Sportwetten-Tipps heute: Wo der Wert liegt und was er kostet
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Tipps, die vor acht Uhr morgens in einer Timeline auftauchen, kosten in der Regel nichts. Genau das ist ihr Problem. Was nichts kostet, hat niemand geprüft, und die Rechnung, die darüber entscheidet, ob eine Wette überhaupt Sinn macht, ist fast nie Teil der Nachricht. Diese Seite zieht die Zahlen vor, die den Tipp umgeben: die Quote, die Marge, die Limiten, die Sperre, die Steuer. Wer das einmal durchgerechnet hat, sieht jede Prognose anders.
Stand: Oktober 29, 2026. Für Angaben zu Bewilligungen, Limiten und Zahlungen wurden die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos, das Reglement von Jouez Sport, die Publikationen der Gespa sowie die Publikationen von Swisslos und der Loterie Romande zu ihrem eigenen Betrieb herangezogen.
Verlustlimiten vor der ersten Wette: was die eigene Obergrenze wirklich kostet
Die unangenehmste Zahl auf dieser Seite steht nicht in einer Quotenzeile, sondern im Konto. Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen — die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Das ist kein Formular, das man wegklickt. Wer dort eine Zahl einträgt, hat gerade festgelegt, wie viel ein schlechter Monat kosten darf.
Senken sofort, erhöhen nach drei Tagen
Die Richtung der Bewegung entscheidet über die Frist. Eine Senkung gilt sofort; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Das ist die einzige Bremse im Schweizer System, die automatisch wirkt, wenn ein Abend schiefgelaufen ist: einen Betrag tiefer setzen und die Sperrfrist läuft nicht, weil es nichts zu sperren gibt. Andersherum sitzt man drei Tage lang mit der eigenen Disziplin allein in einem Raum, in dem die Buchmacherfirma den ganzen Tag offen hat.
Der Unterschied zwischen gesetzlichem Rahmen und gelebter Regel lohnt ein zweites Hinsehen. Die Verordnung verlangt für eine Erhöhung 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bestimmungen 72 Stunden an. Dreimal so lang — und für die Spielenden ist das die Variante, die zählt. Eine Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage lässt sich ergänzend setzen, sie ist freiwillig. Wer sie nutzt, hat zwei unabhängige Decken im Konto statt einer.
Die Spielsperre: die Frist ist die eigentliche Information
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird dagegen in einem schweizweiten Register eingetragen — sie gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und für das Fürstentum Liechtenstein. Die freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss ohnehin angeboten werden.
Wer befristet sperrt, kennt das Ende des eigenen Projekts. Wer unbefristet sperrt, tauscht Bewegungsfreiheit gegen Ruhe — und bezahlt dafür mit dem Zugang zu einem Haus, in dem er ein Problem hat. Die drei Monate sind keine Schikane, sondern der Teil, der wirkt.
Es gibt einen Grund, warum Kontrolle in der Schweiz so früh ansetzt: Die Aufsicht hat 2025 bei 200 Testkäufen an Verkaufsstellen in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Ein Schutznetz, das die Hälfte der Stichproben durchlässt, ist kein Schutznetz, sondern eine Absichtserklärung. Umso mehr Gewicht liegt auf dem, was im Konto automatisch greift, und auf der Person, die es einstellt.
Ein Punkt, der oft falsch herum erzählt wird: Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat. Die Veranstalterin muss Höchstwerte für Tag, Woche oder Monat verlangen, und in der Schweiz existiert keine gesetzlich fixierte Einzahlungsdecke. Es gibt also keine Zahl, die einem abgenommen wird.
Ausgeschlossene und Minderjährige haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer gesperrt ist und trotzdem spielt, verliert nicht nur die Wette.
Wer eine Verlustlimite als Rechnung liest, trifft die Entscheidung besser: Wer mit CHF 200 Einsatz plus 100 Rappen Abgabe pro Wettschein-Nacht gut lebt, setzt keine 9’999. Berufungen auf eine «sichere Prognose» haben neben einer so eingestellten Limite keinen Platz mehr.
Wie eine Prognose entsteht — und was sie am Ende doch nicht sicher macht
Eine Prognose stützt sich auf Statistik, Formkurve, Verletzungslage und Quoten. Das sind vier Datenquellen mit sehr unterschiedlicher Qualität, und das ist keine Randnotiz, sondern die Erklärung, warum zwei ernsthafte Leute auf dasselbe Spiel kommen und zu verschiedenen Schlüssen.
