewilligung steht, gilt nichts davon: keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, ein ausländischer Gewinn, der nach kantonaler Praxis steuerbar sein kann. Der Unterschied zwischen den Zeilen ist damit grösser als der zwischen zwei Quoten.
Wie sich die beiden lizenzierten Veranstalter sortieren
Zwischen Sporttip und Jouez Sport zu wählen ist eine Frage des Wohnorts, und danach eine der Einsatzgrössen. Wer im Swisslos-Vertragsgebiet wohnt, hat Zugang zu einem grossen Sportprogramm mit engen Obergrenzen beim Einzeleinsatz. Wer in einem Westschweizer Kanton wohnt, findet bei Jouez Sport einen kleineren Höchsteinsatz und eine Mindesteinsatz-Regel, die in Verkaufsstellen höher liegt als online.
Was beide trennt, sind nicht die Märkte — die Genehmigung entscheidet, was überhaupt im Programm stehen darf — sondern die Grenzen, an denen das einzelne Wettschein endet. Bei Swisslos sind Einzel- und Kombinationswetten bis CHF 1’000 gespielt, Systemwetten bis CHF 10’000. Bei Jouez Sport liegt der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 enthalten. Wer mit CHF 20 spielt, merkt davon nichts. Wer mit vierstelligen Beträgen spielt, merkt sofort, bei wem er spielt.
Dasselbe gilt für die Wohnsitzregel. Ein Online-Konto braucht einen Wohnsitz in der Schweiz, und in der Praxis zusätzlich einen Wohnsitz im Gebiet des eigenen Veranstalters. Zwei Haushalte in zwei Kantonen haben damit nicht dieselbe Wahl — sie haben je eine einzige und keine zweite. Das ist kein Vergleich mit Sieger, sondern eine Landkarte mit zwei Feldern.
Swisslos mit Sporttip: das grösste Vertragsgebiet und ein Cash-Out mit Bedingungen
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das erscheint im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Das ist die grösste Abdeckung im Land, und praktisch die einzige, die einen ganzen Sprachraum plus zwei angrenzende Gebiete umfasst.
Auf der Produktseite fallen drei Dinge auf. Erstens das Cash-Out: Es gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; anbieten muss Swisslos ihn nicht für alle Wetten. Wer ihn für eine Über-/Unter-Wette einplant, plant mit einer Option, die da sein kann oder nicht — und die im Moment des Angebots weniger wert ist als der volle Gewinn.
Zweitens der Kombiboost, der nur online gilt (Prematch, Live, Systemwetten) und mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50 verlangt; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, und Einsatz wie Gewinnerhöhung sind limitiert. Die 5 Prozent bei vier Voraussagen sind der realistische Wert für die meisten Kombinationen; die 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen verlangen ein Wettschein, das kaum ein Spieler zusammenbringt, und sind eher Programmheft als Praxis. Für Über-/Unter-Wetten ist die Hürde doppelt: Jede Voraussage muss über 1.50 liegen, und im Torsummenmarkt liegen die Quoten häufig knapp darunter.
Drittens die Boosts. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Die letzte Klausel ist die interessante: Wer den Boost nutzt und danach auscasht, verliert die Erhöhung. Der Bonus war an das Durchhalten gebunden, nicht an die Wette.
Beim Gewinnbetrag arbeitet Sporttip mit einer Rundung, die man kennen sollte. Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 1 und einer Quote von 1.90 entsteht so ein Betrag, der auf den Rappen genau ausgerechnet und dann auf das nächste Fünf-Rappen-Feld darunter gelegt wird. Bei kleinen Einsätzen ist der Unterschied ein Rappen; bei häufigen Wetten summiert er sich zu einem kleinen, aber echten Abzug zugunsten des Veranstalters.
