Cricket-Wetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine geschlossene Sportliste, ein langes Spiel

Updated Oktober 2026
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Ein ovales Cricketfeld mit gemähtem Rasen und hellem Mittelstreifen am frühen Morgen, Nebel zwischen den Bäumen am Rand

Cricket ist das einzige Sportangebot, bei dem die Wette länger dauern kann als die Geduld des Wettenden. Ein Test-Match zieht sich über bis zu fünf Tage mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden, ein Twenty20 ist nach rund drei Stunden vorbei. Wer in der Schweiz auf einen der beiden Formate setzen will, landet nicht bei einem grossen internationalen Buchmacher, sondern bei einem der zwei Veranstalter, die hier überhaupt Sportwetten anbieten dürfen. Und bei denen kostet Cricket mehr als nur den Einsatz.

Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber.

Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen und Aufsicht sind gegen die interkantonale Geldspielaufsicht Gespa und das Geldspielgesetz geprüft.

Was am Cricket-Wetten zuerst weh tut

Vor jeder Quote steht eine Frage, die nichts mit Cricket zu tun hat: Darf hier überhaupt auf diesen Sport gewettet werden? In der Schweiz dürfen Sportwetten ausschliesslich von den beiden kantonalen Veranstaltern angeboten werden, und was gespielt werden darf, ist keine offene Liste, sondern eine geschlossene. Die Gespa führt die zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in einer Liste, deren Fassung vom 10.09.2026 gilt. Nur was darin steht, darf hier angeboten werden. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet, und nie Wetten auf Trainingsläufe. Ein Cricket-Match, das nicht auf dieser Liste steht, existiert für den Schweizer Wettschein nicht — und die beiden Veranstalter können daran nichts ändern, auch wenn sie wollten.

Ein roter Lederball und ein Holzschläger liegen auf einer Rasenkante, dahinter ein unscharfer Zaun
Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen.

Das ist der erste Kostenposten, und er ist der grösste. Nicht die Gebühr, nicht die Quote: der Umfang dessen, was man überhaupt spielen kann. Wer vom internationalen Cricket-Angebot her kommt, wo Test-Serien, ODI-Touren, Franchise-Ligen und sogar einzelne Overs bewettet werden, findet hier ein anderes Regal. Klein, kantonal geordnet, mit einer Aufsicht, die mitschreibt.

Der zweite Posten ist die Zeit. Cricket ist kein Sport für Schnellentscheider. Ein Test-Match läuft über fünf Tage, täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden — und die Regeln von Sporttip definieren die reguläre Spielzeit einer Wette als die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerungen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei einem Sport, dessen Ergebnis sich über Tage entwickelt, heisst das: Die Wette liegt lange offen, und was in dieser Zeit passiert, kann man nicht immer über einen Ausstieg abfedern.

Der dritte Posten sitzt in der Quote selbst — und er ist der einzige, den man rechnen kann. Dazu mehr im Abschnitt «Die Marge: der eine Posten, den man selbst ausrechnen kann».

Warum die Verlustlimite kein Buchhalterdetail ist

Zwei Dinge, die in der Werbung nie stehen: Eine Cricket-Wette bindet Geld über Tage, und Verluste in dieser Zeit sind nicht rückholbar. Der zweite Punkt ist die Limite.

Wer sich bei Swisslos erstmals für die Online-Teilnahme anmeldet, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Diese 72 Stunden sind das eigentliche Werkzeug. Eine Verlustlimite, die man in derselben Minute wieder hochsetzen könnte, wäre eine Absichtserklärung. Hier ist sie eine Sperre mit Verzögerung — und wer ein Test-Match über fünf Tage begleitet, wird diese Verzögerung irgendwann bemerken. Der dritte Tag läuft schlecht, man will nachlegen, und die Erhöhung greift am vierten.

Für Cricket hat die 30-Tage-Limite eine eigene Bedeutung. Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage, ein ganzer Wembley-artiger Turnierkalender Wochen. Eine Tageslimite fängt ein einzelnes Spiel ab. Eine 30-Tage-Grenze fängt die Serie ab — die Summe aus mehreren Wetten, die einzeln vernünftig aussahen und zusammen nicht. Wer Cricket mag, sollte die grosszügigste Zahl nicht auf den Monat, sondern auf die Saison legen und sie dann so setzen, dass sie auch für eine schlechte Saison reicht.