Vier Datenquellen, drei davon schwächer, als sie aussehen
Statistik ist rückwärtsgewandt. Sie sagt, was in vergleichbaren Konstellationen passiert ist, und jede Mannschaft hat sich seither verändert. Die Formkurve ist die kürzeste dieser Reihen, sie misst fünf Spiele und nennt es Charakter. Die Verletzungslage ist die einzige Angabe, die zum Zeitpunkt des Tipps wirklich neu ist — und sie ist oft schon im Preis, bevor der Tipp geschrieben wird. Die Quoten schliesslich sind keine Prognose, sondern ein Preis und im Idealfall der Punkt, an dem die eigenen vier Zeilen zu einem Wert werden oder verpuffen.
Niemand kann aus diesen vier Quellen einen sicheren Ausgang machen — kein Model, kein Experte, kein Titel auf einer Webseite. Der ehrlichste Satz über Sportwetten steht in jedem Regelwerk: Die Wette gilt, wie sie ausgeht. Die Analyse erklärt den Preis; sie beherrscht das Spiel nicht.
Value Bet: wo der Wert liegt und wann er kippt
Der Wert einer Wette entsteht, wenn die Quote über der eigenen Einschätzung liegt — wenn sich der Einsatz über eine lange Reihe ähnlicher Wetten rechnet, nicht, wenn er an diesem Abend aufgeht. Das ist der ganze Unterschied zur Bauchwette. Das Bauchgefühl ist nicht die schwächere Version einer Value Bet, sondern eine Aussage über ein einzelnes Spiel. Value ist eine Aussage über einen Preis, über viele Fälle und damit über eine Zahl, die man auf dem Papier sieht.
Genau hier sitzt die Marge, und sie sitzt nicht im Weg. Die Quoten eines Marktes zahlen zusammen weniger aus, als die Wahrscheinlichkeiten wert sind, und die Differenz ist der Anteil des Veranstalters. Deshalb ist keine Quote ein Schätzwert für den fairen Ausgang eines Spiels: Sie ist der Ausgangminus die Kosten der Buchmacherfirma. Ein Rand, eine Achtelspanne, ein «Lock»: Allesamt Marketing — die Wette mit dem ausgeschlossenen Risiko gibt es nicht, und ein Rand mit einem Buchstaben ist keine kleinere Wette.
Das Bezugsobjekt der Kosten: die Rechnung
Der Wert eines Tipps gehört immer einem Markt, nicht einem Tippgeber. Deshalb lohnt eine Beispielrechnung.
Dieser Vergleich gilt, unabhängig davon, was tatsächlich gespielt wird. Er gilt immer, und er ist die eine Zahl, die auf jeder Quote steht. Die folgende Rechnung zeigt, was der Anbieter von jedem Franken behält, wenn zwei Ausgänge beide mit 1.90 ausbezahlt werden — ausdrücklich ein Rechenbeispiel, kein Zitat aus irgendeinem Wettprogramm. Der Anteil, der an die Wettenden zurückfliesst, folgt aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte beider Quoten — aus 1.90 und 1.90 also 0.9526, das sind 95.26 %. Die Marge ist der Rest bis 100 %, also 4.74 %. Wer sich an die Stelle des Wettenden setzt, merkt schnell: 0.50 Franken Verlust aus dieser Marge zu erzeugen, braucht bei einem Einsatz von CHF 10 einen Umsatz, der einer halben Million sorgfältig ausgewählter Wetten entspricht — diese Marge ist ein Band, kein Einzelposten.
Entscheidend ist die Bedingung des Bandes: Der Wert kippt mit der Schiefe des Marktes. Je stärker die Favoritin bevorzugt wird, desto höher fällt der Anteil für den Veranstalter aus. Dort, wo die Marge über dieser 4.74-Prozent-Grenze liegt, wird die am stärksten gesetzte Seite am teuersten. Wer die Marge einmal so rechnet, bleibt nicht mehr an der Quote hängen, sondern an der Summe der Kehrwerte — und liest deshalb jedes «Top»-Versprechen mit einem Vorbehalt.
Das grösste Risiko bringt dieses Band ins Spiel: Wer aus einem Randsystem mit 2 % Marge mit einem Vermögensaufbau über zwei Jahre plant, verliert auch bei saubereren Prognosen gegen die normale Streuung.
Bankroll-Disziplin: was eine Serie wirklich kostet
Ein Konto, das in Prozessen verschwindet, verschwindet nicht in einem schlechten Spiel. Es verschwindet in einer Serie, in der die Einsätze gross genug waren, um die nächste Wette als Rettungsversuch erscheinen zu lassen.
Für den eigenen Einsatz gilt die Regel, die vor jeder Einzelwette steht: Der Betrag ist Verlust, nicht geplante Einnahme — verloren, wenn die Prognose nicht eintrifft. Genau das steht im Widerspruch zum Rest der Nachrichtenlage, in der Tipps wie Anlage-Erträge klingen und die Ferienplanung mitverdienen soll.
