Boxwetten in der Schweiz – zwei bewilligte Veranstalter

Updated Oktober 2026
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Ein leerer Boxring mit gespannten Seilen unter hellem Hallenlicht, dahinter ansteigende Zuschauerränge in einer grossen dunklen Halle

Stand: Oktober 29, 2026, geprüft gegen die Bewilligungen und die Aufsicht der Gespa sowie die Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden bewilligten Veranstalter.

Der Boxring hat eine Seitenlänge zwischen etwa 5 und 6 Metern und drei oder vier Seile.

Ein Boxkampf dauert im Profibereich zwischen vier und zwölf Runden, jede Runde drei Minuten, dazwischen sechzig Sekunden Pause. In dieser Zeit kann eine Wette in Sekunden kippen – ein Niederschlag, ein Cut, ein Abbruch durch den Ringarzt. Wer aus der Schweiz auf so einen Kampf setzen will, hat genau zwei Adressen zur Auswahl, und beide gehören der öffentlichen Hand: Swisslos mit dem Produkt Sporttip, Loterie Romande mit Jouez Sport. Das ist keine Empfehlung, das ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 in der Praxis. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt. Wer im Ausland sucht, findet Dutzende Plattformen mit schöneren Quoten, mehr Märkten und keiner Bewilligung, die hier etwas gilt. Die Gretchenfrage dieses Themas ist deshalb nicht, wo die Quoten am höchsten sind. Sie ist, was jede der beiden Optionen den Leser tatsächlich kostet – in Franken, in Freiheit und im schlimmsten Fall im ganzen Einsatz.

Ich habe mir die Regeln, die Limiten und die Verbandsstruktur des Boxens angesehen. Was dabei herauskam, ist erfreulich unspektakulär an einer Stelle und unangenehm konkret an einer anderen.

Verlustlimiten sind kein Formular, sondern Ihr Preis für den Zugang

Das erste, was einen bei Sporttip erwartet, ist eine Zahl, die man selbst festlegen muss. Vor der ersten Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer sich also mitten in einer schlechten Woche überlegt, die Bremse zu lösen, sitzt drei Tage lang mit der alten Limite fest.

Ein Paar Boxhandschuhe aus Leder liegt auf einer Holzbank neben einem Notizbuch mit handgeschriebenen Zeilen, warmes Fensterlicht
Beim K.o. im Boxen kann der Boxer nach einem Niederschlag innerhalb von 10 Sekunden nicht aufstehen.

Hier steckt der eigentliche Kostenpunkt. Diese Wartezeit kostet nichts im Portemonnaie und alles an Bequemlichkeit – und genau das ist ihre Aufgabe. Der Gesetzgeber verlangt eine Erhöhungswartezeit von 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein Veranstalter, der eine Frist freiwillig verdreifacht, sagt damit etwas über sein Publikum. Nicht über jeden Einzelnen. Über die Menge.

Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Die ist nicht Pflicht, und sie wirkt an einer anderen Stelle als die Verlustlimite: nicht am Gewinn-Verlust-Saldo, sondern am Geld, das überhaupt auf das Spielerkonto kommt. Für jemanden, der mit einem festen Monatsbudget arbeitet, ist die Einzahlungslimite das schärfere Werkzeug. Für jemanden, der sein Konto ohnehin nie auffüllt, ist sie Dekoration.

Die Sperre geht weiter als eine Pause. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre dagegen wird in einem schweizweiten Register eingetragen und wirkt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist der wirksamste Hebel, den ein Spielender in der Schweiz hat: nicht ein Knopf, den man drückt, sondern ein Eintrag, der weiterlebt. Eine freiwillige Sperre lässt sich nach Statut erst nach drei Monaten aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Das ist hart, und es ist gewollt.

Zur Einordnung gehört auch, wo die Grenzen des Schutzes liegen. Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt und an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz am Schalter ist also nicht streng, und niemand sollte ein Verkaufsstellen-Team als Kontrollinstanz betrachten. Am Bildschirm gibt es diese Lücke nicht, weil die online-Registrierung das Alter prüft. Wer den Kampf trotzdem im Laden durchspielen will, trägt das Risiko der Person hinter dem Tresen mit.

Für den Leser heisst das: die Limiten sind der Eintrittspreis für ein Konto in der Schweiz. Wer sie als Gängelung liest, wird bei den ausländischen Plattformen glücklicher – und hat dann eben das, was er gewählt hat.