Die Limiten setzen die Spielenden selbst, der Staat schreibt keine feste Einzahlungsgrenze vor. Das klingt freiheitlich und ist in der Praxis eine Falle für die, die sich überschätzen: Der Rahmen, den man sich in einer guten Woche setzt, ist in einer schlechten bereits gesprengt, und die Erhöhung lässt 72 Stunden auf sich warten.

Spielsperre: die Bremse, die auch das Casino trifft

Neben den Limiten steht die Spielsperre, und sie ist das härteste Instrument, das Spielende selbst auslösen können. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Die Tragweite ist der Punkt. Eine Sperre, die nur ein Produkt trifft, ist ein Auszug aus einem Zimmer. Eine unbefristete Sperre räumt das ganze Haus — Lotterien, Sportwetten, Casino, online wie vor Ort. Für jemanden, dessen Problem nicht Cricket heisst, sondern der nächste Reiz, ist das die richtige Einstellung. Für jemanden, der einfach eine Pause von den langen Nächten eines Auswärtsspiels will, genügt die befristete Variante.

Wichtig für die Selbsteinschätzung: Eine Spielsperre ist keine Auszeit mit Rückfahrkarte am selben Tag. Innerhalb der Frist wird nichts aufgehoben, und bei den ausländischen Seiten gibt es diesen Mechanismus für Schweizer Spielende gar nicht, weil dort das hiesige Sperrregister nicht greift. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keine Sperre, die ihn dort erreicht — er hat nur eine bei den anderen.

Der Zugang zu den Schweizer Angeboten setzt ausserdem ein Mindestalter von 18 Jahren, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, eine verifizierte Identität und ein einziges Konto pro Person voraus.

Der Spielplan: was im Cricket eigentlich gespielt wird

Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen. Das ist die gesamte Mechanik in einem Satz. Das Inning ist der Abschnitt, in dem eine Mannschaft schlägt und die andere wirft; das Over ist die Sechser-Einheit, nach der die Wurfseite wechselt. Alle Wettmärkte der Welt lassen sich auf diese zwei Grössen zurückführen.

Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden. Ein One-Day International (ODI) umfasst in der Regel 50 Overs pro Innings, ein Twenty20 (T20) 20 Overs pro Innings mit höchstens 75 Minuten je Innings. Dieselben elf Spieler, dieselben zwei Innings im Prinzip, drei völlig verschiedene Zeiträume. Und drei völlig verschiedene Wetten, weil in jedem Format etwas anderes wahrscheinlich ist.

Für die Auswahl der Wette ist das entscheidend. In einem Test-Match gibt es fünf Tage lang Gelegenheit, das Ergebnis zu drehen; ein früher Rückstand ist eine Information, kein Urteil. Im T20 sind 20 Overs die gesamte Bühne — ein schlechtes Over ist ein Achtel einer Innings und damit ein spürbarer Anteil des Ergebnisses. Wer dieselbe Wette in beiden Formaten platziert, hat zwei unterschiedlich riskante Geschäfte abgeschlossen, obwohl auf dem Wettschein zweimal «Cricket» steht.

Test, ODI, T20: drei Risiken, ein Name

Die Formate unterscheiden sich nicht nur in der Dauer, sondern in der Art, wie sie enden können — und das ist der Teil, der in Quoten nie sichtbar wird.

Im Cricket endet ein Spiel als Tie, wenn alle Innings beendet sind und der Punktestand gleich ist; das gilt als sehr selten. Als Draw gilt in der Regel ein Spiel, bei dem die Zeit vor Ende aller Innings abläuft. Zwei Wörter, die wie Geschwister klingen und verschiedene Dinge meinen. Ein Tie ist ein Unentschieden nach gespielten Innings. Ein Draw ist ein Zeitablauf, bei dem das Ergebnis offenbleibt.

Und dann gibt es noch das Resultat, das gar keines ist: das «No Result» bei Wetterunterbrechung. Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in durch Wetter unterbrochenen Limited-Overs-Spielen; in 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf, sonst wird das Spiel als «No Result» gewertet. Ausnahme: ein Team ist all out oder erreicht das Ziel früher.

Ein abgebrochenes Spiel, ein Draw, ein Tie und eine Niederlage sind vier Ergebnisse, und im Cricket hängen sie an Regen, an einer Uhr und an einer Rechenmethode. Wer auf den Sieger setzt, ohne zu wissen, wie sein Markt bei Regen behandelt wird, hat auf etwas anderes gewettet, als er glaubt.