Die Limiten und die Bankroll-Disziplin stellen dieselbe Frage von verschiedenen Seiten, nur mit anderem Zeitbezug: Die eine sagt, wie tief ein Tag werden darf, die andere, wie tief er werden kann. Wer beides nicht vor dem ersten Schein beantwortet, wird die Antwort später im Konto finden. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Wer die Limiten kennt, erkennt, wann es Zeit ist. Wer sie nicht kennt, erfährt es später.
Es gibt eine praktische Reihenfolge, die den Aufwand in Grenzen hält: zuerst die Zahlen — Statistik, Form, Verletzungen —, dann die Quote, und erst wenn die Quote über der eigenen Einschätzung liegt, wird der Schein gefüllt. Wer mit dem Wettschein anfängt und die Statistik sucht, um ihn zu bestätigen, betreibt keine Analyse, sondern eine Rückwärtskonstruktion — und die findet zu einem Einsatz immer einen Grund.
Das geht weiter, als es klingt. Jede Variable, die beim Tippen noch ungeklärt ist, ist bereits eine Position. Genau deshalb ist die Reihenfolge keine Stilfrage, sondern die einzige verbleibende Chance auf eine Wette, die überhaupt eine Grundlage hatte.
Zum Schluss der unangenehme Teil: Wer nach drei verlorenen Wetten den vierten Einsatz verdoppelt, hat nicht das System repariert, sondern die Wette vergrössert. Die klassische Idee, mit einer doppelten Serie das Minus zurückzuholen, funktioniert nur, solange der Verlust nicht so tief ist, dass der doppelte Einsatz nicht mehr in die Limite passt. Die Limite ist erreicht, nach einer Wette, nicht nach zehn Runden. Wer eine Variante beim Anbieter braucht, braucht keine Variable: genau das.
Bei Swisslos kann die Veranstalterin die Höchst- und Mindesteinsätze jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Preis-Klarheit des Systems ist also nicht in Stein, sie ist eine Zusage mit Vorbehalt. Wer plant, plant in Slots, nicht in Positionen — genau so, wie es die Limiten verlangen.
Grundlagen, die jede Tagesprognose erst lesbar machen
Bevor eine Quote bewertet wird, steht die Frage, was auf dem Wettschein überhaupt hingelegt wird. Die Antwort ist kürzer, als die Werbung vermuten lässt, und sie entscheidet über das, was am Ende auf dem Konto landet.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Zwei Rundungen in einer Richtung sind ein Stillhalteabkommen: Der Betrag, der ausbezahlt wird, ist nicht der, den der Taschenrechner zeigt. Bei einem Betrag von einigen Franken ist das eine Randnotiz. Bei einer Serie von fünfzig Wetten ist es eine Position.
Das wirft die Frage nach der Reihenfolge auf: Wer zuerst die mögliche Auszahlung addiert und daraus seinen Einsatz ableitet, hat den Frankenbetrag der Rundung schon eingerechnet, ohne es zu wissen. Wer die Rundung von Anfang an im Kopf hat, plant tiefer und wird seltener von einem schönen zweiten Nachkommastellen-Wert überrascht.
Und es beschreibt, was ein Wettkonto von einem Depot unterscheidet. Auf einem Depot wird der Wert im Moment gespeichert; auf einem Sporttip-Konto entsteht er erst mit der Auswertung eines Ereignisses und nach zwei Rundungen. Das ist keine Kleinigkeit, sondern der Grund, warum ein Sporttip-Konto niemals eine Sparform ist. Diese Rundung nimmt dem Glück ein paar Rappen, also nimmt sie grundsätzlich etwas von einem, solange man nicht gerade verliert.
Was nach der 90. Minute passiert
Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer — im Fussball etwa 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer eine Wette auf den Sieger nach 90 Minuten meint, kann auf eine Verlängerung warten, die nicht im Preis ist.
Die Ausnahmen aus dem Wettprogramm lesen, bevor der Schein steht: Ein Fehler hier ist nicht später zu reparieren. Das gilt besonders, wenn in einer K.-o.-Runde ein Nachspiel ohne Entscheid endet. Der Tipp sah richtig aus, die Wette ist vorbei.
Abgesagt, verschoben, ausgefallen
Wird ein Wettbewerb abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt — oder im Rahmen eines Turniers —, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Das ist die günstigste Ausnahme des Regelwerks. Eine Kombi aus drei Wetten übersteht so einen Ausfall, statt daran zu zerbrechen, und die restlichen Legs laufen weiter. Wer regelmässig Kombinationen spielt, sollte die 48 Stunden kennen, weil sie den Unterschied zwischen einem Totalverlust und einem um eine Quote erleichterten, aber lebenden Schein ausmacht.