Livewetten und Cash-Out: was der Ausstieg aus einem Kampf wirklich abzieht

Beim Boxen ist die Livewette kein Nebenschauplatz, sondern der natürliche Ort des Geschehens. Die Quote bewegt sich von Runde zu Runde. Ein Favorit geht in der dritten Runde zu Boden, steht aber wieder auf – und wer live nachsetzen will, findet auf einmal einen Preis, den vor zwanzig Minuten niemand geglaubt hätte. Genau da liegt der Reiz und genau da liegt die Falle.

Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Das ist ein wichtiger Satz für alle, die annehmen, ohne Bild kein Spiel. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Beim Boxen heisst die Entsprechung: Niederschlag, Abbruch, Punkturteil. Ein Klick, der zwei Sekunden zu spät kommt, zahlt den Einsatz zurück und nicht mehr. Das ist kein Betrug, das ist die Definition einer Wette auf ein Ereignis, das schon eingetreten ist.

Beim Cash-Out wird es interessanter. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live – aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Und der Betrag liegt systematisch tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Der letzte Punkt ist der, den Marketingtexte gern verschweigen. Der Cash-Out ist eine zweite Wette, die Ihnen der Veranstalter anbietet, und er wird sie nicht zu Ihren Gunsten kalkulieren. Wer einen 100-Franken-Schein mit möglichen 300 Franken Gewinn in der achten Runde eines Kampfes, den sein Boxer klar dominiert, für 190 Franken verkauft, hat 110 Franken mögliche Rendite für Sicherheit bezahlt. Das kann richtig sein. Es ist aber ein Handel, kein Geschenk.

Wer boxen live verfolgt, sollte den Cash-Out nur aus einem Grund nutzen: weil sich die Einschätzung geändert hat, nicht weil die Kurve nervös macht. Der Nutzen liegt in der Korrektur einer falschen Annahme, nicht in der Beruhigung eines Magens.

Form, Stil, Quote: warum aus einer Prognose keine Sicherheit wird

Eine Boxwette beginnt mit einem Bogen Papier und drei Fragen. Wie hat der Mann zuletzt gekämpft? Gegen wen? Und in welcher Verfassung stand sein Gegner dabei?

Form im Boxen ist nicht die Serie, die in der Statistik steht. Ein 20:0-Boxer mit achtzehn Siegen gegen Aufbaugegner ist kein 20:0-Boxer mit Siegen gegen Titelträger. Wer sich auf das «heute» in der Suche verlässt, braucht die Information, die die Bilanz verschweigt: das Niveau der besiegten Gegner, das Gewicht beim Einwiegen, die Pausenzeit seit dem letzten Kampf, ein Trainerwechsel, ein Wechsel der Gewichtsklasse. Nichts davon steht in der Quote. Alles davon steckt schon darin.

Der Kampfstil entscheidet mehr als die Rangliste. Ein Konterboxer gegen einen Druckmacher ergibt ein anderes Urteil als ein Druckmacher gegen einen Druckmacher. Wer die Ringgrösse kennt – sie liegt zwischen etwa 5 und 6 Metern Seitenlänge, mit drei oder vier Seilen – kennt auch den Raum, den ein Rückwärtsgänger hat. Ein grosser Ring hilft dem, der weg will. Ein kleiner hilft dem, der nach vorn arbeitet.

Und die Quote selbst ist ein Aggregat all dessen. Wenn sie deutlich von dem abweicht, was der eigene Blick auf einen Kampf sagt, gibt es zwei Erklärungen und keine dritte: entweder die eigene Einschätzung hängt an etwas, das die Mehrheit nicht sieht – oder die eigene Einschätzung ist falsch. Die zweite Erklärung ist die häufigere. Genau deshalb gibt es keinen Tipp auf dieser Seite und kann es keinen geben. Niemand kennt den Ausgang. Wer eine sichere Boxwette verkauft, verkauft eine Geschichte.

Für den Anfänger ist der nüchterne Umgang der einzige Weg: eine Einschätzung bauen, sie aufschreiben, den Preis mit der eigenen Zahl vergleichen – und wenn der Abstand keinen Grund hat, nichts tun. Nicht jede Karte verlangt einen Schein.

Wetten auf Sieg, Runde und Art des Sieges

Boxen kennt eine Handvoll Wettarten, und die Zahl der Wetten, die in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen, ist deutlich kleiner als das, was ausländische Plattformen anbieten. Die Liste zeigt keine Corner- oder Card-Märkte und keine Esports-Rubrik. Wettbewerbe der Frauen und Qualifikationsrunden stehen nur dann darauf, wenn sie ausdrücklich genannt sind. Ranglisten-Wetten sind nur zulässig, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ganz gesperrt.

