Radsport-Wetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine geschlossene Rennliste – und was das für Quoten bedeutet
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026. Geprüft gegen die Bewilligungen und die Sperrliste der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht).
Wer in der Schweiz auf die Tour de France setzen will, hat eine kurze Auswahl und eine lange Liste von Bedingungen. Das ist keine Nebenbemerkung: Es ist der ganze Rahmen, in dem eine Quote hier überhaupt zustande kommt. Zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten, und sie dürfen es nur auf Rennen, die auf einer behördlichen Liste stehen. Alles andere läuft ohne Bewilligung, ohne hiesigen Rechtsschutz und mit einem steuerlichen Fragezeichen. Eine Quote von 1,90 für einen Etappensieg klingt nach einem Marktpreis. Sie ist das Ergebnis von drei Entscheidungen: welche Rennen zugelassen sind, welche Märkte darauf angeboten werden, und welchen Anteil der Veranstalter einbehält, bevor er auszahlt.
Die folgende Übersicht stellt zuerst dar, was den Spielenden am meisten schützt und am meisten limitiert, dann den Rennkalender, den Vergleich der zehn Plattformen, die Quotenmechanik und zuletzt die Rechtslage. Wer nur wissen will, wo er setzen darf, springt zum Vergleich. Wer verstehen will, was er dort bezahlt, liest alles.
Spielerschutz zuerst: Limiten, Pausen und die Spielsperre kosten Einsatzmöglichkeiten
Es ist ungewöhnlich, einen Anbietervergleich mit dem Werkzeugkasten der Selbstkontrolle zu beginnen. Für Radsportwetten ist es die richtige Reihenfolge. Eine Rundfahrt dauert drei Wochen. Wer bei Swisslos ein Spielerkonto eröffnet, muss vor der ersten Teilnahme festlegen, wie viel er in einem Tag, in sieben Tagen und in dreissig Tagen verlieren darf. Diese Grenzen stehen, bevor die erste Wette platziert ist – nicht danach.

Die Oberlimite für diese Verlustlimiten liegt bei CHF 9’999 über dreissig Tage, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort. Eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer also mitten in einer Tour denkt, jetzt müsse mehr gehen, wird mindestens drei Tage warten – und in dieser Zeit zwei Etappen verpassen. Das ist keine unbequeme Formalie, sondern die einzige Bremse, die ein Anbieter nicht selbst wieder aufmachen kann. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils dreissig Tage setzen, und Swisslos verlangt die Verlustlimiten zwingend; ohne sie gibt es kein Spielerkonto.
Am strengsten greift die Sperre. Bei Swisslos kann der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst gesperrt werden, und vor Ablauf dieser Frist wird nichts aufgehoben. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen. Dieses Register gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperrt, sperrt sich also nicht nur bei einem Anbieter weg, sondern an einer Stelle, die andere Betreiber abfragen. Der BGS erlaubt eine Aufhebung einer freiwilligen Sperre erst nach drei Monaten, mit einer Fachstelle im Verfahren.
Was kostet das den Leser? Zwei Dinge, die man kennen sollte, bevor man einen Rennkalender plant. Erstens: Ein Erhöhungswunsch mitten in der Saison wirkt nicht sofort. Zweitens: Wer eine Verlustlimite tief ansetzt und dann eine Dreiwochenrundfahrt quer durch den Kalender spielt, läuft in eine Grenze, die er sich selbst gesetzt hat, während das Rennen weiterläuft. Das ist der Sinn der Sache. Wer die Limite nachträglich anheben will, kommt bei 72 Stunden heraus, und das Rennen wartet nicht.
Auf der Verkaufsstellenseite sieht die Bilanz unangenehmer aus. Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt: In 200 Fällen wurde an Verkaufsstellen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft – in 47,5 % der Fälle. Wer das Gefühl hat, der Schweizer Weg sei überall streng kontrolliert, sollte diese Zahl kennen. Beim Onlinekonto mit verifizierter Identität stellt sich die Frage anders, weil Einzahlungen nur auf ein Konto laufen, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet.
Warum die Limiten beim Radsport anders wirken als beim Fussball
Ein Fussballspiel ist an einem Abend vorbei. Bei einer Grand Tour verteilen sich Einsätze über Wochen: Etappensiege, Trikotwertungen, Gesamtwertung. Wer nicht in Tageslimits, sondern in Phasen denkt, merkt schnell, dass die Dreissigtage-Oberlimite die relevante Grösse ist. Sie umfasst dann mehrere Etappen, zwei Bergankünfte und den Ruhetag.