Die Methode selbst ist kein Geheimnis. Duckworth-Lewis wurde 1997 eingeführt und 1999 vom International Cricket Council (ICC) offiziell übernommen; seit November 2014 trägt sie nach Steven Stern den Namen Duckworth-Lewis-Stern. Sie ist die Rechenregel, mit der aus einem abgebrochenen Spiel noch ein Ergebnis wird — und für Wettende die Regel, die darüber entscheidet, ob eine Wette gewinnt, verliert oder storniert wird. Die Fassung, die im konkreten Fall gilt, steht in den Wettregeln des Veranstalters, nicht in einem Lexikon. Wer bei Regenwetter setzt, liest sie vorher.

Turniere, Ligen und was davon in der Schweiz ankommt

Der Cricket World Cup der Männer findet alle vier Jahre statt und wird mit 50 Overs pro Innings gespielt (seit 1987; zuvor 60). Die erste Austragung war 1975 in England, Rekordsieger ist Australien mit 6 Titeln. Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Die Erweiterung auf 14 Teams ist für Schweizer Wettende eine gute Nachricht und eine schlechte zugleich. Mehr Teilnehmer heissen mehr Spiele, mehr Aussenseiter und mehr Märkte. Mehr Spiele heissen aber auch mehr Partien zwischen ungleichen Mannschaften, und in solchen Begegnungen sitzt die Marge dort, wo der Favorit steht — nicht in der Mitte des Marktes.

Das Finale des Cricket World Cup 2019 stand nach 50 Overs 241:241 und im Super Over 15:15; England gewann anhand der Zahl der Boundaries. Ein Weltmeisterschaftsfinale, in dem der Sieger nicht durch Runs, sondern durch die Zahl der Vieren und Sechser entschieden wird — für den, der die Regeln kennt, ein grossartiger Abend; für den, der nur ein «England gewinnt» abgestempelt hat, ein Ergebnis, das erklärungsbedürftig ist. Wer auf den Sieger setzt, sollte wissen, dass das Reglement noch einen zweiten Weg zum Titel offenhält.

Die Indian Premier League (IPL) ist ein Beispiel für eine nationale Twenty20-Liga mit internationalen Spielern. Sie steht für das, was auf dem Schweizer Wettschein fehlt: ein kurzes, dichtes Format mit hoher Aufmerksamkeit. Was die Gespa-Liste an Wettkämpfen führt, entscheidet darüber, ob ein solcher Wettbewerb hier angeboten werden darf. Wenn nicht, hilft alle Faszination nicht.

Der Reiz reicht ohnehin weiter als die Quote. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe); aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Von jedem Franken, der in einer Sportwette verschwindet, geht ein Teil in einen gemeinnützigen Zweck. Das ist ein Argument für das System und keines für die einzelne Wette — der eigene Einsatz ist trotzdem weg.

Die Anbieter im Vergleich: zwei Veranstalter im Land, acht ohne Erlaubnis

Bei einem Vergleich dieser Art steht eine Frage vor allen anderen: Wer darf hier überhaupt? Eine Gegenüberstellung, die beide Gruppen in eine Liste schreibt, als wären sie Alternativen, verkauft eine ausländische Seite als Option, die sie nicht ist. Deshalb steht die Bewilligung in der ersten Spalte, und deshalb sind es zwei Gruppen und nicht eine.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin (Sitz) Gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Ja — Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (Grossspiel) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Ja — Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (Grossspiel) Loterie Romande, Lausanne Aufsicht Gespa
Betscore Nein — Nicht belegt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
22Bet Nein — Nicht belegt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
bet-at-home Nein — Nicht belegt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Betify Nein — Nicht belegt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
ZotaBet Nein — Nicht belegt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BetAlright Nein — Nicht belegt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
N1 Bet Nein — Nicht belegt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BetFury Nein — Nicht belegt; ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Die Spalte füllt sich von oben nach unten mit einem einzigen Wort, und das ist die Aussage. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer bei einem der acht unteren Anbieter spielt, tut das in einem Raum, den die Schweizer Aufsicht nicht betritt.

Was einem Vergleich Grenzen setzt: Die hiesigen Veranstalter unterscheiden sich nicht durch ein besseres oder schlechteres Produkt, sondern durch das Gebiet, in dem sie tätig sein dürfen. Rechte am Wettprogramm, Limiten, Auszahlungsweg — das alles ist Sache des Veranstalters und seiner eigenen Bedingungen. Und die Schweizer Seite in der Spalte «Gemeldete Bewilligung» hat keine Zahl, weil keine vorgelegt ist: Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), gleich aus welchem Land sie stammt.