Was über allem steht, ist die Frist. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Ein halbes Jahr klingt lang, bis man bedenkt, dass ein Wettschein im Wallet verschwindet und nicht im Briefkasten liegt. Und wer nach einer verweigerten Auszahlung zu lange zuwartet, verliert nicht nur die Frist, sondern auch die Möglichkeit, den Fall überhaupt zu tragen.
Die Auszahlung selbst ist geregelt und eher knapp bemessen: Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Der Kontoname muss stimmen, und das ist keine Formalität, sondern eine der Vorgaben, die das Schweizer System zusammenhält: Auszahlungen gehen nur auf ein Konto auf den eigenen Namen. Das dritte Auszahlen und jede weitere kostet.
Wohin das führt, lässt sich in einem Satz sagen: Sporttip ist der Veranstalter mit dem breitesten Angebot, den klarsten Grenzen pro Wette und einem Produktkatalog, der viele Extras an Bedingungen knüpft.
Loterie Romande mit Jouez Sport: sechs Kantone, andere Schwellen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Die 2’350 Verkaufsstellen sind der eigentliche Reichtum dieses Angebots: Nirgends sonst in der Schweiz lässt sich eine Sportwette in dieser Dichte an einem Schalter abgeben.
Die Schwellen liegen anders. Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Für jemanden, der gewohnt ist, in Verkaufsstellen und mit runden Beträgen zu spielen, ist die Drei-Franken-Schwelle unsichtbar; für jemanden, der online mit kleinen Beträgen arbeitet, ist sie es nicht. Die Obergrenze von CHF 500 ist im Vergleich zu Sporttip die Hälfte, und sie sitzt dort, wo ein ambitionierter Spieler sie bemerkt.
Bei den Auszahlungen sind es die Höchstgewinne, die den Rahmen ziehen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Untergrenze von 1.10 ist eine echte Ausschlussregel: Eine Kombination aus mehreren sehr kurzen Favoriten kann unter dieser Schwelle landen, und dann ist die Wette nicht spielbar, egal wie sicher sie wirkt. Die Obergrenze von 100’000 als Quote klingt exotisch, markiert aber, wo die Kombinatorik endet. Wie eine Auszahlung bei Jouez Sport abläuft und welche Fristen für das Geltendmachen von Gewinnen gelten, regelt das eigene Reglement des Veranstalters — ein Blick hinein lohnt sich vor der ersten Wette, nicht nach der ersten offenen Frage.
Unterm Strich bleibt Jouez Sport der Veranstalter mit dem regionalsten Zuschnitt, den niedrigsten Höchsteinsätzen und dem dichtesten Netz an Verkaufsstellen — ein Angebot, das weniger für den Bildschirm-Spieler gebaut ist als für den, der seinen Schein am Schalter abgibt.
1xBet: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Sperrregister
1xBet wird von Schweizer Spielenden gefunden, hat aber keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten; eine allenfalls gemeldete ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und Domains dieser Marke können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und von Schweizer Telekommunikationsanbietern per DNS blockiert werden.
Was diese Einordnung praktisch bedeutet, ist kein juristisches Detail. Wer dort spielt, spielt ohne die Werkzeuge, die in diesem Artikel sonst beschrieben werden: keine im Schweizer Register eingetragene Spielsperre, die greift, keine Selbstverpflichtung zur Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen, kein Weg über eine Schweizer Aufsicht. Der Reiz liegt auf der anderen Seite des Kontos — ein Programm, das nicht auf der Gespa-Liste stehen muss. Genau das ist der Handel: mehr Angebot, weniger Boden. Wer ihn eingeht, sollte wissen, dass die Summe aus Sperrlisten-Eintrag und Domainwechsel in dieser Ecke zum Geschäftsmodell gehört und dass ein Domain-Hopping innerhalb von Stunden geschieht.
Donbet: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Sperrregister
Donbet ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung. Für Schweizer Sportwetten gilt, dass nur Swisslos und die Loterie Romande sie anbieten dürfen; eine ausländische Lizenz hat hier keine Wirkung. Keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen.