Umgekehrt hilft die Spielsperre auf Produktebene genau bei diesem Muster. Eine Sperre von 180 Tagen umfasst eine komplette Saison mit Frühjahrsklassikern, Grand Tours und den Herbstklassikern. Wer merkt, dass er nach jeder Bergetappe nachlegt, kann den Zugang für den Rest des Jahres schliessen und muss sich die Rückkehr nicht selbst erlauben.
Es lohnt sich, die eigene Registrierung durchzugehen, bevor man sie abschickt. Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist der Grund, weshalb die Registrierung nicht in zwei Minuten durchgeht – und der Grund, weshalb die Spielsperre überhaupt greifen kann.
Spielplan der Saison: welche Rennen überhaupt als Wettereignis taugen
Online Radsport wetten heisst, einen Kalender zu lesen, bevor man eine Quote liest. Der Radsport zerfällt in zwei Bauformen, und für Wetten ist der Unterschied wichtiger als der Name des Rennens.
Ein Eintagesrennen ist ein einziger Renntag mit einem Ziel. Das erste überhaupt fand am 8. Dezember 1867 in Paris statt, mit rund 100 Startern über etwa 23 Kilometer in Richtung Versailles. Zu den Frühjahrsklassikern zählen Lüttich–Bastogne–Lüttich, gefahren seit 1892, Paris–Roubaix seit 1896 und Mailand–San Remo seit 1907. Der Reiz dieser Rennen für Wettende liegt in der Klarheit: ein Start, ein Ziel, ein Sieger. Die Unsicherheit steckt im Rennen selbst und nicht in der Frage, ob es zu Ende gefahren wird.
Ein Etappenrennen verteilt dasselbe über Wochen. Das erste war die Tour de France 1903, gestartet am 1. Juli in Montgeron bei Paris; seit 1992 organisiert die Amaury Sport Organisation das Rennen. An der Tour nehmen etwa 21 bis 22 Profimannschaften teil, darunter 18 UCI WorldTeams; seit 2018 bestehen die Teams aus acht Fahrern, bis 2017 waren es neun, und meist stehen zwanzig Etappen nach dem Grand Départ auf dem Programm.
Zu den Grand Tours zählen die Tour de France im Juli, der Giro d’Italia in der Regel im Mai und die Vuelta a España, die seit Mitte der 1990er-Jahre im September gefahren wird. Sie sind die einzigen Strassenrennen, die drei Wochen lang dauern dürfen. Auf der anderen Seite steht die UCI WorldTour, seit 2011 vom Radsport-Weltverband UCI veranstaltet, Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour, mit 36 Rennen in der aktuellen Serie.
Was heisst das für eine Wette? Ein Etappenrennen erzeugt deutlich mehr Einzelmärkte als ein Klassiker, weil jede Etappe ein eigenes Ereignis ist und jede Wertung über drei Wochen hinweg. Die Kehrseite ist, dass der Ausgang einer Gesamtwertung sich nach einem Sturz verschiebt, den niemand vorhersehen kann.
Wertungen, Trikots und was eine Gesamtwertung so schwer macht
Über drei Wochen entstehen mehrere Wettbewerbe in einem Rennen. Das Gelbe Trikot der Tour wurde 1919 von Desgrange eingeführt, das Gepunktete steht für die Bergwertung, das Weisse für die Nachwuchswertung; das Grüne Trikot der Punktewertung gewann Erik Zabel sechsmal. Jedes dieser Trikots ist ein eigener Markt mit eigener Logik. Die Bergwertung folgt anderen Fahrertypen als die Punktewertung, und die Nachwuchswertung ist über das Alter begrenzt.
Wie schnell sich das Bild drehen kann, zeigt die Vuelta 2026. Tadej Pogačar schied nach einem Sturz auf der achten Etappe aus. Gesamtdritter wurde der Österreicher Felix Gall, 2:44 hinter Sieger Enric Mas – der erste Österreicher auf einem Vuelta-Podium überhaupt, nachdem er beim Giro d’Italia 2026 Zweiter geworden war. Vor ihm stand mit Adolf Christian, Dritter bei der Tour de France 1957, nur ein weiterer Österreicher auf dem Podium einer Grand Tour.
Wer auf eine Gesamtwertung setzt, kauft damit ein Risiko, das mit Rennform wenig zu tun hat. Rekordsieger der Tour mit je fünf Gesamtsiegen sind Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar; Pogačar siegte 2020, 2021 und von 2024 bis 2026. Das ist die Liste der Fahrer, die ein Jahrzehnt geprägt haben – und daneben stehen Fahrer, deren Tour in der ersten Woche endet.
Der Radsport selbst reicht weit über die Strasse hinaus. Zum Radsport zählen Strassenradsport, Bahnradsport, Mountainbikesport, Cyclocross und BMX-Rennsport sowie Kunstradfahren, Radball und Radpolo. Für Wetten ist davon nur ein Ausschnitt relevant, und welcher das ist, entscheidet nicht das Angebot des Veranstalters allein, sondern die Liste der Gespa. Wer ein Bahnrennen sucht, wird in der Schweizer Schweiz nicht zwangsläufig fündig.