Warum eine Bewilligung von Curaçao oder Malta hier nichts wert ist

Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Das ist keine Formalität, sondern der Kern der Sache. Die Bewilligung erlaubt dem Anbieter nichts hier, und sie schützt den Spielenden hier nicht.

Was konkret fehlt: die Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, die Anbindung an die hiesige Aufsicht (Gespa), der Schweizer Rechtsweg, und die Regel, dass Auszahlungen nur auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers erfolgen. Die Datenhoheit über die Aufsicht gilt für die bewilligten Anbieter und nur für sie.

Die Reihenfolge der Unannehmlichkeiten beginnt mit dem Sperrregister, nicht mit dem Auszahlungsweg. Eine Spielsperre bei einer ausländischen Seite existiert für Schweizer Spielende nur, wenn die Seite selbst eine solche anbietet, und sie ist dann nicht Teil des Systems, das bei einer unbefristeten Sperre auch die Casinos mitnimmt. Bei einer unbefristeten Sperre trägt die Schweizer Aufsicht den Eintrag in ein schweizweites Register ein und er gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer die Seite wechselt, wechselt in einen Raum ohne Register.

Dass die Aufsicht die Anbieter nicht ignoriert, heisst nicht, dass der Spieler bestraft wird — die Blockade trifft die Domains, nicht die Kunden. Hier steht die Verbindung zu den anderen Abschnitten dieses Themas.

Die Marge: der eine Posten, den man selbst ausrechnen kann

Jede Quote trägt einen Preis in sich, der nicht auf dem Wettschein steht. Die Auszahlungsquote eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt zurückzahlt; die Marge ist 100 % minus dieser Quote. Rechnen lässt sich das an jedem Markt, dessen Quoten man alle sieht, weil sich die Auszahlungsquote aus der Summe der Kehrwerte aller möglichen Ausgänge ergibt.

Nehmen wir den einfachsten Markt, den es gibt: zwei Ausgänge, beide zu Quote 1.90 — ein Rechenbeispiel, kein notierter Preis. Die Summe der Kehrwerte ist 1 geteilt durch 1.90 plus 1 geteilt durch 1.90; das ergibt eine Auszahlungsquote von rund 52.6 Prozent, und die Marge liegt bei rund 47.4 Prozent des Marktes. Das ist kein Druckfehler und keine Horrorzahl aus einem schlechten Buch — es ist die unvermeidliche Folge davon, dass beide Seiten eines Zwei-Wege-Marktes über 2.00 stehen müssten, um fair zu sein.

Genau hier versteckt sich die eigentliche Information für Cricket. Bei zwei Ausgängen ist eine Quote von 1.90 noch der günstige Fall: Je mehr mögliche Ausgänge ein Markt hat, desto stärker zieht der Effekt an. Ein Zwei-Wege-Markt lebt von der Nähe zur Fairness, ein Markt mit sechs oder acht Optionen nicht. Wo die Ausgänge zahlreicher werden, können dieselben 1.90 in einer scheinbar fairen Aufstellung eine deutlich höhere Summe der Kehrwerte ergeben als auf dem reinen Zwei-Wege-Markt. Und Cricket ist der Sport, der zu dieser Struktur einlädt — Top-Batter, Top-Bowler, höchstes Over, Anzahl der Wickets, Ergebnis nach dem ersten Innings. Jede zusätzliche Option ist eine zusätzliche Chance, und jede zusätzliche Chance ist eine zusätzliche Marge.

Das ist der Grund, warum eine Cricket-Wette an einem Sport mit durchschnittlich drei bis vierstündigen Formaten mehr kostet als eine Fussballwette mit zwei Ausgängen — nicht wegen des Sports, sondern wegen der Marktstruktur.

Wie man das selbst prüft: alle Quoten eines Marktes aufschreiben, jede einzeln in 1 geteilt durch die Quote umrechnen, die Werte addieren, dann 1 durch diese Summe teilen. Das Ergebnis ist die Auszahlungsquote, alles darüber ist die Marge. Der Test braucht keine Software und dauert zwei Minuten. Was er nicht kann: die Marge wird von Markt zu Markt und von Wettbewerb zu Wettbewerb unterschiedlich gesetzt. Für Cricket-Märkte in der Schweiz gibt es keine Zahlen, die über diese Grundrechnung hinausgehen — die Rechnung selbst ist die Information. Wer den eigenen Markt prüft, hat mehr als wer die Aussage eines Anbieters glaubt.

