Online Snooker wetten in der Schweiz — zwei Veranstalter, eine geschlossene Wettliste
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Oktober 29, 2026 — geprüft gegen die Bewilligungs- und Sperrlisten der Gespa sowie gegen die veröffentlichten Teilnahmebedingungen von Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport).
Wer in der Schweiz auf Snooker wetten will, stösst zuerst auf eine Zahl, die kleiner ist als erwartet: zwei. Zwei Veranstalter dürfen hierzulande überhaupt Sportwetten anbieten, und beide gehören der öffentlichen Hand nahe stehenden Genossenschaften. Das ist keine Marktlücke, die irgendwann geschlossen wird, sondern eine politische Entscheidung, die 2019 in Kraft getreten ist und seither gilt.
Für den Spielenden heisst das: Der Vergleich, den er aus anderen Märkten kennt — zwanzig Buchmacher, ein Dutzend Bonusvarianten, wechselnde Quoten — findet hier nicht statt. Was stattfindet, ist ein Vergleich zwischen einem kantonal organisierten Angebot und einer Reihe ausländischer Plattformen, die in der Schweiz keine Bewilligung haben und deshalb auch keinen Schweizer Rechtsschutz mitbringen. Wer hier wetten will, muss sich auf ein System einstellen, in dem die gesetzliche Regulierung und der Spielerschutz die Auswahl bestimmen.
Verlustlimiten zuerst: der Preis, den Spielerschutz kostet
Bevor die erste Wette überhaupt platziert werden kann, verlangt Sporttip von jedem neuen Konto Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Wer die Limite senken will, kann das sofort tun; eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen.

Diese 72 Stunden sind der eigentliche Kern der Regel, und sie kosten den Spielenden etwas, das sich nicht in Franken ausdrücken lässt. Wer an einem Sonntagabend nach einer Serie von Frames beschliesst, sein Monatslimit zu verdoppeln, kann das nicht tun. Der Ärger darüber ist der Zweck der Regel. Wer dagegen sein Limit senken will — der häufigere Fall bei jemandem, der merkt, dass die Abende länger werden —, wartet keine Minute.
Der gesetzliche Rahmen ist dabei weiter gefasst, als die Bedingungen von Swisslos vermuten lassen: Das Geldspielgesetz verlangt vom Veranstalter, dass er einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste vorschreibt, und eine Erhöhung wirkt von Gesetzes wegen erst nach 24 Stunden. Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Das ist kein Verstoss, sondern eine strengere Hausregel — und ein Beispiel dafür, dass die Bedingungen eines Veranstalters mehr kosten können als das Gesetz verlangt.
Sperren, die auch das Casino treffen
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und die Sperre lässt sich vor Fristablauf nicht aufheben. Eine unbefristete Spielsperre wird dagegen in einem schweizweiten Register eingetragen — und dieses Register gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein.
Wer einmal unbefristet gesperrt ist, sperrt sich also nicht nur aus dem Sporttip-Konto aus. Für einen Gelegenheitsspieler, der gelegentlich in ein Casino geht, ist das eine Nebenwirkung, die in keinem Werbetext steht. Der Ausweg ist eng: Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Wer eine Sperre also als taktische Pause von zwei Wochen versteht, hat das Instrument missverstanden.
Ein weiterer Punkt, den die Praxis relativiert: Die Gespa hat 2025 bei Testkäufen 200 Fälle an Verkaufsstellen geprüft und in 47,5 % davon eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Kontrollen an der Verkaufsstelle sind damit kein Schutzwall, auf den sich jemand verlassen sollte.
Was das für den ersten Abend bedeutet
Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar. Erst registrieren, wobei Swisslos mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet verlangt, keine bestehende Spielsperre duldet und pro Person nur eine Registrierung zulässt. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Dann die Limiten setzen. Dann einzahlen. Erst danach steht eine Wette zur Verfügung.
Wer das als lästig empfindet, sollte sich klarmachen, was die Alternative ist: Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung fällt all das weg, und mit ihm der Zugang zum Sperrregister, der Rechtsschutz und die Kontrolle. Das ist kein Argument für die eine oder die andere Seite. Es ist die Beschreibung dessen, was auf beiden Seiten fehlt.
Quoten lesen: die Marge sitzt in jedem Preis
Eine Quote ist keine Meinung über einen Spielausgang, sondern ein Preis mit einer eingebauten Provision. Snooker ist dafür ein gutes Anschauungsobjekt, weil ein Match aus vielen kleinen Einzelereignissen besteht — einzelne Frames, der Gesamtsieg, Sonderwetten auf Breaks — und weil jede dieser Wetten dieselbe Mechanik trägt.