Der klassische Markt ist die Siegwette: Boxer A, Boxer B, oder Remis. Dazu kommen Wetten auf die Art des Sieges und Runden-Wetten, also auf den Zeitpunkt, zu dem ein Kampf endet. Wie das abgerechnet wird, hängt daran, wie der Kampf endet – und das Boxen hat dafür mehr Ausgänge, als die meisten ahnen. Ein Kampf kann durch Punkturteil, K.o., technischen K.o., Disqualifikation, Unentschieden oder als «No Contest» enden, also als Kampf ohne Wertung, etwa nach positiven Dopingproben. Eine Disqualifikation gilt ausdrücklich nicht als technischer K.o. Wer auf eine dieser Feinheiten setzt, sollte vorher im Wettprogramm nachlesen, wie der Veranstalter sie einordnet.

Beim K.o. kann der Boxer nach einem Niederschlag innerhalb von 10 Sekunden nicht aufstehen. Eine Wette auf «Sieg durch K.o.» ist damit am Ende eine Wette auf eine Zahl, die der Ringrichter zählt. Das ist im Wortlaut präzise und im Ausgang brutal binär.

Auch ein Punkturteil gehorcht einer festen Mechanik. Drei Punktrichter bewerten jede Runde einzeln nach dem 10-Punkte-Muss-System: Der Rundensieger erhält 10 Punkte, der Verlierer in der Regel 9, bei einem Niederschlag in aller Regel 8, bei zwei Niederschlägen 7. Eine unentschiedene Runde wird 10:10 gewertet. Gewinnt ein Boxer bei einem Zehnrunder alle Runden ohne Niederschlag oder Verwarnung, lautet das Urteil 100:90. Verwarnungen werden erst nach Kampfende abgezogen.

Wer das einmal durchrechnet, sieht, warum Boxwetten so empfindlich sind. Eine einzige Runde kippt bei drei Richtern dreimal, und aus einem 96:94 wird ein 94:96. Die Punktwertung belohnt Aktivität, und Aktivität ist im Ring die teuerste Währung.

Die Marge, die in jeder noch so schönen Quote steckt

Jetzt zum unangenehmen Teil, der bei jeder Diskussion über Quoten vergessen geht. Die Quote ist nicht der faire Preis. Sie ist der faire Preis minus dem Anteil, den der Veranstalter für sich nimmt.

Ich rechne das an einem illustrativen Zwei-Weg-Markt durch, an dem Wettbewerb A und Wettbewerb B mit je Quote 1.90 stehen. Ein solches Beispiel ist keine zitierte Quote, sondern nur die Rechnung. Die Auszahlungsquote dieses Marktes ist 1 geteilt durch die Summe von 1/1.90 und 1/1.90, also 1 dividiert durch 1,0526, was etwa 0,950 ergibt. Der Quotenschlüssel liegt bei rund 95 %. Die Marge ist 100 % minus diesem Wert, also rund 5 %. Übersetzt: von 100 Franken, die die Wettenden zusammen auf diesen Markt legen, fliessen 95 Franken als Gewinne zurück und 5 Franken bleiben beim Veranstalter – nicht als Gewinn, sondern als Deckung für seinen Betrieb, seine Risiken und seinen Ertrag. Der Wert liegt in einer Bandbreite um diesen Ausgangspunkt herum, weil er an genau dieser Quotenstellung hängt: Bei 1.90/1.90 sind es etwa 95 % Auszahlungsquote und rund 5 % Marge. Stehen die beiden Preise enger beieinander, fällt die Auszahlungsquote; stehen sie weiter auseinander, steigt sie.

Das ist der Massstab, an dem man jeden Anbieter misst. Nicht «hohe Quoten», sondern ein Quotenschlüssel, den man selbst nachrechnen kann. Der Durchschnittsleser wettet in einem Monat vielleicht ein paar hundert Franken. Bei einer Marge von rund 5 % kostet ihn das im statistischen Mittel etwa den Gegenwert von einem Zwanzigstel dessen, was er umsetzt. Bei 10 % kostet es ein Zehntel. Auf diese Grössenordnung läuft das ganze Geschäft mit Sportwetten hinaus.

Und die Marge im 1X2-Markt eines Fussballspiels ist nicht die Marge im Rundenmarkt eines Boxkampfs. Der eine Markt ist liquide und eng gestellt, der andere exotisch und breit. Wer einen Boxkampf-Markt mit einem Fussball-Markt vergleicht, vergleicht zwei völlig verschiedene Preise.