Der Unterschied zu den zugelassenen Veranstaltern ist an einer Stelle besonders deutlich: der Wohnsitzregel. Ein Schweizer Konto bei den beiden Veranstaltern setzt einen Wohnsitz in deren Gebiet voraus. Bei einer Marke ohne Bewilligung entfällt diese Prüfung nicht, weil sie grosszügig wäre, sondern weil sie nicht dem Schweizer Regime unterliegt. Die Registrierung ist damit leichter, und die Konsequenz daraus trägt der Spielende allein.
AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Sperrregister
AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Das heisst: keine Sportwetten-Bewilligung nach dem Geldspielgesetz, keine Aufsicht durch die Gespa, keine Aufnahme in das schweizweite Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann von Schweizer Anbietern per DNS gesperrt werden.
Für eine Über-/Unter-Wette ist vor allem eines relevant: Wer seine Einsätze über eine solche Marke laufen lässt, kann die Verlustlimiten und Spielsperren, die er bei einem Schweizer Veranstalter selbst zieht, nicht auf dieselbe Marke übertragen. Die Werkzeuge, die in diesem Artikel beschrieben sind, existieren auf der anderen Seite der Grenze nicht. Wer sie braucht, sollte wissen, dass er selbst die Person ist, die sie durchsetzt.
Bruce Bet: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Sperrregister
Bruce Bet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten veranstalten; eine ausländische Lizenz ist hier wirkungslos, es gibt keine Verbindung zum Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Gespa kann Domains dieser Art auf die Sperrliste setzen.
Was bleibt, ist der Vergleich mit dem eigenen Veranstalter. Wer im Swisslos-Vertragsgebiet wohnt, hat dort ein Programm, das auf der Gespa-Liste steht, Limiten, die greifen, und eine Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen. Der Wechsel zu einer Marke ohne Bewilligung bringt mehr Programm und weniger Absicherung — und die Absicherung ist das, was man im Streitfall braucht.
Fezbet: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Sperrregister
Fezbet führt keine Schweizer Bewilligung. Nur zwei Veranstalter dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; alles andere ist Ausland ohne Wirkung in der Schweiz, ohne Sperrregister-Anschluss und ohne Schweizer Rechtsweg. Ein Sperrlisten-Eintrag ist möglich.
Der praktische Punkt ist die Umkehrbarkeit. Bei einem Schweizer Veranstalter lässt sich der Zugang sperren, und die Sperre greift — sogar länderübergreifend bis Liechtenstein, wenn sie unbefristet ist. Bei einer Marke ohne Bewilligung ist die Entscheidung, aufzuhören, eine Entscheidung über den eigenen Browserverlauf. Das ist kein Randfall, sondern eine der Stellen, an denen der Preis einer grösseren Auswahl sichtbar wird.
Pribet: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Sperrregister
Pribet hat keine Schweizer Bewilligung. Die Schweiz kennt für Sportwetten nur die beiden zugelassenen Veranstalter; eine ausländische Lizenz hat keine Kraft, es besteht keine Verbindung zum Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste kommen.
Damit fehlt auch hier die Auszahlungsvorgabe, die hier sonst gilt. Wer gewohnt ist, auf ein Konto auf den eigenen Namen auszahlen zu lassen, merkt erst bei einer Marke ohne diese Regel, wie viel sie wert ist. Für eine Über-/Unter-Wette ändert das die Trefferquote nicht, aber es ändert, was mit dem Geld passiert, wenn die Wette aufgeht.
Cloudbet: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Sperrregister
Cloudbet ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten; eine ausländische Lizenz bleibt hier ohne Wirkung, und es gibt keine Verbindung zum Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Ein Eintrag auf der Sperrliste ist möglich.