Beim Snooker werden 22 Kugeln verwendet: der weisse Spielball, 15 rote Kugeln und je eine gelbe, grüne, braune, blaue, pinke und schwarze Kugel. Rot zählt 1 Punkt, Gelb 2, Grün 3, Braun 4, Blau 5, Pink 6 und Schwarz 7. Wer das Punktesystem einmal verinnerlicht hat, versteht auch, warum ein Frame kippen kann, obwohl ein Spieler deutlich vorne liegt: Es geht nicht darum, wie viele Punkte gefallen sind, sondern darum, wer am Ende des Frames mehr hat.
Die Marge, nachgerechnet an einem Beispiel
Nehmen wir einen Markt mit genau zwei Ausgängen — im Snooker wäre das etwa ein einzelner Frame, der nur zwei Ergebnisse kennt. Für dieses Beispiel setzen wir Quoten von 1.90 auf beide Seiten. Diese 1.90 sind eine Rechnung, kein Zitat: kein Veranstalter hat diese Zahl für dieses Ereignis genannt, und sie steht hier, damit die Mechanik einmal sichtbar wird.
Der Auszahlungsschlüssel dieses Marktes ist 1 geteilt durch die Summe von 1/1,90 plus 1/1,90, und das ergibt etwa 0,95. Die Marge ist die Differenz zu 1, also rund 5 %. Mit anderen Worten: Von jedem Franken, der auf diesem Markt insgesamt gesetzt wird, zahlt der Veranstalter etwa 95 Rappen zurück und behält knapp 5 Rappen.
Das ist die Zahl, die über einer ganzen Saison mehr verschiebt als jede Bonusdiskussion. Wichtig ist ihre Bedingung: Die 5 % gelten für dieses Zwei-Weg-Beispiel und für nichts anderes. Ein Markt mit drei oder sechs Ausgängen, ein Kombinationsprodukt oder eine Livewette trägt eine andere Marge, und sie ist in der Regel höher, je spezieller das Ereignis ist. Wer bei einem Frame-Markt auf einen Spieler setzt, der gerade eine schwierige Stellung hat, zahlt für dieses Spezialwissen und nicht nur für die Standardprovision.
Was eine gewonnene Wette zurückzahlt
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das klingt banal, hat bei Sporttip aber eine Besonderheit: Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Für eine Einzelwette über CHF 20 auf Quote 1.90 heisst das: Der Gewinnbetrag liegt bei CHF 38,00 vor der Rundung, und die Abrundung auf 5 Rappen ändert daran nichts. Bei einer Kombiwette aus drei Snooker-Voraussagen mit Quoten von 1.80, 2.10 und 1.65 multiplizieren sich die Quoten zu 6,237, und aus CHF 20 werden CHF 124,74 — vor der Rappenrundung. Die Abrundung ist ein Detail, aber sie fällt immer zugunsten des Veranstalters aus, nie zugunsten des Spielenden.
Kombinationen, die keine sind
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die gesamte Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Was harmlos klingt, ist bei Snooker die wahrscheinlichste Fehlerquelle überhaupt. Wer auf den Sieger eines Matches und gleichzeitig auf den Sieger des ersten Frames tippt, kombiniert zwei Ergebnisse, die nicht unabhängig voneinander sind: Der Framesieger ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Matchsieger. Fällt so eine Kombination auf, ist die ganze Wette weg — nicht nur die problematische Voraussage.
Boosts und ihre Bedingungen
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Sie sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 und erhöht den möglichen Nettogewinn um 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen.
Die Staffel liest sich grosszügig. Sie verlangt aber im letzten Fall fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 — und je mehr Voraussagen in einer Kombination stecken, desto kleiner wird die Wahrscheinlichkeit, dass alle zutreffen. Der Boost vergrössert den Gewinn im Erfolgsfall, nicht die Chance darauf. Ein Boost, der an eine Kombination mit fünfzehn Beinen gebunden ist, ist ein Preis für ein sehr unwahrscheinliches Ereignis.
Cash-Out ist kein Sicherheitsnetz
Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Ein Anspruch auf Cash-Out besteht nicht, und Swisslos muss ihn nicht für alle Wetten anbieten.