Spielplan, Verbände und Olympia: wo Boxen überhaupt stattfindet

Wer auf Boxen wetten will, braucht zuerst einen Spielplan. Das ist die erste praktische Hürde, weil es im Profiboxen keine zentrale Liga gibt, die einen Rahmentermin veröffentlicht. Die Termine entstehen bei den Verbänden und den Promotern, und sie hängen an Titelkämpfen, an Verhandlungen und nicht selten an Verfügbarkeit der Hallen.

Die vier grossen Profiboxverbände sind die WBA, 1920 als National Boxing Association gegründet und 1962 umbenannt, mit Sitz in Venezuela; der WBC, 1963 gegründet, heute in Mexiko; die IBF, 1983 gegründet, mit Sitz in den USA; und die WBO, 1988 gegründet, mit Sitz in Puerto Rico. Vier Verbände, vier Titel, ein Weltmeister je Verband und Gewichtsklasse. Wer sich über die Güte eines Gürtels streitet, streitet über Geschichte, nicht über Regeln.

Für die Rundenzahl gibt es keine feste Norm. Bei Profikämpfen ist sie frei festlegbar und bewegt sich üblicherweise zwischen vier und zwölf Runden. Ein Zehnrunder ist also eine Entscheidung des Promoters und nicht des Sports. Das ist für Wetten relevant, weil eine Runden-Wette auf «über 6,5 Runden» bei einem Zehnrunder eine andere Sache ist als bei einem Zwölfrunder.

Olympische Boxturniere sind der zweite Rahmen, den ein Leser im Kopf hat. Wie die olympischen Turniere im einzelnen aufgebaut sind und ob und in welchem Umfang dort Wetten möglich sind, hängt am ausgeschriebenen Wettprogramm. Das ist die Stelle, an der die Suche nach einem Angebot anfängt und nicht aufhört: Wer auf ein olympisches Boxturnier setzen will, prüft zuerst das Wettprogramm des Veranstalters und sucht den Sport dort.

Und die Spielzeit ist ein eigenes Kapitel. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für Boxen ist der Analogfall der Kampf, der in die Wertung geht oder nicht: Wer auf den Ausgang eines Kampfes setzt, sollte wissen, wie die Wertung definiert ist, bevor er klickt. Diese Definitionen stehen in den Teilnahmebedingungen, nicht in der Werbung.

Der Vergleich der zehn Anbieter

Zehn Namen stehen hier nebeneinander. Zwei haben eine Schweizer Bewilligung. Acht haben sie nicht. Diese Tabelle ist deshalb kein Ranking im üblichen Sinn, sondern eine Einordnung, und die wichtigste Spalte ist die zweite.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
BassBet ohne Schweizer Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz
Roobet ohne Schweizer Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz
Bruce Bet ohne Schweizer Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz
Sportaza ohne Schweizer Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz
BC Game ohne Schweizer Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz
HornetBet ohne Schweizer Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz

Für die zwei Bewilligungen braucht es einen Satz zur Herkunft. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern – nicht von der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung und gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Deshalb ist die Liste der weiteren bewilligten Buchmacher leer, und zwar nicht, weil sie schwer zu finden wäre. Sie existiert nicht.

Die acht ausländischen Namen haben eine gemeinsame Eigenschaft, und die ist in der Tabelle nicht auf acht Zeilen verteilt, weil sie wörtlich dieselbe ist: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden. Die Gespa führt diese Liste seit dem 3. September 2019; Ende 2025 standen 671 Domains darauf, und blockierte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt – das Domain-Hopping.

Die Spalte «gemeldete Bewilligung» sagt für diese acht nichts, weil eine ausländische Bewilligung in der Schweiz keine Kraft hat. Genau das ist ihr Inhalt.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Swisslos Sporttip: das staatliche Instrument mit Preis

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Kontingent an Märkten ist gesetzlich geschlossen, nicht durch Wettbewerb geöffnet.

Der Zugang ist regional begrenzt. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Wer in Genf oder Waadt wohnt, kommt an Sporttip nicht heran. Das ist keine Härte des Veranstalters, sondern die Aufteilung, die die Kantone gewählt haben.

Die Registrierung verlangt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten – ein Punkt, der im Boxen schnell relevant wird, wenn ein Kämpfer auf sich selbst setzen wollte. Er darf nicht.