Vergleich der zehn Plattformen: Bewilligung, Limiten und was jede Auszahlung regelt
Die Reihenfolge hier folgt nicht den versprochenen Gewinnen, sondern der Frage, was beim Auszahlen tatsächlich geregelt ist. Wer eine Wette abschliesst, kauft nicht nur eine Quote. Er kauft ein Regelwerk: Mindesteinsätze, Höchsteinsätze, Auszahlungswege, Steuerfolgen, einen Ort, an dem er sich beschweren kann. Genau dieses Regelwerk sortiert die Liste.
| Plattform | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung als Grossspiel (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa, Sitz Basel | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung als Grossspiel (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| WirWetten | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BC.Game | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BillyBets | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Donbet | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| bet365 | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetOnRed | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| IviBet | ohne Schweizer Bewilligung | Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Die Spalte mit dem Bewilligungsstatus ist die einzige, in der sich die beiden Gruppen wirklich unterscheiden, und sie entscheidet über alles Weitere. Eine Bewilligung nach BGS gilt nur in der Schweiz und bindet den Veranstalter an das Geldspielgesetz, an die Gespa, an das Sperrregister und an die Auszahlung auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers. Ein ausländischer Anbieter steht ausserhalb dieser Kette. Was er als Bewilligung angibt, hat hier keine Wirkung, und seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa und damit auf eine DNS-Sperre bei Schweizer Telekommunikationsanbietern geraten.
Der wirtschaftliche Rahmen der beiden zugelassenen Veranstalter ist ungewöhnlich transparent. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten dabei CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Wer rechnet, merkt: Sportwetten sind innerhalb des Spielangebots der kleinere Posten – und die Sportwetten-Erträge sind gesunken, was selten der Ton ist, in dem über ein wachsendes Geschäft gesprochen wird.
Die Loterie Romande trägt die Westschweiz. Sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Swisslos Sporttip: das Kontingent, das niemand umgehen muss
Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Ein Onlinekonto bekommt nur, wer dort wohnt. Wer in Genf sitzt, kommt bei Swisslos nicht durch die Registrierung – nicht aus Misstrauen, sondern weil die Kantone das Gebiet aufgeteilt haben.
Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für einen Radsportanhänger ist die Obergrenze von CHF 1’000 pro Wette selten das Problem. Sie wird es in dem Moment, in dem jemand glaubt, eine Quote mit einem grossen Einsatz ausgleichen zu müssen.
Bemerkenswert ist der Cash-Out. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der angebotene Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden; anbieten muss Swisslos ihn nicht. Wer eine Dreiwochenwette auf die Gesamtwertung hat und in der zweiten Woche aussteigen will, hat also kein Recht darauf, sondern eine Option, deren Preis der Veranstalter festlegt.
Dazu kommen zwei Detailregeln, die man kennen sollte. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Und Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein Boost, den man aussteigt, ist kein Boost.
Teilnehmen dürfen Personen ab 18 Jahren; unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Fazit zu Sporttip: Die Limiten sind der eigentliche Charakter dieses Angebots. CHF 1 bis CHF 1’000 pro Wette passen zu einem Haushaltsbudget und zu einem Systemspieler, der über mehrere Kombinationen streut, aber nicht zu jemandem, der eine einzige Position gross machen will. Wer das braucht, findet es hier nicht – und wer es findet, hätte es ausserhalb der Bewilligung gesucht.
Loterie Romande Jouez Sport: dieselbe Bewilligung, ein anderes Einzugsgebiet
Jouez Sport ist die Westschweizer Ausgabe derselben Struktur. Die Loterie Romande veranstaltet Sportwetten für Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis, ebenfalls gestützt auf eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS unter Aufsicht der Gespa. Ein Onlinekonto ist auf Personen mit Wohnsitz in diesen sechs Kantonen beschränkt.
Der sichtbarste Unterschied liegt nicht in der Bewilligung, sondern in der Infrastruktur. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschrave und 221 Mitarbeitende. Wer Wetten lieber an einem Schalter abgibt als am Bildschirm, hat dort mehr Orte zur Auswahl als in der Deutschschweiz. Der Preis dafür ist derselbe wie überall an Verkaufsstellen: Bei den Testkäufen der Gespa 2025 wurde in 200 Fällen eine Sportwette in 47,5 % der Fälle an eine minderjährige Person verkauft. Ein Schalter ist keine Alterskontrolle.