Angeboten wird er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. In der Praxis heisst das: Wer bei einem Frame-Markt früh recht hat und den Gewinn sichern will, bekommt einen Abschlag auf den möglichen Gewinn — und zwar einen, dessen Höhe er erst im Moment des Klicks sieht. Das ist kein Werkzeug zum Absichern, sondern eines zum Verkaufen.
Livewetten und der Moment, in dem sie ungültig werden
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.
Bei Snooker ist die Übertragungslücke das Risiko. Ein Stream läuft um Sekunden verzögert, und wer den entscheidenden schwarzen Ball auf dem Bildschirm schon fallen sieht, platziert in Wirklichkeit eine Wette auf ein Ereignis, das vorbei ist. Die Quote 1.00 bedeutet hier: Der Einsatz kommt zurück, der Gewinn nicht. Für einen Spielenden, der ohnehin schnell klickt, ist das die teuerste Form der Trägheit, weil sie sich nie als Fehler anfühlt.
Spielplan, Turniere und die Struktur des Snookerjahres
Snooker hat eine kleine, klar umrissene Spitze, und wer sie kennt, weiss, wann es überhaupt etwas zu vergleichen gibt. Die World Professional Billiards & Snooker Association wurde 1968 gegründet; ihre kommerzielle Tochter ist die World Snooker Tour. Zur Triple Crown zählen die Snookerweltmeisterschaft, die UK Championship und das Masters — drei Turniere, die den Jahresrhythmus strukturieren.
Profiturniere werden meist im Best-of-Modus über mehrere Frames gespielt, professionell auf 12-Fuss-Tischen mit einem Aussenmass von etwa 366 × 183 cm. Der Modus ist für Wettende mehr als eine Formalie: Jeder zusätzliche Frame vergrössert den Stichprobenumfang und verschiebt die Wahrscheinlichkeiten in Richtung des stärkeren Spielers. Ein Best-of-3 ist eine andere Wette als ein Best-of-19.
Die Weltmeisterschaft als Fixpunkt
Die Endrunde der Snookerweltmeisterschaft findet seit 1977 ab Ende April über 17 Tage im Crucible Theatre in Sheffield statt, und die Austragung dort ist vertraglich bis 2045 gesichert. An der Endrunde nehmen 32 Spieler teil, inklusive Qualifikation sind es 144; das Finale wird im Modus Best of 35 Frames gespielt.
Für den Markt ist der Qualifikationsweg das eigentlich Interessante. 144 Spieler treten an, 32 erreichen die Endrunde — das sind 112 Spieler, deren WM im Frühling vorbei ist, bevor das Turnier im Fernsehen beginnt. Wer auf einen Aussenseiter setzt, der sich über diese Runde qualifizieren muss, wettet auf zwei verschiedene Aufgaben: erst die Qualifikation überstehen, dann im Crucible bestehen. Das ist genau der Punkt, an dem eine Quote am ehesten attraktiv aussieht und am wenigsten ist.
Wie ein Turnier verläuft
Ein Turnier im Best-of-Modus beginnt mit kurzen Formaten und endet mit langen. Der Weltmeistertitel wird über 35 Frames entschieden — das ist der längste Modus, den der Sport kennt. Dave Gilbert braucht dafür zwei Tage.
Diese Streckung verändert die Dynamik. In einem kurzen Format genügt eine gute halbe Stunde, um einen Favoriten herauszunehmen; über 35 Frames setzt sich Können durch. Wer im Erstrundenspiel auf einen Aussenseiter setzt, kauft sich eine reale Chance auf eine Überraschung. Wer im Finale dasselbe tut, kauft sich eine schlechte Quote auf ein sehr unwahrscheinliches Ergebnis.
Ein Saisonkalender ist kein Katalog
Der Snooker-Kalender ist im Vergleich zu Fussball oder Eishockey dünn. Zwischen den grossen Turnieren liegen Wochen ohne relevantes Angebot, und wer regelmässig wetten will, findet in diesen Wochen nichts, was zu seinem Sport gehört. Ein Veranstalter, der ein breites Wettprogramm führt, bietet deshalb Schwankungen: An einem Triple-Crown-Wochenende ist die Auswahl gross, an einem ruhigen Dienstag im August dünn.
Wer sein Konto nur für Snooker öffnet, sollte das vorher wissen. Bei den bewilligten Veranstaltern ist das Sportprogramm Teil eines breiteren Angebots, und Snooker ist darin ein Bestandteil unter vielen. Die Begrenzung auf Sportwetten ist rechtlich gesetzt: Auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen darf in der Schweiz nicht gewettet werden.