Das muss kein Ausschluss sein, aber es muss eine bewusste Entscheidung sein. Wer bei einer Marke ohne Bewilligung eine Torsumme spielt, spielt ohne die Schutzwände, die bei einem Schweizer Veranstalter automatisch da sind — die Limiten, die Sperre, die Aufsicht. Der Markt ist dabei nicht anders, die Verantwortung dafür schon.
GG Bet: ohne Schweizer Bewilligung und ohne Sperrregister
GG Bet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Für Sportwetten in der Schweiz sind nur Swisslos und die Loterie Romande zugelassen; eine ausländische Lizenz hat keine Wirkung, es gibt keinen Anschluss an das Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann gesperrt werden.
Was an dieser Gruppe auffällt, ist ihre Ähnlichkeit. Acht Marken ohne Bewilligung, einheitlich bewertet und einheitlich ohne Schweizer Boden. Wer unter ihnen wählt, wählt innerhalb einer Kategorie — die Unterschiede, auf die es hier ankommt, entstehen in der Kategorie daneben.
Warum nur zwei Anbieter das dürfen: die Bewilligung als Preis
Der Markt ist nicht deshalb klein, weil die Nachfrage klein wäre, sondern weil die Schweiz ihn geschlossen hat. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und werden von der Gespa beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur die Casinos kontrolliert. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport.
Die beiden teilen das Land. Swisslos versorgt die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, die Loterie Romande die Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Ein Online-Konto verlangt Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis zusätzlich Wohnsitz im Gebiet des eigenen Veranstalters. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt.
Was Methoden betrifft, die eine Sportwette ausmachen: In der Schweiz lässt sich nicht auf alles wetten. Erlaubt sind Sportwetten — auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht. Was im Einzelnen angeboten werden darf, steht in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, und diese Liste ist abschliessend: Qualifikationsrunden nur, wenn sie darin steht, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie darin steht, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Eintritt in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, niemals Wetten auf Trainingsläufe. Corner- und Kartenmärkte erscheinen ebenso wenig wie eine Esport-Sektion. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.
Nur zwei Anbieter, ein geschlossenes Programm und ein Preis, der nirgends ausgeschrieben steht. Wer den Markt als Ganzes beurteilen will, muss ihn als das lesen, was er ist.
Wo der Gespa-Liste eine Grenze zieht
Die Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten ist kein Katalog mit Spielraum, sondern eine Aufzählung. Was nicht darin steht, wird nicht angeboten — unabhängig davon, ob es sich technisch abbilden liesse. Für Über-/Unter-Wetten heisst das, dass die Sportart, der Wettbewerb und die Wettart alle drei in der Liste stehen müssen, bevor ein Veranstalter eine Torsumme dafür ansetzen darf.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt; das Geldspielgesetz kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Das Cash-Out ist nicht reguliert und bleibt Sache jedes Veranstalters — bei Sporttip Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, nur vollständig, ohne Garantie für jeden Markt. Virtuelle Sportarten werden in der Liste nicht behandelt; zu ihrer Zulässigkeit lässt sich daraus nichts ableiten. Esport taucht in der Liste nicht auf.
Der 26-Wochen-Frist für Gewinne steht keine Grosszügigkeit gegenüber. Wer eine Über-/Unter-Wette gewinnt und den Betrag liegen lässt, verliert ihn nach Ablauf der Frist zugunsten des Zwecks der Swisslos. Der Hinweis darauf, wo ein Gewinn geltend zu machen ist, ist damit keine Formalität, sondern die Grenze zwischen einem Gewinn und einer Spende.
Was die Bewilligung von einer Lizenz unterscheidet
Eine ausländische Lizenz — ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Kraft. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, begeht eine Straftat; die Strafe reicht bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden.
Die Sperrliste ist das Werkzeug, mit dem die Schweiz auf diese Anbieter reagiert. Die Gespa veröffentlicht eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren; die erste Liste erschien am 3. September 2019, und Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Das ist keine dichte Wand, sondern ein bewegliches Hindernis — und es ist der Grund, warum eine Marke ohne Bewilligung für den Schweizer Spielenden trotzdem erreichbar bleibt.