In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Live setzen heisst also, einen Mechanismus im Rücken zu wissen, der eine Wette annullieren kann, während sie läuft.
Livewetten und der Preis der Schnelligkeit
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Entscheidend ist die Sekunde des Eintreffens: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Die Beweislast liegt am Ende beim Zeitstempel und nicht bei der eigenen Erinnerung. Ein Tor, das man nicht gesehen hat, ist kein Argument gegen einen verlorenen Live-Tipp.
Wer live wettet, bezahlt diesen Preis doppelt: einmal in der Marge und einmal in der Geschwindigkeit, mit der eine Quote zwischen dem Klick und der Bestätigung verschwindet. Live ist die teuerste Umgebung im ganzen Angebot. Wer es trotzdem mag, sollte klein bleiben — die Fehler kommen schneller, als die Analyse fertig wird.
Der eigene Preis der Live-Umgebung ist die Aufmerksamkeit. Eine Live-Wette bindet zwei Stunden Bildschirm, in denen kein anderer Markt geprüft und keine Wette nachgerechnet wird. Bei einem Budget von CHF 20 pro Abend mag das ein guter Tausch sein. Bei einem Grundbudget ist es eine Verdoppelung des Einsatzes, die niemand als Einsatz verbucht hat.
Cash-Out: warum die Ausstiegstür teurer ist als sie aussieht
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Die Ausstiegstür ist eine Tür, keine Schranke: Man geht ganz durch oder gar nicht.
Der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Das ist keine Verschwörung, sondern Handelslogik. Die Buchmacherfirma kauft eine offene Position zurück und lässt sich das bezahlen. Wer häufig aussteigt, summiert viele kleine, freiwillige Abschläge auf einer Wette, die ohnehin zu den Günstigeren gehört. Wer früh aussteigt, weil ihm ein Halbzeitstand nicht gefällt, zahlt für die Sicherheit, die er zurückkauft, mit Rendite. Genau so ausgedrückt: Wer Cash-Out als Sicherheitsnetz liest, hat den Preis an der falschen Stelle verortet.
Die Rangliste: zehn Anbieter nach Bewilligung, Quoten und Limiten
Ein Ranking über Tipps wäre eine Rangliste über Meinungen; genau das soll hier nicht stehen. Diese Ordnung misst stattdessen, was ein Konto kostet, wenn man es wirklich führt — Zulassung, Regelwerk, Auszahlung, Limiten. Wer heute einen Tipp sucht, findet hier die Bedingungen, unter denen er sich abspielt.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja — Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja — Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne |
| Betovo | Keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Bewilligung nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| ZotaBet | Keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Bewilligung nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Rabona | Keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Bewilligung nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| myBet | Keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Bewilligung nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| 1Bet | Keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Bewilligung nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Gamdom | Keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Bewilligung nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Betclic | Keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Bewilligung nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
| bet-at-home | Keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Bewilligung nicht etabliert; in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS) |
Zwei Spalten dieser Liste sagen fast alles, und die entscheidende steht in der zweiten Zeile jeder Zelle: Die ersten zwei Häuser haben eine Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel, die anderen acht haben keine. Damit ist noch nichts über Qualität gesagt, aber alles über den Rechtsrahmen, in dem ein Konto läuft.
Was das Kostenband bei Swisslos und Jouez Sport bedeutet
Die Marge im Rechenbeispiel liefert die Grössenordnung, auf die sich jeder Anbietervergleich beziehen muss. In der Schweiz sind die Quoten einander ähnlicher als es die Werbung glauben lässt; was ein Haus anbietet, das bei einem 1.90/1.90-Markt unter 4.74 % Marge liegt, holt sich diesen günstigeren Quotenschlüssel über das Volumen zurück, nicht über die Grosszügigkeit.
Bei den Schweizer Veranstaltern kommen Bedingungen dazu, die kein ausländisches Haus kennt. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese Bandbreite ist der eigentliche Vergleich: Wer hohe Quoten liebt, ist hier am Rand des Erlaubten unterwegs, und die eine Million ist eine Decke über dem Multiples, nicht über der Wettschein-Grösse.
Bei Sporttip beginnt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz liegt bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Zahl ist die ehrlichste Angabe auf der ganzen Seite: Sie nennt die Obergrenze dessen, was ein einzelner Schein kosten kann.