Anbieter vergleichen: vier Kriterien statt zwanzig Prozent Bonus
Ein Vergleich von Wettanbietern läuft üblicherweise über den Bonuswert. Für die Schweiz ist das der falsche Einstiegspunkt, weil es hier praktisch keinen Bonusmarkt gibt, der über das hinausgeht, was die Hausordnung eines Veranstalters vorsieht. Vier Kriterien tragen weiter.
Das Wettangebot zuerst: Welche Sportarten und Ligen führt der Anbieter, und wie tief ist die Auswahl innerhalb einer Sportart. Das Quotenniveau zweitens — es ist die einzige Zahl, die sich über viele Wetten hinweg summieren lässt. Die Limiten drittens: Mindest- und Höchsteinsätze, die Verfügbarkeit von Cash-Out und die Frage, ob Limiten verändert werden können. Die Auszahlung viertens, und hier ist die Schweizer Besonderheit am schärfsten: Bei bewilligten Anbietern werden Gewinne und Guthaben ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht.
| Anbieter | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalter bzw. Betrieb |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| BillyBets | keine Bewilligung für Schweizer Sportwetten | keine Schweizer Veranstalterin; eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz |
| 1Bet | keine Bewilligung für Schweizer Sportwetten | keine Schweizer Veranstalterin; eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz |
| BetPanda | keine Bewilligung für Schweizer Sportwetten | keine Schweizer Veranstalterin; eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz |
| Boomerang Bet | keine Bewilligung für Schweizer Sportwetten | keine Schweizer Veranstalterin; eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz |
| Playzilla | keine Bewilligung für Schweizer Sportwetten | keine Schweizer Veranstalterin; eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz |
| BetAlright | keine Bewilligung für Schweizer Sportwetten | keine Schweizer Veranstalterin; eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz |
| BetFury | keine Bewilligung für Schweizer Sportwetten | keine Schweizer Veranstalterin; eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz |
| FortuneJack | keine Bewilligung für Schweizer Sportwetten | keine Schweizer Veranstalterin; eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 BGS keine Kraft in der Schweiz |
Die Tabelle zeigt die Asymmetrie deutlicher als jede Beschreibung. Zwei Zeilen tragen eine Bewilligung, acht nicht, und dazwischen liegt kein fliessender Übergang, sondern eine Rechtsgrenze. An eine Bewilligung ist in der Schweiz das gesamte Schutzpaket geknüpft: eine Altersprüfung, eine Identitätsprüfung, das Sperrregister, die Limitenpflicht, die Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen. Fehlt die Bewilligung, fehlt das Paket.
Was in der Tabelle nicht steht, ist der Preis im Wettbetrieb. Die Veranstalterbewilligung ist territorial begrenzt: Swisslos bedient die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Onlinekonto ist jeweils nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Gebiet möglich.
Wer also in Zürich wohnt, kann bei Jouez Sport kein Konto eröffnen. Wer in Genf wohnt, keines bei Sporttip. Diese Aufteilung ist der sichtbarste Ausdruck davon, dass hier keine Wettbewerbssituation herrscht, sondern ein Nebeneinander. Zwei Anbieter, die sich nicht konkurrenzieren müssen, haben wenig Anlass, über die Quote zu konkurrieren.
Snooker als Wettsport: was hierzulande tatsächlich angeboten wird
Snooker ist ein Sport mit langen, ruhigen Passagen und einer klaren mathematischen Struktur. Das macht ihn für Wettmärkte interessant, weil sich der Spielstand in Punkten ausdrücken lässt und nicht nur in Toren oder Sätzen. Ein Frame ist ein abgeschlossenes Ereignis mit einem eindeutigen Sieger, und auf dieses Ereignis lässt sich ein Markt bauen.
Ein Regeldetail erklärt, warum ein Frame bis zum letzten Ball spannend bleibt: Bei Punktegleichstand am Ende eines Frames wird die schwarze Kugel erneut aufgelegt, und der nächste Punktgewinn entscheidet den Frame. Es gibt also keine Punkteteilung. Ein Frame ist entweder gewonnen oder verloren, und ein Markt auf den Framesieger kennt genau zwei Ausgänge.