Der Mindesteinsatz von CHF 1 und die Obergrenze von CHF 1’000 pro Einzel- und Kombinationswette gelten bei Jouez Sport nicht automatisch. Diese Zahlen gehören zu den Spielregeln von Sporttip.
Fazit zu Jouez Sport: Die Westschweiz bekommt hier ein Vertriebsnetz, das die Deutschschweiz in dieser Dichte nicht hat, und dafür dieselbe eingeschränkte Produktpalette. Wer seine Wetten gern persönlich abgibt und in einem der sechs Kantone wohnt, hat einen echten Vorteil. Wer sowieso online setzt, merkt vom Unterschied wenig.
WirWetten: kein Schweizer Zulassungsverfahren durchlaufen
WirWetten tritt als Sportwettenanbieter auf, hat aber keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz veranstalten; jeder andere Anbieter handelt ohne Bewilligung, und eine Bewilligung aus einem anderen Land hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung.
Konkret heisst das: kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz bei Streitigkeiten, keine Auszahlung nach Schweizer Vorgaben. Eine Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und über DNS gesperrt werden. Die Sperrliste wurde erstmals am 3. September 2019 veröffentlicht und zählte Ende 2025 insgesamt 671 Domains. Gesperrte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt – die Gespa nennt diesen Vorgang Domain-Hopping und führt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele, während bet365 als auf der Liste stehend genannt wird.
Der steuerliche Punkt läuft andersherum, als viele annehmen. Bei Schweizer Grossspielen ist ein Gewinn bis zum Steuerfreibetrag des einzelnen Gewinns steuerfrei; bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, aber die kantonale Steuerpraxis in Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Das ist keine Steuer auf Schweizer Wetten, sondern ihr Gegenteil: eine Unsicherheit über die Erklärungspflicht, die nur nach kantonalem Recht zu klären ist. Hier gehört der Satz hin, der in allen Steuerfragen gilt: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Fazit zu WirWetten: Die einzige Grösse, die hier wirklich trägt, ist die fehlende Bewilligung – und sie ist keine Formalie. Wer dieses Konto nutzt, tauscht Schweizer Schutz gegen nichts, was auf der Seite selbst steht, und trägt die steuerliche Einordnung seines Gewinns allein.
BC.Game: kein Anschluss an das Sperrregister
BC.Game operiert wie alle ausländischen Anbieter dieser Liste ohne Schweizer Bewilligung. Das Organisieren von Sportwetten ohne Bewilligung ist nach Art. 130 BGS strafbar – bis zu drei Jahre oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nach Angaben der Bundesbehörden nicht bestraft. Das ist die relevante Unterscheidung: Das Risiko liegt beim Anbieter, der Zugriff des Spielenden kann in einem Verfahren gegen den Anbieter trotzdem auf Einsätze und Gewinne durchgreifen.
Wer eine Sportwette ausserhalb der Bewilligung platziert, verliert die Kontrolle über die Fair-Play-Aufsicht. Es gibt keine Stelle in der Schweiz, die einen Markt prüft, eine Quotensetzung nachvollzieht oder eine Auszahlung erzwingt. Was bleibt, ist das Hausrecht einer Firma, deren Sitz und Regelwerk man in deren eigenen Bedingungen nachliest.
Fazit zu BC.Game: Ein Anbieter ohne Schweizer Sitz und ohne Registeranschluss kann grosszügige Quoten zeigen, und genau das ist der Köder. Was fehlt, ist die Instanz, an die man sich wendet, wenn die Auszahlung ausbleibt – und die ist keine Option im Menü, sondern ein staatlicher Rahmen.
BillyBets: die Sperrliste als Kalenderrisiko
BillyBets teilt das Schicksal jedes Anbieters ohne Schweizer Bewilligung: Eine Platzierung auf der Sperrliste führt dazu, dass Schweizer Telekommunikationsanbieter die Domain per DNS blockieren. Für den Alltag heisst das nichts anderes als: Der Zugang kann zwischen zwei Browseraufrufen verschwinden.
Wer über eine ganze Saison auf Rennen setzt und dabei einen Anbieter nutzt, dessen Domain auf dieser Liste landen kann, plant mit einem Ausfall, den er nicht terminiert. Guthaben und Wetten liegen dann bei einer Firma, zu der es von der Schweiz aus keinen geordneten Weg mehr gibt.
Fazit zu BillyBets: Der entscheidende Kostenpunkt ist die Bindungsdauer. Eine Einzelwette überlebt eine Domainänderung notfalls, ein auf Wochen angelegtes Spielerkonto mit Guthaben nicht.