Wer wissen will, wie tief ein Konto nicht werden soll, findet die Antwort nicht hier, sondern in den Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, von denen unter «Verlustlimiten vor der ersten Wette» die Rede war. Wer die Grenze unterschätzt, merkt es daran, dass der Computer die Wette über der Schwelle einfach nicht annimmt.
Die Systemwetten-Grenze von CHF 10’000 ist übrigens kein Freibrief, sondern eine Falle mit freundlichem Gesicht: Eine Systemwette mit vielen Legs wird teuer, bevor sie gewinnt, weil jede Kombination innerhalb des Systems einen eigenen Einsatz trägt. Wer mit einem kleinen Budget plant, lässt die Systemwette liegen.
Sporttip und Jouez Sport: wo sie stark sind und wo der Preis sitzt
Swisslos Sporttip: das Haus mit den vollständigen Regeln und dem engsten Spielraum
Swisslos — die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel — veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020), und die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online — Prematch, Live und Systemwetten — und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Das ist ein echter Anreiz, und er verlangt eine bestimmte Art von Wettschein als Eintritt. Vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 sind kein Tagesprojekt.
Dieselbe Tür hat eine Sicherung: Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettbewerbe derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Ein Sieg, der auf einer formal ungültigen Kombination steht, ist keine Wette, sondern ein Fall für die Einsprache — und eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert — bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer eine Boost-Wette baut und noch vor dem Spiel aussteigt, verliert also nicht nur den Abschlag, sondern die Erhöhung obendrein. Das ist die eine Regel, die man kennen muss, bevor man Cash-Out drückt.
Wer nicht aufpasst, verliert Gewinne nicht an der Quote, sondern am Kalender: Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Diese Frist ist lang. Sie ist nicht endlos.
Beim Geld kommt die Gemächlichkeit dazu, die ein bewilligtes Haus nicht versteckt: Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto.
Zwei kostenlose Auszahlungen pro Jahr sind für einen Gelegenheitsspieler kein Thema; wer regelmässig auszahlt, merkt die 3 % ab der dritten Überweisung im Konto. Und Gratisspielguthaben, das aus einer Promotion stammt, bleibt genau das: Spielguthaben, kein Geld. Wer sich über den nicht auszahlbaren Teil einer Promo ärgert, hat die Bedingung vorher gelesen — hoffentlich.
Wer sich registriert, tut es mit Ausweis: Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das ist der Punkt, an dem Schweizer Sportwetten am wenigsten anonym sind, und der Grund, warum die Verlustlimiten überhaupt greifen können: Das Konto gehört einer identifizierten Person. Wer Diskretion sucht, findet sie hier nicht; wer Kontrolle sucht, schon.
Zum Aufladen stehen unter anderem PostFinance Pay zur Verfügung, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird, sowie Einzahlungsscheine mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Wer sein Sporttip-Spielguthaben mit einem Einzahlungsschein kauft, verbringt ausserdem Gänge, Wartezeit und Papier. Für CHF 20 in bar lassen die Wenigsten den Aufwand; über ein ganzes Jahr summiert er sich.
Im Überblick liest sich das als klare Rechnung: Sporttip verwaltet das Spielgeld wie ein Bankkonto, nur langsamer, mit zwei kostenlosen Abflüssen und einem Prozentsatz danach. Das ist kein Skandal, es ist der Preis einer Bewilligung — und die Alternative wäre, dass Schweizer Wetten wieder anonym wären.
Fazit: Sporttip verwaltet das Spielgeld wie ein Bankkonto, nur langsamer, mit zwei kostenlosen Abflüssen und einem Prozentsatz danach. Das ist kein Skandal, es ist der Preis einer Bewilligung — und die Alternative wäre, dass Schweizer Wetten wieder anonym wären.
Die Verlustlimiten gelten hier nicht als Empfehlung, sondern als Zugangsvoraussetzung: Ohne gesetzte Grenzen für 1, 7 und 30 Tage geht es nicht los, und eine Erhöhung braucht drei Tage. Wer sein Konto zum ersten Mal öffnet, hat deshalb schon eine Entscheidung getroffen, bevor er die erste Quote sieht — die einzige Stelle im Schweizer Sportwetten, an der der Schutz dem Einsatz vorausgeht. Wer die Regeln brechen will, bricht damit zuerst seine eigenen.
Und noch etwas: Die Vertragsdauer für die Teilnahme richtet sich nach der Zeit, in der die eigenen Limiten gültig sind. Wer regelmässig prüft, ob die Grenzen noch zum Budget passen, hat schon mehr Disziplin als die meisten Konten, die diese Seite je gesehen hat. Der Rest ist Ausführung.