Das maximale Break beträgt 147 Punkte. Wer auf ein Maximum Break wettet, wettet auf ein sehr seltenes Ereignis — nur wenige Spieler haben in ihrer Karriere mehr als eine Handvoll gespielt. Solche Märkte haben eine Marge, die weit über der eines Zwei-Weg-Marktes liegt, und das ist der eigentliche Grund, warum sie für die meisten Spielenden eine schlechte Wahl sind.
Live oder vorab
Vorabwetten auf ein Turnier haben den Vorteil, dass die Quote zum Zeitpunkt des Setzens sichtbar und stabil ist. Livewetten haben den Vorteil, dass der Spielverlauf Informationen liefert, die vorab nicht verfügbar waren. Beide haben einen Preis: Der Vorabmarkt ist früh und kann sich nach einer Verletzungsmeldung als falsch erweisen, der Livemarkt ist schnell und trifft auf das Problem, dass die Quote in dem Moment fixiert wird, in dem geklickt wird.
Bei den bewilligten Veranstaltern ist Livewetten erlaubt, soweit eine Bewilligung es vorsieht; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte gibt es nicht. Die Bedingungen sind also die der Veranstalter, nicht die eines Gesetzes, das ein bestimmtes Live-Angebot vorschreiben würde.
Was eine Wette wirklich kostet: Bonus, Gratisspielguthaben, Steuer
Die Schweizer Besonderheit liegt hier weniger in den Bonusbeträgen als in der Regel, wer sie überhaupt anbieten darf. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa — 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
Für den Spielenden heisst das: Der Werbemarkt, den er aus anderen Ländern kennt, ist hier kleiner und stiller. Das ist kein Nachteil, wenn man weiss, was ein Bonus tatsächlich kostet. Ein Bonus ist eine Wette mit Nebenbedingungen — Mindestquote, Frist, begrenzte Einsätze —, und diese Bedingungen sind der eigentliche Betrag, den der Spielende zahlt.
Wo die Steuer ansetzt und wo nicht
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 — 2025 waren es CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt der Vorbehalt «je nach Kanton» und keine einzelne Kantonszahl.
Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Für einen typischen Wettenden ist das Theorie: Wer eine Snooker-Einzelwette zu CHF 20 auf Quote 1.90 gewinnt, liegt bei CHF 38 Gewinn und damit in einem Bereich, in dem keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer anfallen.
Bei ausländischen Anbietern gilt die Verrechnungssteuer nicht. Das ist der Punkt, an dem die Rechnung kippt, ohne dass es im Werbetext einer Plattform steht: Die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Was auf den ersten Blick wie ein Steuervorteil aussieht, kann deshalb in dem Kanton, in dem der Spielende seine Steuererklärung einreicht, zum Gegenteil werden. Wer diese Frage für sich klären will, wendet sich an eine Steuerberatung oder an die kantonale Steuerverwaltung.
Eine Steuer auf den Einsatz gibt es nicht. Die Posten, die den Einsatz verkleinern, sind die Marge im Preis und die Bedingungen eines Angebots — nicht der Fiskus.
Warum die Alternative nicht gratis ist
Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist die Einzahlung nicht an Sperrlisten-Schutz gebunden, und das Gegenstück fehlt ebenso: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Der Spielende bleibt straflos, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden. Auch gibt es keine Fairplay-Kontrolle. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren — die erste Liste stammte vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, ein Vorgang, den die Gespa selbst Domain-Hopping nennt und bei dem sie Interwetten und Bet-at-Home nennt sowie bet365 als auf der Liste stehend.
Wer heute eine Plattform findet, findet sie morgen unter einer anderen Adresse. Das ist die praktische Konsequenz aus der Gegenüberstellung: Ein Sperrlisteneintrag ist keine Garantie, dass ein Anbieter vom Bildschirm verschwunden bleibt. Der Schutz entsteht nicht dadurch, dass eine Seite gesperrt ist, sondern dadurch, dass ein Konto im Bewilligungssystem geführt wird.
Die zehn Anbieter im Vergleich
Die Reihenfolge dieses Vergleichs trennt zwei Gruppen, die nicht zusammengehören. Die ersten beiden führen eine Schweizer Bewilligung, die übrigen acht nicht, und jede von ihnen ist «ohne Schweizer Bewilligung». Wer in einer Diskussion beides unter «Wettanbieter» zusammenfasst, verliert genau die Information, die für einen Leser in der Schweiz zählt.
Swisslos Sporttip — das Vollangebot mit dem engsten Umkreis
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, die Aufsicht liegt bei der Gespa.
Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Onlinekonto ist nur für Personen möglich, die dort wohnen oder sich gewöhnlich aufhalten.
Das Angebot ist so breit wie es das Gesetz erlaubt und so eng wie das Gesetz es vorschreibt. Wetten gibt es auf Sportveranstaltungen; die zulässige Palette ist eine geschlossene Liste, die Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten benennt. Wer sich für das Steueraufkommen interessiert: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024.
Die Limiten sind eng und in den eigenen Bedingungen festgeschrieben: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Der Reiz dieses Angebots liegt nicht in einem Bonus, sondern in der Verlässlichkeit des Rahmens: Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen, Alters- und Identitätsprüfung, Sperrregister, Limitenpflicht. Der Preis: ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzelwette und ein Vertragsgebiet, das nur einen Teil der Schweiz abdeckt. Wer in der Westschweiz wohnt, kommt hier gar nicht erst hinein.
Loterie Romande Jouez Sport — dasselbe Prinzip, andere Kantone
Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligungsgrundlage ist dieselbe wie bei Swisslos: eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz unter Aufsicht der Gespa.
Die Struktur des Angebots ist mit der von Sporttip vergleichbar, weil beide demselben Regelwerk unterliegen — ein Onlinekonto nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Gebiet, Identitätsprüfung, Limitenpflicht, derselbe geschlossene Katalog zulässiger Sportarten und Wettarten. Die Unterschiede liegen im Vertrieb: 2’350 Verkaufsstellen in sechs Kantonen sind ein dichtes Netz für die Westschweiz und für die Deutschschweiz schlicht nicht zugänglich.
Genau darin liegt der Vergleichspunkt. Jouez Sport ist nicht besser oder schlechter als Sporttip; es ist dasselbe Produkt in einem anderen Gebiet. Für einen Wettenden in Freiburg ist die Wahl deshalb keine Wahl. Für einen in Bern ist sie keine.
BillyBets — kein Schweizer Zutritt
BillyBets führt keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten, und eine ausländische Bewilligung hat nach Art. 4 des Geldspielgesetzes keine Kraft in der Schweiz. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.
Damit ist der Rahmen beschrieben, in dem sich alles Weitere abspielt. Wer dort einzahlt, tut das ausserhalb des Systems, das in der Schweiz für Streitigkeiten zuständig wäre. Der eigentliche Kostenpunkt ist nicht die Einzahlung, sondern das Fehlen jeder Instanz, an die man sich wenden könnte, wenn eine Auszahlung ausbleibt.
1Bet — dieselbe Ausgangslage
1Bet führt keine Schweizer Bewilligung, und die Voraussetzungen sind mit denen von BillyBets identisch: kein Schweizer Veranstalterstatus, eine ausländische Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Für einen Spielenden bedeutet das in der Praxis: Er kann dort ein Konto führen, und die Plattform kann von einem Tag auf den anderen über eine andere Adresse erreichbar sein. Wer regelmässig einzahlt, baut auf ein Verhältnis, das keinen Bestandsschutz kennt.
BetPanda — ohne Schweizer Bewilligung
Auch BetPanda hat keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg; eine ausländische Bewilligung wirkt in der Schweiz nach Art. 4 BGS nicht. Eine DNS-Blockade über die Sperrliste der Gespa ist möglich.
Das ist die Ausgangslage, die für die fünf folgenden Namen ebenso gilt. Die Unterschiede zwischen diesen Plattformen liegen in ihrem eigenen Betrieb, über den die Schweizer Aufsicht keine Aussage trifft. Der gemeinsame Nenner ist der, der zählt: Kein Konto bei diesen Anbietern bringt einen Zugang zu dem Schutzpaket, das an eine Schweizer Bewilligung geknüpft ist.
Boomerang Bet — ohne Schweizer Bewilligung
Boomerang Bet führt keine Bewilligung für Schweizer Sportwetten und ist damit nicht Teil des bewilligten Systems. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann über die Sperrliste der Gespa blockiert werden.
Wer sich für eine solche Plattform entscheidet, handelt nicht illegal — der Spielende wird nicht bestraft. Was er aufgibt, ist der Zugang zu einem Streitweg, einer Einzahlungskontrolle und einem Ausschlussregister. Das ist die ehrliche Beschreibung der Gegenleistung.
Playzilla — ohne Schweizer Bewilligung
Playzilla hat keine Schweizer Bewilligung; die Aufsicht der Gespa erstreckt sich nicht auf den Betrieb, und eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Kein Sperrregister-Anschluss, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste.