Was die Marge für einen konkreten Einsatz bedeutet: Für jeden in Cricket gesetzten Franken geht ein Teil als Marge an den Buchmacher, unabhängig davon, ob der Tipp aufgeht. Auf lange Sicht ist das der verlässlichste Betrag auf der ganzen Liste — verlässlicher als jede Formkurve.

Sporttipps Werkzeuge: Quotenboost, Cash-Out und was davon Cricket kommt

Cricket ist in der Schweiz nur bei einem der zwei Veranstalter auch online ein Produkt mit Werkzeugen. Die Bewilligung bestimmt das Was, die Bedingungen bestimmen das Wie — und die Bedingungen sind das lesenswertere Dokument.

Cash-Out: die Notausstiegstür, die kein Preis ist

Cash-Out klingt nach einem Vorteil, den ein vernünftiger Anbieter eben anbietet. Die Bedingungen zeichnen ein anderes Bild. Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Erhältlich ist er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.

Im Cricket ist das keine Nebenbemerkung, sondern die Hauptsache. Ein Cash-Out ist am nützlichsten, wenn das Blatt sich langsam wendet und man nur einen Teil der Position schliessen möchte. Genau das gibt es hier nicht. Wer in einem Test-Match die halbe Position auflösen will, kann das nicht — ganz oder gar nicht. Und wenn er sich für «ganz» entscheidet, ist der ausgestiegene Wettschein endgültig, auch wenn die nächste Stunde das Gegenteil bringt.

Wer nach drei schlechten Tagen im Test-Match aussteigen will, zahlt für die Sicherheit einen Abschlag. Erst wenn der Wettschein eingelöst ist, sieht er, wie gross er war. Und das Anbieten selbst ist eine Option des Veranstalters, kein zugesichertes Recht des Spielers.

Kombiwetten und die Bet-Builder-Grenze

Der zweite Werkzeug-Komplex heisst Boost. Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Die Bindung an die Einzelwette ist die Pointe. Ein Quotenboost auf eine Einzelwette lässt sich nicht in eine Kombination überführen und multipliziert auch nicht mit den weiteren Beinen. Wer ohnehin keine Einzelwette platzieren wollte, hat keinen Vorteil, sondern eine Verlockung. Im Cricket heisst das: Ein Boost auf ein Top-Batter-Ergebnis ist eine Wette auf ein einzelnes Ereignis mit begrenztem Einsatz und begrenzter Erhöhung — und wer sie platziert, weil sie beworben wird und nicht weil er sie wollte, hat den Boost selbst bezahlt.

Dazu kommen die strukturellen Grenzen der Kombination. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Im Cricket sind Abhängigkeiten allgegenwärtig: Der Top-Batter, das Team-Ergebnis und der Match-Sieger hängen direkt aneinander. Wer solche Beine selbst zusammenklickt, riskiert eine stornierte Kombination — nicht als Strafe, sondern als Folge eines Reglements.

Livewetten in einem Sport mit fünf Tagen

Livewetten sind erlaubt, und die Regeln dafür sind überraschend unspektakulär. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Ein Live-Cricket-Markt ist damit kein Ort, an dem man einen bereits gefallenen Wicket oder einen bereits erzielten Run nachträglich einkauft. Die Livewette in einem Test-Match ist trotzdem ein anderes Geschäft als die Livewette im Fussball: Bei fünf Tagen Spiel und drei Sessions pro Tag entscheidet oft ein einzelner Durchgang über den Markt, und dieser Durchgang kann sehr kurz sein. Die zweite Chance ist deshalb teuer.

Bei aller Kritik: Livewetten sind unabhängig von einer Übertragung wettbar. Das ist fair und sollte einmal gesagt werden — eine Wette sollte nicht daran scheitern, ob der eigene Fernseher läuft.

Was den Wettschein auf der Schweizer Seite noch begrenzt

Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Der Mindesteinsatz von CHF 1 ist der eigentliche Zugangspunkt für Cricket. Wer das Format erst mit Kleinstbeträgen testen will, kann das — der Sport lässt sich mit geringem Einsatz kennenlernen. Die Höchstgrenze von CHF 1’000 pro Solowette bildet auf einem Cricket-Ergebnis eine Obergrenze, die kaum jemanden stört, der nicht ohnehin zu viel setzt. Und was auffällt: Eine Erhöhung des Einsatzes ist verhandelbar, die Limiten können jederzeit ohne Begründung geändert werden. Wer dauerhaft mit denselben Beträgen arbeitet, merkt davon nichts; wer sich auf eine Grenze verlässt, erfährt es auf dem Wettschein — eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Ein Konto, ein Spielerkonto, ein Name: Der Zugang schliesst die aus, die am Spiel teilnehmen.