Loterie Romande Jouez Sport: ein Anbieter für sechs Kantone, mit harten Deckeln
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. 2’350 Verkaufsstellen in sechs Kantonen — das ist ein Vertrieb, den kein ausländischer Anbieter mit einer Webseite ersetzt.
Der Deckel ist der härteste Teil des Angebots: Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Million ist die relevante Zahl, nicht die 300’000: Ein Multiple aus zehn Legs kann seine eigenen Gewinne nicht weiter steigern, sobald die Summe steht.
Der Mindestquotenschlüssel von 1.10 schliesst die Wette auf das beinahe Sichere aus. Wer auf einen klaren Favoriten mit Quote 1.05 setzen wollte, kann das bei Jouez Sport nicht tun — das ist unbequem und gleichzeitig die vernünftigste Grenze im Schweizer Regelwerk. Sie verhindert genau die Wette, die am meisten nach sicherer Einnahme aussieht und am wenigsten dafür bezahlt.
Im Vergleich zu Sporttip fällt eine andere Struktur auf: Sporttip regelt den Höchsteinsatz pro Wettschein, Jouez Sport den Höchstgewinn pro Wettschein und pro Multiple. Dieselben zwei Zahlen, zwei verschiedene Zielrichtungen.
Fazit: Wer in der Westschweiz wohnt, bekommt hier die vollständige Bewilligung samt Verkaufsstellennetz, aber die Freude an hohen Quoten endet an der Million und am Mindestquotenschlüssel von 1.10.
Die Rechtslage: warum es in der Schweiz nur zwei Veranstalter gibt
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa — der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, mit dem Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021 — beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur die Casinos prüft. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Deshalb gibt es keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher: Es gibt keine. Die Gespa publiziert nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Die beiden Häuser — Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport — haben getrennte Gebiete. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Jouez Sport deckt die sechs Westschweizer Kantone ab. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und praktisch auch im Gebiet der Veranstalterin. Wer in Zürich wohnt, hat bei Jouez Sport kein Konto — nicht aus Unfreundlichkeit, sondern weil das Gesetz den beiden Häusern nur ihre Gebiete zuweist.
Wer heute einen Tipp liest und ihn umsetzen will, stösst früher oder später auf genau diese Grenze: Der Tipp gilt überall, das Konto nur zu Hause.
Was überhaupt gesetzt werden darf
Erlaubt sind ausschliesslich Sportwetten — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zulässig. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der autorisierten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie aufgeführt sind; Frauen-Wettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglisten-Wetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste enthält keine Eckball- und Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Anbieter eine entsprechende Bewilligung hält; das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist dagegen nicht geregelt — es ist ausschliesslich eine Funktion des jeweiligen Anbieters.
Diese geschlossene Liste ist der stärkste Kontrast zu einem ausländischen Wettprogramm. Dort finden sich die Nischenmärkte, hier nicht. Wer auf eine Ecke, eine Karte oder ein Trainingsspiel wetten will, findet in der Schweiz keinen bewilligten Ort dafür. Es gibt dafür kein Schlupfloch, und die Liste wird nachgeführt. Nur Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, die auf der Liste stehen, sind bei den Zürcher Verkaufsstellen zu haben.
Die Bewilligung und was sie nicht ist
Eine Bewilligung, die ein ausländisches Haus in einem anderen Land erhalten hat, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar — bis zu 3 Jahre oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu 5 Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft; Einsätze und Gewinne können aber in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es existiert weder Schutz noch eine Fair-Play-Kontrolle. Das ist die eine Zeile, die aus einem ausländischen Konto kein Schweizer Konto macht.
Die Sperrliste wächst: Die Gespa veröffentlicht die Liste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt. Es gibt kein Schweizer Zahlungssperrwerkzeug gegen unzulässige Wettseiten — wer behauptet, Banken oder Kartennetzwerke würden solche Zahlungen blockieren, behauptet etwas Falsches.
Wer ein Konto im Ausland führt, muss die Differenz zur Schweizer Variante mitrechnen: Ein ausländisches Haus kennt weder Limiten noch Sperrregister noch eine Schweizer Aufsichtsbeschwerde. Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta oder Deutschland — ist in der Schweiz ohne Wirkung. Ein Konto dort ist ein Geschäft unter den Bedingungen des dortigen Anbieters. Dasselbe gilt für Casinos mit einem separaten Permit: Eine Casino-Limite ist keine Wettlimite.
Auszahlung, Identität und Steuern
Auszahlungen gehen nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen der kontoführenden Person (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und ein Kredit an Spielende ist nicht vorgesehen (Art. 75 Abs. 1 BGS). Der Nachteil ist die Unannehmlichkeit einer Identitätsprüfung, der Vorteil ist, dass es keine Diskussion darüber gibt, wem das Geld gehört.