Für einen Spielenden, der Snooker-Märkte sucht, ist die entscheidende Frage ohnehin eine andere: Ob eine Plattform überhaupt Snooker führt, steht in ihrem eigenen Wettprogramm und nicht in einer Schweizer Liste. Wer vor dem ersten Einsatz wissen will, was er bekommt, liest dort nach — nicht im Werbetext.
BetAlright — ohne Schweizer Bewilligung
BetAlright führt keine Schweizer Bewilligung. Es gilt dieselbe Rechtslage wie bei den vorangehenden Anbietern: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, ausländische Bewilligung ohne Kraft nach Art. 4 BGS.
BetFury — ohne Schweizer Bewilligung
BetFury hat keine Bewilligung für Schweizer Sportwetten. Eine ausländische Bewilligung wirkt in der Schweiz nicht, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
FortuneJack — ohne Schweizer Bewilligung
FortuneJack führt keine Schweizer Bewilligung und ist damit ausserhalb des bewilligten Systems tätig. Keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste der Gespa.
Bei den acht Plattformen ohne Bewilligung ist die Bewertung zwangsläufig knapp — nicht, weil wenig über sie bekannt wäre, sondern weil über sie nichts zu bewerten ist, was die Schweizer Aufsicht betrifft. Ihre Bewilligung ist nach Art. 4 BGS in der Schweiz ohne Wirkung, und damit fehlt der Anknüpfungspunkt, an dem ein Vergleich mit einem bewilligten Veranstalter ansetzen könnte. Was bleibt, ist ein Vergleich der Plattformen untereinander, und der findet ausserhalb dieser Seite statt, weil er sich auf Schweizer Recht nicht stützen kann.
Dasselbe gilt für die Limiten: Bei Sporttip sind Mindesteinsatz, Höchsteinsatz und Cash-Out-Regeln in den veröffentlichten Bedingungen festgehalten. Bei einer Plattform ohne Bewilligung gibt es keine vergleichbare Schweizer Quelle für solche Angaben; wer sie wissen will, liest die Bedingungen der Plattform selbst — und weiss dabei, dass er sie nicht gegen eine Aufsichtsbehörde durchsetzen kann.
Rechtslage: die Bewilligung, das Gesetz und die geschlossene Liste
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, beaufsichtigt. Nicht von der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Der Reinertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.
Anbieten ohne Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet — deshalb beschreibt diese Seite, sie lädt nicht ein.
Was überhaupt auf dem Wettschein stehen darf
Die zulässige Palette ist eine geschlossene Liste: eine Zusammenstellung der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, geführt von der Gespa. Qualifikationsrunden sind nur enthalten, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden, Ecken- und Kartenmärkte erscheinen nicht, und eine Esport-Abteilung gibt es nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.
Das ist der praktische Kern der Regulierung, und er erklärt, weshalb der Vergleich mit ausländischen Plattformen so ungleich ausfällt. Dort gibt es ein Wettprogramm nach eigenem Gutdünken, hier eine Liste, die vorgibt, was überhaupt angeboten werden darf. Für Snooker bedeutet es: Was zulässig ist, richtet sich nach der aktuellen Fassung dieser Liste und nicht nach einem allgemeinen Grundsatz «Sport ist Sport». Wer eine bestimmte Wettart sucht, prüft zuerst, ob sie auf dieser Liste steht.
Wer zu spät setzt, verliert nicht den Einsatz, sondern den Gewinn: Ein Platzieren nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs zählt mit Quote 1.00. Der Spieleinsatz kommt also zurück, der mögliche Gewinn nicht.
Der Spielerschutz ist gesetzlich verankert, nicht freiwillig. Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind online nicht zugelassen, und es gilt ein Konto pro Person mit verifizierter Identität. Ein Ausschluss überschulderter oder suchtgefährdeter Personen und die Selbstsperre laufen über ein gemeinsames Register. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Eine Spielpause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es nicht.
Die Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Einen gesetzlich festen Einzahlungsdeckel kennt die Schweiz nicht. Wer also annimmt, es gebe hier eine staatliche Deckelung, irrt — die Deckelung entsteht durch die Zahl, die er selbst einträgt.
Häufige Fragen
Wo darf in der Schweiz legal auf Snooker gewettet werden?