Sorgfalt bei einem Spiel, das Tage dauert

Cricket stellt die Selbstkontrolle vor Aufgaben, die es im Fussball nicht gibt. Bei einem Test-Match hat man fünf Tage lang Gelegenheit, eine schlecht platzierte Wette nachzubessern. Dieses «Nachbessern» ist die teuerste Bewegung im Sportwetten, weil sie den ursprünglichen Einsatz verdoppelt, ohne die ursprüngliche Wette zu tilgen.

Die Instrumente sind bekannt: Verlustlimiten über 1, 7 und 30 Tage, Verzicht auf eine Erhöhung, befristete oder unbefristete Sperre, ein einziges Konto pro Person. Hier steht nur, was davon im Ausnahmefall hilft. Für ein einzelnes Spiel ist die Tagesgrenze das Instrument der Wahl. Für eine Test-Serie, die sich über zwei Wochen zieht, ist die 30-Tage-Grenze die richtige Ebene, und für eine gesamte Saison die unbefristete Spielsperre, wenn man sie fürchtet.

Es gibt ausserdem keine Auszahlung in anonymes Guthaben: Winnings und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen der Kontoinhaberschaft ausbezahlt. Kein Kredit an Spielende. Wer eine Auszahlung auf ein fremdes Konto oder eine Kryptoadresse erwartet, wird sie bei einem bewilligten Schweizer Veranstalter nicht bekommen. Das ist der Preis der Nachvollziehbarkeit — und der Grund, warum ein Spielerkonto bei einem Schweizer Anbieter ein echtes Konto ist und nicht eine Nummer.

Wer sich über Spielsucht informieren will, findet bei Spielfragen die Stellen, die je nach Kanton unterhält, und die Auskunftsstelle der Gespa.

Auszahlung und Quote: was aus einem Einsatz wirklich herauskommt

Eine Wette ist eine Gleichung mit zwei Zahlen: Einsatz und Quote. Der Gewinn ergibt sich aus Einsatz mal Quote; der Nettogewinn aus Einsatz mal (Quote minus 1). Bei einem Einsatz von CHF 10 auf Quote 2.10 kommt also ein Ertrag von CHF 21 heraus, davon CHF 11 Gewinn. Das ist die ganze Rechnung, und sie gilt für Cricket so wie für jeden anderen Sport.

Die Rechnung klingt banal und hat im Cricket einen Haken: Die Auszahlung ist schon während des Spiels im Fluss. Der Sieger einer Partie ist am Anfang nicht sichtbar — und in einem Test-Match kann sich die Lage an jedem der fünf Tage umkehren.

Was den Ertrag dämpft, ist die Kombination mit dem Markt. Die einzelnen Quoten der Beine multiplizieren sich zu einem Preis, der Einsatz multipliziert sich mit diesem Preis, und damit wächst mit jeder zusätzlichen Bedingung sowohl der mögliche Ertrag als auch die Summe der Kehrwerte im Markt. Eine Kombination aus drei Cricket-Märkten auf dasselbe Spiel kann gleichzeitig eine grosse Zahl versprechen und an der Bet-Builder-Regel hängen, die genau das, was aneinanderhängt, nur über diese Funktion zulässt. Wer die Multiplikation als Vorteil begreift, hat den zweiten Faktor vergessen: die Summe der Ausgänge, die dazwischen liegt.

Wer langfristig nicht gegen die Marge spielen will, hat bei Cricket einen zusätzlichen Hebel: das Format. Bei einem ganzen Tag und vielen Overs wird Genauigkeit wichtiger als Glück. Bei einem einzigen Wurf wird das Glück wichtiger als alles andere. Und dann der Punkt, den die Marketingseite eines Buchmachers nie erwähnt: Der einzige Faktor, den der Wettende beeinflussen kann, ist die Summe und Qualität seiner Einsätze, nicht die Bewegung des Balls.

Beispielrechnung und ihre Grenzen

Was man aus einer Quote immer ablesen kann: den Auszahlungsbetrag, nicht die Wahrscheinlichkeit. Bei zwei Ausgängen zu 1.90/1.90 beträgt die Auszahlungsquote rund 52.6 %, die Marge rund 47.4 %. Anders gesagt: In einem fairen Zwei-Wege-Markt müssten beide Seiten über 2.00 stehen. Stehen sie bei 1.90, ist ein Teil des Einsatzes eine Gebühr.