Donbet: kein einheitliches Regelwerk über Kantone hinweg
Donbet ist ein weiterer international auftretender Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Der Punkt, der hier mehr kostet als anderswo, ist die Steuer. Bei ausländischen Anbietern besteht keine Verrechnungssteuerpflicht und keine Meldung an die Schweizer Behörden, aber die kantonalen Steuerverwaltungen handhaben die Behandlung solcher Gewinne unterschiedlich – Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen. Die eigene Steuererklärung wird damit zur einzigen Stelle, an der die Richtigkeit des Gewinns geprüft wird.
Fazit zu Donbet: Hier bezahlt der Wettende mit Verwaltungsaufwand statt mit Gebühren. Wer in einem Kanton mit strenger Praxis wohnt, sollte den Gewinn einplanen, bevor er ihn als netto betrachtet.
bet365: auf der Sperrliste geführt
bet365 ist ein bekannter internationaler Anbieter und in der Schweiz ohne Bewilligung tätig. Die Gespa führt bet365 als auf der Sperrliste stehend – also als eine der Adressen, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Die Liste wuchs in den Jahren bis Ende 2025 auf 671 Domains, und gesperrte Adressen werden laut Gespa innerhalb von Stunden ersetzt.
Für Radsportfans ist die Bekanntheit des Namens eine Falle. Ein Anbieter, den man aus Übertragungen kennt, ist kein Anbieter mit Schweizer Bewilligung; die beiden Dinge haben nichts miteinander zu tun.
Fazit zu bet365: Wer über die Sperrliste stolpert, verliert den Zugang, nicht die Wette. Das eigentliche Kostenstück ist die Zeit ohne Zugriff auf ein laufendes Guthaben.
22Bet: kein Schweizer Rechtsschutz bei Streitfällen
22Bet bietet Wetten ohne Schweizer Bewilligung an. Wer dort ein Konto führt, klärt Streitigkeiten nach dem Recht des Anbieters und vor dessen Instanzen. Eine Schweizer Aufsicht gibt es nicht, einen Schweizer Schiedsweg ebenso wenig.
Das ist im Radsport kein theoretischer Punkt. Wenn ein Rennen abgebrochen, eine Etappe verkürzt oder ein Ergebnis nachträglich geändert wird, entscheidet die Auszahlungsregel des Veranstalters, was aus der Wette wird. Diese Regel ist bei einem bewilligten Anbieter an das Gesetz gebunden, bei einem ausländischen an dessen eigene Bedingungen.
Fazit zu 22Bet: Die entscheidende Frage ist nicht die Quote, sondern wer sie auslegt. Bei einem Etappenabbruch ist das die einzige Frage, die zählt.
BetOnRed: Abgrenzung zum Schweizer Spielerschutz
Bei BetOnRed gibt es keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister. Eine Spielsperre, die ein Wettender bei Swisslos oder der Loterie Romande hinterlegt, ist in einem schweizweiten Register erfasst und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und für Liechtenstein. Ein ausländischer Anbieter fragt dieses Register nicht ab.
Wer die Selbstsperre bewusst als Werkzeug nutzt, verliert damit die Wirkung, sobald er auf einer ausländischen Seite setzt. Das ist der teuerste unsichtbare Posten in dieser Liste, weil er nicht auf einer Rechnung erscheint.
Fazit zu BetOnRed: Ein Konto hier macht die eigene Spielsperre faktisch ungültig. Wer sie je genutzt hat, kennt den Grund, warum das zählt.
IviBet: Auszahlung ausserhalb des Schweizer Rahmens
IviBet gehört zur Gruppe der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Bei bewilligten Schweizer Grossspielen werden Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt; anonyme Auszahlungen gibt es nicht, und Kredit an Spielende ist untersagt. Ein Anbieter ausserhalb der Bewilligung kennt diese Schranke nur, wenn er sie selbst einbaut.
Für Wettende heisst das: Der wichtigste Auszahlungsweg ist derjenige, den man vor der Einzahlung prüft. Wer bei einem nicht bewilligten Anbieter gewinnt, hat keine Schweizer Instanz, die die Auszahlung an ein Konto im eigenen Namen erzwingt.
Fazit zu IviBet: Der Auszahlungsweg ist das Kriterium, nicht das Wettprogramm. Wer die Bedingungen nicht vor der Einzahlung liest, liest sie später unter Zeitdruck.
Wie Radsportquoten und ihre Marge entstehen
Wer die Quote 1,90 als Preis liest, liest die Hälfte der Information. Die andere Hälfte steckt im Abstand zwischen den beiden Quoten eines Marktes.