Bei den Steuern gilt eine Staffelung, die man nicht auf eine Zahl verkürzen kann. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig; der Bundesbetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Betrag weicht davon ab und ist je nach Kanton verschieden. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein gewöhnlicher Spieler gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle und zahlt weder Einkommens- noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, doch die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Für den eigenen Fall ist die Steuerverwaltung des Wohnkantons oder eine Steuerberatung die richtige Adresse.
Bei der Werbung zieht das Gesetz enge Grenzen: Sie darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Deshalb beschreibt diese Seite die Anbieter und bewertet sie, statt für sie zu werben; Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa, und Beträge wie Bedingungen stehen allein in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
Aus dieser Gemengelage ergibt sich die ehrliche Einordnung für den Leser. Eine Schweizer Bewilligung heisst: volle Schweizer Schutzmechanismen, aber nur zwei Anbieter, eine geschlossene Liste an Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzregel und eine Identitätsprüfung. Eine Marke ohne Bewilligung heisst: kein Schweizer Bewilligungsstatus, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg und ein ausländischer Gewinn, der nach kantonalem Recht steuerbar sein kann. Keiner der beiden Wege ist von sich aus der sichere. Es sind zwei verschiedene Bündel, und der Preis liegt in jedem anders.
Häufige Fragen zu Über/Unter-Wetten
Wie funktioniert eine Über-/Unter-Wette, und was sagt die Linie aus?
Man setzt darauf, ob die Gesamtzahl der erzielten Tore oder Punkte über oder unter einem festgelegten Wert liegt. Die Linie ist dieser Wert. Eine Linie von 2,5 ist zum Beispiel über 1,90 spielbar: Gewonnen, sobald drei oder mehr Tore fallen. Die Quote je Seite enthält bereits die Marge des Veranstalters.
Was passiert, wenn die Gesamtzahl genau auf der Linie liegt?
Bei einer halben Linie wie 2,5 kann dieser Fall nicht eintreten, und genau deshalb wählt man sie. Bei ganzen Linien entscheidet die Regel des Veranstalters über die Rückzahlung. Asiatische Varianten arbeiten mit geteiltem Einsatz oder Rückzahlung bei Gleichstand. Die konkrete Regel steht im Wettprogramm, nicht in der Quote.
Zählen Verlängerung und Penaltyschiessen zur regulären Spielzeit?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer die Verlängerung einbeziehen will, muss also ausdrücklich die entsprechende Wette wählen.
Wie wird eine Über-/Unter-Wette bei Spielabbruch oder Absage behandelt?
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt — oder im Rahmen eines Turniers —, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Wer die Wette vorzeitig mit Cash-Out geschlossen hat, bleibt an dessen Bedingungen gebunden.
Sind Über-/Unter-Wetten bei Sporttip und Jouez Sport von der Gespa-Liste gedeckt?
Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten müssen in der Gespa-Liste der bewilligten Wettarten stehen, damit ein Veranstalter sie ansetzen darf. Was nicht darin steht, wird nicht angeboten — Corner- und Kartenmärkte fehlen dort ebenso wie eine Esport-Sektion. Wer eine bestimmte Torsumme spielen will, prüft das Wettprogramm des Veranstalters.
Wie lässt sich aus den Quoten beider Seiten die Marge berechnen?
Man bildet den Kehrwert jeder Quote, addiert sie und teilt 1 durch die Summe; das ergibt den Quotenschlüssel des Marktes. Bei 1.90 auf beiden Seiten liegt er bei rund 95 Prozent. Die Marge ist die Differenz zu 100 Prozent, hier also rund 5 Prozent — unter der Annahme einer glatt gesetzten Linie.
Wettarten – quotenvergleichch
Inhalt erstellt vom Team «quotenvergleichch»