Bei den Steuern gilt: Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig — der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (CHF 1’070’400 im Jahr 2025), und der kantonale Freibetrag weicht davon ab, also «je nach Kanton» und nie mit einer kantonalen Zahl. Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter diesen Beträgen: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.
Der praktische Rat: Wer knapp unter dem Freibetrag steht, klärt vorher, welche Fristen gelten. Bei jedem einzelnen Gewinn, der an der Grenze liegt, hilft ein Blick in die Unterlagen des Anbieters, und der beste Schritt ist, die kantonale Steuerverwaltung zu fragen.
Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt die kantonale Praxis etwa im Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Der Vorteil der ausländischen Bewilligung ist hier der Nachteil des Spielenden. Einen Wettsteuersatz gibt es in der Schweiz nicht — wer einen nennt, erfindet ihn.
Und ein kurzer Hinweis auf einen Punkt, der oberhalb jeder Steuerfrage steht: Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Wer gesperrt ist, hat kein Konto — und damit auch keine Steuerfrage.
Swisslos Sporttip, Loterie Romande und die acht ausländischen Anbieter
Betovo: ein Konto ohne Schweizer Rückweg, dafür ohne Eintrittshürde
Betovo — die Zulassung: keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten. Die berichtete Bewilligung ist nicht etabliert, und was in der Schweiz keine Kraft entfaltet, entlastet die Spielenden nicht; ein ausländisches Haus ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domains können ausserdem auf die Gespa-Sperrliste (DNS-Block) gesetzt werden.
Fazit: Wer den Schweizer Rechtsweg nicht braucht, findet hier die unkomplizierte Variante — und bezahlt dafür mit der Prüfung, die nur ein bewilligtes Haus vorwegnimmt.
ZotaBet: Prüfung, die nie in der Schweiz ankommt
ZotaBet — die Zulassung: keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten. Eine berichtete Bewilligung ist hier nicht etabliert und hat in der Schweiz keine Wirkung; keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Eine Platzierung auf der Gespa-Sperrliste per DNS-Block ist möglich.
Fazit: Wer hier sein Konto führt, vertraut auf Regeln, die kein Schweizer Gericht prüft, und trägt dieses Risiko selbst.
Rabona: alle Konditionen aus einer Hand, keiner Kontrolle aus zweiter
Rabona — die Zulassung: keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten. Eine berichtete Bewilligung ist nicht etabliert und in der Schweiz ohne Wirkung; das Haus ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann per DNS-Block auf die Gespa-Sperrliste gelangen.
Fazit: Der Preis eines solchen Kontos fällt erst an, wenn es Streit gibt — und dann ist die Instanz weit weg.
myBet: der Name klingt nach Heimat, die Bewilligung nicht
myBet — keine Schweizer Bewilligung. Da nur Swisslos und die Loterie Romande in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, ist das Angebot nicht zugelassen. Eine berichtete Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung; keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste per DNS-Block möglich.
Fazit: Der Name ist deutschsprachig, die Aufsicht nicht schweizerisch — und das ist die ganze Spannung dieses Kontos.
1Bet: eine Zahl im Namen, kein Anspruch aus dem Gesetz
1Bet — keine Schweizer Bewilligung. Da nur Swisslos und die Loterie Romande in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, ist das Angebot nicht zugelassen. Eine berichtete Bewilligung ist in der Schweiz ohne Wirkung; keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, DNS-Block über die Gespa-Sperrliste möglich.
Fazit: Das Konto funktioniert, bis es nicht mehr funktioniert. Wer es führt, sollte diesen Satz als Teil der Konditionen lesen.
Gamdom: das Haus für die, die das Spiel selbst in die Hand nehmen
Gamdom — keine Schweizer Bewilligung. Da nur Swisslos und die Loterie Romande in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, ist das Angebot nicht zugelassen. Eine berichtete Bewilligung ist in der Schweiz ohne Wirkung; keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, die Domain kann per DNS-Block auf die Sperrliste gelangen.
Fazit: Wer hier spielt, übernimmt die Rolle, die in der Schweiz sonst eine Aufsichtsbehörde hätte.
Betclic: grosses Programm, kleiner Rückhalt
Betclic — keine Schweizer Bewilligung. Da der Anbieter keine Schweizer Konzession besitzt, ist das Angebot hier unzulässig. Die berichtete Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft; keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, eine Aufnahme in die Gespa-Sperrliste per DNS-Block ist möglich.