Bei Swisslos mit dem Produkt Sporttip und bei Loterie Romande mit Jouez Sport — mehr Veranstalter lässt das Geldspielgesetz nicht zu. Beide brauchen eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS und stehen unter Aufsicht der Gespa. Ein Onlinekonto setzt Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet voraus, in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein bei Sporttip, in den sechs Westschweizer Kantonen bei Jouez Sport.
Steht Snooker auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten?
Zulässig ist nur, was die Zusammenstellung der Gespa aufführt. Diese Liste nennt Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten und wird nachgeführt; Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe erscheinen nur, wenn sie ausdrücklich enthalten sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über Qualifikation oder Podest entscheidet. Ob und in welcher Tiefe Snooker-Märkte aktuell geführt werden, zeigt das jeweilige Wettprogramm des Veranstalters.
Wie stark belastet die Marge Snooker-Quoten, und was kommt beim Gewinn an?
Bei einem Zwei-Weg-Markt mit Quoten von 1.90 auf beide Seiten liegt der Auszahlungsschlüssel bei rund 0,95 und die Marge bei etwa 5 % — das ist ein gerechnetes Beispiel, kein genanntes Angebot. Je spezieller der Markt, desto höher fällt die Marge in der Regel aus. Für eine Einzelwette über CHF 20 auf Quote 1.90 ergibt Einsatz mal Quote einen Gewinnbetrag von CHF 38,00.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Aus CHF 20 auf Quote 1.90 werden damit CHF 38,00; die Rappenrundung fällt immer zugunsten des Veranstalters aus.
Wie werden Livewetten auf einzelne Frames abgerechnet, wenn zu spät gesetzt wird?
Bei Sporttip-Livewetten zählt eine Wette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird. Wer nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs setzt, erhält Quote 1.00: Der Einsatz kommt zurück, der Gewinn entsteht nicht. In spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten, und Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen.
Wie werden Gewinne von Anbietern ohne Schweizer Bewilligung besteuert?
Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis kann sie jedoch als steuerbares Einkommen behandeln, unabhängig von der Höhe — für den Kanton Thurgau ist das belegt. Der Bundesfreibetrag von CHF 1’071’000 ab 1. Januar 2026 gilt für bewilligte Schweizer Grossspiele, kantonale Freibeträge weichen ab. Klärung bietet die kantonale Steuerverwaltung.
Was ein Snooker-Wettschein in der Schweiz kostet
Zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste, ein Vertragsgebiet, das die Schweiz in zwei Hälften teilt — das ist die Bilanz eines Marktes, der nicht auf Wachstum angelegt ist. Wer hier auf Snooker wetten will, findet kein breites Feld, in dem er den günstigsten Preis aussuchen kann. Er findet eine Struktur, die den Schutz garantiert und dafür das Angebot begrenzt.
Der Kostenpunkt, der am leichtesten übersehen wird, ist nicht die Marge. Fünf Prozent auf jeden Markt sind viel über ein Jahr, aber sie sind sichtbar, sobald man sie einmal ausgerechnet hat. Unsichtbarer ist die Begrenzung auf CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette: Wer grössere Beträge setzen will, kommt hier nicht weiter und muss auf ein Stückwerk aus mehreren Wetten ausweichen. Am sichtbarsten ist die Gebietsgrenze. Ein Wettender in Genf kann bei Sporttip kein Konto eröffnen, einer in Zürich nicht bei Jouez Sport, und für keinen von beiden gibt es eine dritte bewilligte Option.
Die acht Plattformen ohne Bewilligung sind keine Antwort auf diese Grenze. Sie liegen ausserhalb des Systems, das in der Schweiz für Auszahlungen, Streitfälle und Sperren zuständig wäre, und die Steuerpraxis mancher Kantone behandelt ihre Gewinne strenger als die der bewilligten Veranstalter. Wer dort spielt, spielt nicht in einem günstigeren Markt, sondern in einem anderen.
Die vernünftige Reihenfolge bleibt deshalb banal und unvermeidlich. Limiten setzen, bevor die erste Wette läuft. Auf einen Markt mit zwei Ausgängen setzen statt auf ein maximales Break. Die Quote vor dem Setzen prüfen und nicht im Moment des Live-Klicks. Und die nüchterne Tatsache im Kopf behalten, dass jeder Preis, den ein Buchmacher anzeigt, bereits bezahlt ist, bevor der Frame beginnt.
Sportarten – quotenvergleichch
Inhalt erstellt vom Team «quotenvergleichch»