Wer die Zahlen einmal selbst gesehen hat, liest jede Quote anders — nicht mehr als Prognose, sondern als Preis. Eine Wette schuldet niemandem etwas; sie zahlt im günstigen Fall und nimmt im ungünstigen. Wer mit dieser Haltung an einen Sport mit drei Formaten herangeht, hat bei Cricket einen kleinen Vorteil gegenüber jenen, die nur die Höhe des möglichen Gewinns im Kopf haben.

Die Rechtslage in der Schweiz: zwei Veranstalter, geschlossene Liste, harte Grenzen

Das Schweizer Geldspielrecht bündelt alles, was auf dieser Seite gesagt wurde, in einem Satz: Sportwetten sind ein Grossspiel, und das Grossspiel ist genehmigungspflichtig. Die Bewilligung für ein Grossspiel ist zweistufig, mit einer Veranstalter- und einer Spielbewilligung. Die Aufsicht ist die Gespa; die Schiedsstelle für Ross- und Sportwetten ist es nicht, denn die Kantone haben den Kreis der Wettveranstalter abschliessend begrenzt — unter Ausschluss des Totalisators auf Sportwetten, der von der Loterie Romande für Pferde und Schweizer Firmenrennen betrieben wird.

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt auf einer Parkbank, dahinter ein Schweizer Dorf mit Kirchturm im Dunst
Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten anbieten. Swisslos führt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein; zusammen sind das das Swisslos-Vertragsgebiet. Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Zwei Veranstalter für ein ganzes Land — und für Cricket heisst das: Es gibt keine nationale Cricket-Konkurrenz, sondern ein abgegrenztes Angebot innerhalb von zwei Anbietern.

Was Cricket an diesem Regime kostet

Die Liste der erlaubten Sportarten und Wettarten ist der wichtigste Satz für Schweizer Wettende und der Satz, der am wenigsten gelesen wird. Erlaubt sind nur Sportwetten; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen. Die Gespa-Liste bestimmt, welche Sportarten und Wettbewerbe und Wettarten in der Schweiz überhaupt wettbar sind.

Die zeitliche und inhaltliche Spanne dieser Liste prägt das Cricket-Angebot mehr als jede Quote. Wo nur ein Teil der internationale Kalender steht, entscheidet nicht der Buchmacher über die Auswahl, sondern die Liste. Die Praxis, sich vor einer Wette zu fragen, ob ein konkreter Markt auf einem konkreten Turnier hier angeboten werden darf — diese Frage ist bei Cricket keine Formalie, sondern die eigentliche Auswahlentscheidung, weil die Auswahl hier kleiner ist als auf einer ausländischen Seite.

Bei aller Kritik an der Enge: Die Schweizer Sportwetten gehen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Die beiden Veranstalter schöpfen aus dem Spiel und liefern ab. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Das ist der sichtbare Teil eines Systems, das Cricket nicht fördert, weil es nicht in der Liste steht, aber das aus jedem Cricket-Franken einen Beitrag macht.

Steuern: der Unterschied, der erst bei Gewinn sichtbar wird

Bei Gewinnen aus bewilligten Schweizer Spielen — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind Gewinne bis zu einem Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025: CHF 1’070’400); der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt «je nach Kanton», und ein einziger Kantonsbetrag lässt sich hier nicht nennen. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein; zurückgeholt wird sie, indem man den Gewinn in der Steuererklärung angibt. Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb dieses Betrags und schuldet weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.

Bei ausländischen Anbietern gibt es keine Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis. Die Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als volles steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist die stille Rechnung der ausländischen Seite: Was der Anbieter nicht abzieht, fragt die Steuererklärung. Eine Versteuerung des Einsatzes gibt es in der Schweiz nicht. Wer eine Wette gewinnt, sollte sich an das Steueramt wenden, nicht an den Buchmacher — wer eine Wette verliert, an niemanden.

Schlussfolgerung: was diese Seite einem Schweizer Cricket-Fan sagt

Cricket-Wetten in der Schweiz sind ein Angebot mit zwei Türen. Die eine führt zu Swisslos und Loterie Romande, mit Bewilligung, Sperrregister, Limiten und einer geschlossenen Liste von Sportarten und Wettarten. Die andere führt zu acht Anbietern ohne Schweizer Erlaubnis, mit internationalem Angebot, ohne Schweizer Aufsicht, ohne Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsweg und ohne die REGEL, dass nur auf ein Konto im eigenen Namen ausbezahlt wird.