Ein einfaches Beispiel, das keine Preisangabe eines Anbieters ist: Angenommen, ein Sieg-für-A-Fall und der Gegenfall stehen beide bei Quote 1,90. Dann ist der Quotenschlüssel dieses Marktes 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Einzelquoten. Bei zwei Quoten von je 1,90 ergibt das 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also einen Auszahlungsanteil von etwa 0,90 und damit eine Marge von rund 10 %. Der Veranstalter behält in diesem Beispiel ungefähr einen Franken von je zehn gesetzten Franken – nicht als Gebühr, sondern als Abstand, der in die zwei Quoten eingebaut ist. Wo beide Seiten um 1,95 stehen, liegt derselbe Rechenweg bei rund 5 %; ab etwa 1,97 werden die Prozente einstellig im engeren Sinn. Die Bandbreite liegt also je nach Markt und nach Zahl der Ausgänge etwa zwischen 5 % und 10 %; dünn besetzte Radsportmärkte mit wenigen Anbietern und vielen Ausgängen sind die, bei denen der Abstand nach oben ausschlägt. Welche konkrete Marge an einem Renntag auf einen Markt angewandt wird, steht nirgends als Zahl auf dem Wettschein – sie lässt sich nur aus den Quoten des Marktes ausrechnen, und das ist der einzige verlässliche Weg.
Im Radsport ist dieses Rechnen wichtiger als im Fussball. Ein Etappensieg hat mehr mögliche Ausgänge. Wenn zwanzig Teams mit acht Fahrern antreten, gibt es rein theoretisch sehr viele mögliche Sieger, aber nur eine Handvoll realistischer. Ein Markt mit vielen möglichen Namen und wenigen echten Chancen ist der Ort, an dem ein Abstand am schwersten zu erkennen ist. Bei einem Zweiwegemarkt sieht man beide Quoten nebeneinander und kann die Marge in zwei Rechenschritten bestimmen. Bei einem Siegermarkt mit fünfzehn Namen sieht man eine lange Liste und schätzt die Marge nur nach Gefühl.
Für eine Kombinationswette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Teile zu einem Gesamtpreis. Wer für mehrere Rennen an einem Sonntagnachmittag je einen Favoriten kombiniert, baut trotzdem einen Abstand ein: In jeder einzelnen Kombinationsstufe steckt eine Marge, und diese Abstände summieren sich. Eine Kombination aus drei Märkten mit je rund 5 % Abstand trägt den Abstand nicht dreimal, sondern verengt den Erwartungswert bereits deutlich.
Und dann ist da das Geld zurück. Der mögliche Gewinn einer Wette ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn ist Einsatz mal (Quote minus 1). Eine Quote von 1,90 auf einen Etappensieg sagt nichts darüber, wie wahrscheinlich dieser Sieg ist. Sie sagt, was die Wette im Erfolgsfall auszahlt, und sie enthält den Abstand, mit dem der Veranstalter arbeitet. Wer eine Quote und die Marge ihres Marktes nebeneinanderlegt, hält alle Zahlen, die der Wettschein hergibt – und keine darüber hinaus.
Nach Steuern ist der Schweizer Fall für die meisten Wettenden ohnehin harmlos. Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag des einzelnen Gewinns einkommenssteuerfrei; ab dem Schwellenwert werden 35 % Verrechnungssteuer von der Veranstalterin einbehalten und mit der Steuererklärung zurückgefordert. Der Bundes-Schwellenwert liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, 2025 lag er bei CHF 1’070’400, und der kantonale Schwellenwert weicht davon ab, weshalb hier «je nach Kanton» die einzig richtige Angabe ist. Eine Wette auf einen Etappensieg bleibt weit darunter – dieser Fall betrifft praktisch keinen Leser, und trotzdem ist er der einzige, in dem die Steuer überhaupt ins Spiel kommt.
Rechtslage: Bewilligung, geschlossene Rennliste und was Auslandsseiten fehlen
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und stehen unter der Aufsicht der Gespa in Bern. Nicht die ESBK beaufsichtigt sie – diese ist für Casinos zuständig. Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, weshalb es Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport gibt und sonst niemanden. Es existiert keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains. Der Reingewinn fliesst in gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.

Was überhaupt gewettet werden darf, ist eine geschlossene Liste: Nur Sportwetten sind erlaubt, Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht. Massgeblich ist die Liste der Gespa der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Fassung vom 09.09.2026. Qualifikationsrunden fallen nur darunter, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet – Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich; dazu ist nur festzuhalten, dass Esport nicht in der Gespa-Liste erscheint. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Wetten auf Radrennen sind damit nicht automatisch möglich, sondern nur, soweit das jeweilige Rennen und die jeweilige Wettart auf dieser Liste stehen. Wer prüfen will, bevor er setzt, nimmt die aktuelle Fassung der Gespa-Liste und sucht dort nach Radsport und nach dem konkreten Rennen. Wer eine Etappen- oder Trikotwette plant, prüft nicht nur, ob das Rennen gelistet ist, sondern ob die Wertung als Wettart geführt wird. Das ist der Punkt, an dem die Rechtslage direkte Kosten produziert: Ein noch so sicher geglaubter Markt existiert nicht, wenn er nicht auf der Liste steht – und es gibt keine Beschwerde, die ihn herstellt.
Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Rennen und während des Rennens, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das Gesetz schränkt sie nicht auf bestimmte Live-Märkte ein. Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt und bleibt eine Funktion des jeweiligen Veranstalters: Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, ohne Garantie für jeden Markt, und der Betrag liegt unter dem möglichen nicht vorzeitigen Wettgewinn. Wer das aus einer ausländischen Seite kennt, sollte nicht annehmen, dass es in jedem Schweizer Angebot gleich aussieht.
Der Schutz der Spielenden hat einen klaren Aufbau. Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind online nicht zugelassen. Es gilt ein Konto pro Person mit verifizierter Identität. Die Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat: Die Veranstalterin muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz nach 24 Stunden – Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine gesetzliche feste Einzahlungsobergrenze kennt die Schweiz nicht. Die Spielsperre erfasst überschuldete und suchtkranke Personen und die Selbstsperre, erfasst in einem gemeinsamen Register der gesperrten Personen; eine Aufhebung ist erst nach drei Monaten möglich und mit einer Fachstelle verbunden. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Bei den Zahlungen ist der Rahmen eng. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettbetrieb nicht, und Kredit an Spielende ist untersagt. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht in dessen Bedingungen. Einen Schweizer Sperrmechanismus gegen Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten gibt es nicht; wer behauptet, Banken oder Kartensysteme blockierten solche Zahlungen, behauptet etwas, das es nicht gibt.
Werbung ist geregelt: Sie darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht erlaubtes Geldspiel ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa – 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Beträge und Bedingungen von Boni stehen ausschliesslich in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Ein Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten besteht nicht.
Und schliesslich die Auslandsseiten. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar – bis zu drei Jahre oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht weder Schutz noch eine Fair-Play-Kontrolle. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren: erstmals am 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025, und gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt.
Was fehlt auf einer Auslandsseite konkret? Der Anschluss an das Schweizer Sperrregister. Ein Schweizer Schiedsweg. Die Pflicht, nur auf ein Konto im eigenen Namen auszuzahlen. Eine Aufsicht, die einen Markt prüft. Eine Bewilligung, die nur in der Schweiz gilt und genau dort bindet. Was fehlt auf der Schweizer Seite? Die Auswahl. Zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, ein Wohnsitzerfordernis und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist die sichere Wahl von selbst: Die eine beschränkt, die andere schützt nicht.
Was wetten auf Rennen am Ende kostet: die Rechnung hinter der Quote
Es gibt eine Zahl, die auf dieser Seite nie steht und die trotzdem jede Wette mitbestimmt: der Anteil, den der Veranstalter von allen Einsätzen eines Marktes behält. Wer 1,90 auf einen Etappensieg sieht, sieht keine Information darüber, ob diese Quote grosszügig oder knapp gesetzt ist.
Ein Vergleich zweier Märkte an einem einzigen Beispiel, das keine Preisangabe eines Anbieters ist, macht den Unterschied sichtbar. Stehen in einem Zweiwegemarkt beide Seiten bei 1,90, ergibt der Quotenschlüssel 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) einen Wert von rund 0,90, also eine Marge von etwa 10 %. Stehen beide Seiten bei 1,95, ergibt derselbe Rechenweg einen Quotenschlüssel von rund 0,95 und eine Marge von etwa 5 %. Die Spanne zwischen einem gut gesetzten und einem schlecht gesetzten Markt liegt in diesem Beispiel bei rund fünf Prozentpunkten – auf einen Einsatz von CHF 1’000 also rund CHF 50, die nie ausgezahlt werden, und das über alle Wetten dieses Marktes hinweg, nicht pro Gewinn.
Diese Spanne ist die eigentliche Information des Wettscheins, und sie erklärt, warum die Wahl des Marktes mehr ausmacht als die Wahl der Tagesform. Ein Wettender, der einen Favoriten in einem engen Markt mit rund 5 % Abstand spielt, arbeitet mit einem besseren Werkzeug als einer, der denselben Favoriten in einem dünnen Nischenmarkt mit rund 10 % Abstand spielt – bei völlig identischer Einschätzung des Rennens. Und weil bei Radsportwetten viele Märkte wenige Ausgänge mit vielen möglichen Namen kombinieren, ist der dünne Markt genau der, in dem die Quoten am wenigsten überprüfbar sind.