Fazit: Das Angebot ist breit, der Rückhalt in der Schweiz ist es nicht — diese Asymmetrie ist der eigentliche Preis.
bet-at-home: das Haus mit dem kürzesten Weg auf die Sperrliste
bet-at-home — keine Schweizer Bewilligung. Da das Haus über keine Schweizer Konzession verfügt, ist es nicht zugelassen. Eine berichtete Bewilligung ist in der Schweiz ohne Wirkung; keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Das Haus wird von der Gespa im Zusammenhang mit der Sperrliste und dem Domain-Hopping ausdrücklich genannt.
Fazit: Wer bei einem Anbieter spielt, dessen Domain innert Stunden wechseln muss, hat nicht nur ein Konto, sondern ein Versteckspiel gewählt.
Und dazwischen: was in der Schweiz niemand braucht
Zwischen den bewilligten und den ausländischen Häusern gibt es nichts. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt; deshalb existiert keine dritte Schweizer Bewilligung und kein zweiter Schweizer Rechtsweg. Wer heute eine Rangliste mit zehn Schweizer Bewilligungen sieht, liest eine Rangliste, die es nicht gibt.
Was einen Tipp heute brauchbar macht
Ein Tipp bleibt ein Satz über einen Preis, und ein Preis ist keine Prophezeiung. Wer die vier Quellen kennt, die in eine Prognose einfliessen, weiss auch, wo sie endet — an der Streuung, die keine Analyse ausschaltet. Wer die Marge kennt, sieht in jeder Quote die Gebühr, die vor dem Einsatz schon bezahlt ist. Und wer die Limiten kennt, weiss, wann es Zeit ist aufzuhören, bevor der Abend das entscheidet.
Wer heute einen Tipp liest und ihn prüfen will, geht in dieser Reihenfolge vor: Zahlen des Ereignisses, dann die Quote, dann die eigene Limite. Wenn eine der drei Stationen fehlt, fehlt der Tipp. Das ist kein Misstrauen gegenüber Tippgebern, sondern die einzige Frage, die man einem Satz über ein Spiel stellen kann: Was kostet er mich, wenn er falsch ist?
Bei Swisslos und der Loterie Romande hängt die Antwort am Konto, das die Spielenden selbst eingerichtet haben. Beim ausländischen Haus hängt sie an niemandem.
Häufige Fragen zu Sportwetten-Tipps
Wie entsteht eine Prognose für ein Spiel, und welche Daten fliessen dabei ein?
Eine Prognose stützt sich auf Statistik, Formkurve, Verletzungslage und Quoten. Die Statistik sagt, was in vergleichbaren Konstellationen geschah; die Formkurve ist die kürzeste dieser Reihen und misst wenige Spiele; die Verletzungslage ist die aktuellste Angabe und oft schon eingepreist. Die Quote ist kein Schätzwert für den Ausgang, sondern ein Preis.
Was unterscheidet eine Value Bet von einem reinen Bauchgefühl?
Eine Value Bet behauptet, dass die angebotene Quote über der eigenen Einschätzung liegt und sich der Einsatz über viele ähnliche Fälle rechnet. Das Bauchgefühl sagt etwas über ein einzelnes Spiel; die Value Bet sagt etwas über einen Preis. Nur die zweite Aussage lässt sich auf dem Papier überprüfen — und nur sie kann sich wiederholt als richtig oder falsch erweisen.
Warum bleibt jeder Tipp unsicher, auch wenn Form und Statistik für ihn sprechen?
Weil Statistik rückwärtsgewandt ist, Form kurze Reihen misst und Verletzungen sich in Minuten ändern. Selbst eine sorgfältige Analyse schliesst die Streuung nicht aus, die jedem Ergebnis innewohnt. Keine Analyse macht einen Tipp sicher; sie erklärt höchstens, warum ein Preis so steht, wie er steht.
Welche Organisatoren dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten, und wo liegt die Grenze zum Ausland?
In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport Sportwetten veranstalten, jede in ihrem Kantonsgebiet. Eine Bewilligung eines ausländischen Anbieters entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, und ausländische Kunden sind weder ans Schweizer Sperrregister angeschlossen noch haben sie hier einen Rechtsweg.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Sporttip-Wette gesetzt werden, und wann gilt eine Änderung?
Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — so handhaben es Swisslos und die Loterie Romande; die Verordnung nennt 24 Stunden. Zusätzlich ist eine Einzahlungslimite für 30 Tage möglich.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet, und was bedeutet die Marge?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal der Gesamtquote — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet. Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem gesetzten Franken behält; bei zwei Ausgängen zu je 1.90 liegt der Quotenschlüssel bei 95.26 % und die Marge bei 4.74 %.
Tipps – quotenvergleichch
Inhalt erstellt vom Team «quotenvergleichch»