Das ist keine Warnung vor der zweiten Tür, sondern eine Kostenaufstellung. Wer vor allem ein grosses Cricket-Angebot sucht, wird es in der Schweiz nicht finden. Wer ein lizenziertes, prüfbares Produkt sucht, findet es bei einem Veranstalter mit regionalem Gebiet und einem begrenzten Sportangebot. Und wer die Kosten des Angebots gegen die Kosten der Quote rechnet, kommt bei einem Ergebnis heraus: Die Marge von 47.4 % auf einem Zwei-Wege-Markt zu 1.90 ist der verlässlichste Verlustposten des ganzen Themas.

Betrachtet man es einmal als Ganzes, ist die Position eines Schweizers, der Cricket mag, wenig komfortabel. Die beste Weltklasse-Cricket-Welt liegt bei FIFA, ICC und IPL, das lokale Angebot bei zwei Veranstaltern mit stark begrenzten Märkten, und die Rechnung stellt sich überall gleich: Der Verlust beginnt nicht beim Ergebnis, sondern bei der Struktur. Wer das akzeptiert, wettet weniger falsch.

Häufige Fragen zu Online-Cricket-Wetten in der Schweiz

Kann man bei Swisslos oder Loterie Romande auf Cricket wetten?

Sportwetten dürfen in der Schweiz nur diese beiden Veranstalter anbieten. Ob die konkret gewünschte Cricket-Partie dabei ist, hängt aber nicht am Veranstalter, sondern an der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Steht das Spiel dort, ist es wettbar; steht es nicht dort, hilft keine Anfrage. Diese Liste regelmässig anzuschauen, ist deshalb der praktischste Ratschlag für Cricket-Fans.

Was bedeuten Test-Match, One-Day-Spiel und Twenty20 für die Auswahl meiner Wette?

Sie bestimmen, wie viel Zeit das Ergebnis hat, sich zu drehen. Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage mit drei Sessions zu je etwa zwei Stunden, ein ODI 50 Overs pro Innings, ein T20 20 Overs mit höchstens 75 Minuten je Innings. Je kürzer das Format, desto weniger Gelegenheit zur Korrektur und desto stärker wirkt ein einzelnes Over.

Wie wirkt sich die Duckworth-Lewis-Stern-Methode bei Regen auf eine Wette aus?

Sie berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft bei witterungsbedingten Unterbrechungen in Limited-Overs-Spielen. In 50-Over-Spielen müssen mindestens 20 Overs gespielt werden, im T20 mindestens fünf, sonst gilt die Partie als «No Result» und die Wette wird in der Regel storniert. Wer bei Regen live setzt, sollte die Wettregeln des Veranstalters vorher lesen, weil dort steht, wie eine Wette in diesem Fall behandelt wird.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?

Der Ertrag ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn ist Einsatz mal (Quote minus 1). Aus CHF 10 auf Quote 2.10 werden also CHF 21 zurückgezahlt, davon CHF 11 Gewinn. Bei einer Kombination multiplizieren sich die Quoten der Beine zu einem Preis, bevor man den Einsatz damit multipliziert. Vorsicht: Der Verlustfall ist im Preis nicht enthalten; die mögliche Auszahlung ist keine Wahrscheinlichkeit.

Wie kann ich die Marge in Cricket-Quoten abschätzen?

Die Auszahlungsquote eines Marktes ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Einzelquoten, die Marge ist 100 % minus dieser Wert. Bei zwei Ausgängen zu 1.90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 52.6 % und eine Marge von rund 47.4 %. Je mehr mögliche Ausgänge ein Markt hat, desto stärker steigt die Summe der Kehrwerte und damit der Preis, den der Wettende zahlt.

Wie werden Gewinne bei ausländischen Wettseiten im Vergleich zu Sporttip-Gewinnen besteuert?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Spielen bleiben bis zum Steuerfreibetrag steuerfrei, der ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 liegt; oberhalb davon behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man mit der Steuererklärung zurückholt. Ausländische Gewinne kennen keine Verrechnungssteuer, sind aber der kantonalen Praxis nach steuerbar; die Praxis des Kantons Thurgau erfasst sie vollständig. Diese Angaben sind allgemein und ersetzen keine Steuerberatung.

Inhalt erstellt vom Team «quotenvergleichch»