Für Kombinationswetten verschärft sich das. Die Quoten der Teile multiplizieren sich zu einem Gesamtpreis, aber die Abstände verschwinden dabei nicht. Drei Kombinationsstufen mit je rund 5 % Abstand ergeben nicht 15 % – aber der Erwartungswert einer Kombination sinkt gegenüber einer Einzelwette deutlich, weil jede Stufe ihren eigenen Abstand trägt. Wer eine Kombination spielt, um eine niedrige Quote aufzuwerten, zahlt dafür mit einem grösseren Teil des Einsatzes, der im Markt bleibt.
Die Gegenrechnung: Was ein Gewinn überhaupt zurückbringt. Einsatz mal Quote ist die Auszahlung im Erfolgsfall, Einsatz mal (Quote minus 1) der Nettogewinn. Bei einem Einsatz von CHF 100 und einer Quote von 1,90 sind das CHF 190 zurück und CHF 90 netto. Bei einer Kombination aus drei solchen Quoten liegt der Gesamtpreis bei 1,90 × 1,90 × 1,90, also rund 6,86, und aus CHF 100 werden im Erfolgsfall rund CHF 686. Das ist eine Rechnung über das, was eine Wette im Erfolgsfall auszahlt – keine Aussage darüber, wie oft dieser Fall eintritt. Drei Favoriten gleichzeitig zu treffen ist etwas anderes als einen zu treffen, und die Quote sagt darüber nichts.
Bleibt die Steuer, und bleibt sie klein. Bei bewilligten Schweizer Grossspielen ist ein Gewinn bis zum Steuerfreibetrag des einzelnen Gewinns steuerfrei. Der Bundes-Schwellenwert liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, 2025 bei CHF 1’070’400; darüber werden 35 % Verrechnungssteuer einbehalten und mit der Steuererklärung zurückgeholt. Der kantonale Schwellenwert weicht ab: je nach Kanton. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht – wer sie in einer Rechnung findet, hat sie nicht in Schweizer Recht gefunden. Wer im Ausland setzt, zahlt keine Verrechnungssteuer, muss den Gewinn aber unter Umständen als Einkommen versteuern; in Thurgau gilt für Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe die vollständige Steuerbarkeit. Für alles Weitere gilt der Rat, der bei Steuern immer gilt: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Häufige Fragen zu Radsportwetten in der Schweiz
Darf in der Schweiz überhaupt auf Radrennen wie die Tour de France gewettet werden?
Ja, aber nur bei einem Veranstalter mit Schweizer Bewilligung und nur für Rennen, die auf der Liste der Gespa stehen. Das Gesetz lässt ausschliesslich Sportwetten zu, weshalb Radsport grundsätzlich erfasst ist. Ob ein konkretes Rennen oder eine bestimmte Wertung darunter fällt, ergibt erst die aktuelle Fassung dieser Liste.
Wie lässt sich prüfen, ob Radsport und Etappen- oder Trikotwetten in der Gespa-Liste stehen?
Massgeblich ist die aktuelle Fassung der von der Gespa veröffentlichten Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Dort sind Radrennen, aber auch die zulässigen Wettarten aufgeführt; Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe zählen nur dazu, wenn sie dort ausdrücklich genannt sind. Märkte wie Ecken- oder Kartenwetten sind dort nicht aufgeführt.
Worin unterscheiden sich Wetten auf den Gesamtsieger und auf einen Etappensieg?
Eine Etappenwette entscheidet an einem Tag, eine Gesamtwertungswette erst nach drei Wochen. Das Gelbe, das Gepunktete, das Grüne und das Weisse Trikot sind je eigene Märkte, und alle werden von Stürzen mitbestimmt – Pogačar schied bei der Vuelta 2026 nach einem Sturz auf der achten Etappe aus. Etappenmärkte sind zahlreicher, Gesamtwertungsmärkte langlebiger.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?
Der mögliche Rückfluss ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn Einsatz mal (Quote minus 1). Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter behält; sie folgt aus 1 minus dem Quotenschlüssel des Marktes, also 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ). Bei zwei Quoten von je 1,90 liegt dieser Anteil bei rund 10 %, bei je 1,95 bei rund 5 %.
Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den bewilligten Veranstaltern?
Vor der ersten Teilnahme setzt der Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Der Zugang lässt sich für 1 bis 180 Tage sperren; eine unbefristete Sperre steht in einem schweizweiten Register, das auch für Casinos und Liechtenstein gilt.
Was fehlt Wettenden bei Auslandsseiten ohne Schweizer Bewilligung an Schutz?
Der Anschluss an das Schweizer Sperrregister, ein Schweizer Schiedsweg, die Pflicht zur Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen und eine Aufsicht, die Märkte prüft. Eine Bewilligung aus einem anderen Land hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und die Domain kann auf der Sperrliste landen.
Sportarten – quotenvergleichch
Inhalt erstellt vom Team «quotenvergleichch»