Die Einsätze bewegen sich in einem engen Rahmen: Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für einen Gelegenheitswetttenden ist ein Tausender pro Einzelwette keine Bremse. Für jemanden, der eine Überzeugung in einen Kampf tragen will, ist es eine harte Wand – und sie steht in den Bedingungen, nicht im Kleingedruckten einer Kampagne.

Zu den Boosts, weil sie oft nach mehr aussehen, als sie sind. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro wettende Person nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer einen Boost nimmt und dann aussteigt, verliert ihn. Das ist die kleine Falle im Geschenk. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 und staffelt den Bonus auf den Nettogewinn: 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Eine 100-%-Zeile klingt grosszügig, bis man sieht, dass fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 nötig sind. Das ist keine Wette mehr, das ist ein Programm.

Auch die Auszahlung hat ihre eigene Mechanik: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Franken Einsatz und einer Quote von 1.90 ergibt das 1.90 Franken, abgerundet auf CHF 1.90. Der Franken wird hier auf den Rappen genau gerechnet.

Und ein Satz zum Ertrag, weil er den Charakter der Veranstalterin zeigt: Swisslos verteilte für das Jahr 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die damit Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und die Sporthilfe unterstützt. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Ein Rückgang um 13 Millionen in einem Jahr, während die Werbung für ausländische Plattformen überall präsent ist. Wer einen Franken bei Sporttip verliert, verliert ihn trotzdem an eine Institution, die einen Teil davon wieder in den Schweizer Sport trägt.

Urteil. Sporttip ist die einzige Option, die aus dem Gesetz heraus überhaupt eine ist, und der Preis dafür ist ein geschlossener Markt: keine Corner-Wetten, keine Card-Märkte, keine exotischen Rundenmärkte, dafür geprüfte Identität, ein Register, das über Kantonsgrenzen hinaus greift, und ein Ertrag, der im Land bleibt. Wer sein Konto bei einem ausländischen Anbieter führt und trotzdem ab und zu eine kleine Wette bei Sporttip spielt, macht das nicht aus Quote-Gründen. Die 5 Prozent Marge sind hier ungefähr dieselben wie dort. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern darin, was passiert, wenn etwas schiefgeht.

Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Rahmen, andere Kantone

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Diese Zahl ist der eigentliche Unterschied zu Sporttip: 2’350 Verkaufsstellen sind ein Vertriebsnetz, das bis in die kleinste Waadtländer Gemeinde reicht.

Rechtlich steht Jouez Sport auf demselben Fundament wie Sporttip – Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht durch die Gespa, ein Grossspiel, eine Bewilligung, die nur in der Schweiz gilt. Die Spielregeln und Teilnahmebedingungen tragen dieselbe Handschrift: Verlustlimiten zuerst, Erhöhung nach 72 Stunden, ein Konto nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Gebiet.

Wer im Wallis oder in Freiburg wohnt, für den ist das der einzige bewilligte Weg, und es ist ein vollwertiger. Wer in Zürich wohnt, kommt nicht hinein. Diese Zweiteilung ist die eigentliche Absurdität des Schweizer Systems: Das Land hat zwei bewilligte Veranstalter, und keiner von beiden bedient das ganze Land. Ein Umzug ist die einzige Möglichkeit, das zu ändern.

Urteil. Jouez Sport ist keine zweite Wahl, sondern die zweite Hälfte derselben Lösung. Was den Ausschlag gibt, ist die Postadresse: Die Limiten, die Prüfungen und der Schutz sind die des staatlichen Rahmens, und wer in der Westschweiz wohnt, hat mit Jouez Sport genau das, was er mit Sporttip hätte – nur mit dem Hauch einer Verkaufsstellen-Kultur, die einem Wettbüro im Ausland stilistisch näher steht als einem Lotterieschalter.

BassBet: ohne Schweizer Bewilligung

BassBet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; eine ausländische Bewilligung hat hier keine Kraft. Keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Was das konkret heisst: Wenn ein Streit über eine abgerechnete Wette entsteht – ein Punkturteil, das der Veranstalter anders liest als der Spieler, ein Cash-Out, den die Plattform verweigert –, gibt es keine Schweizer Stelle, die angerufen werden kann. Der Rechtsweg führt ins Ausland, zu einem Regulierer, dessen Regeln hier nichts gelten, in einer Sprache, die man vielleicht nicht spricht, bei einem Betrag, für den niemand prozessiert. Das ist die Marge, die auf solchen Plattformen nicht in der Quote steht.

Dazu kommt die steuerliche Unsicherheit: Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis kennt Fälle, in denen Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständiges Einkommen gelten, unabhängig von der Höhe. Wer in einem solchen Kanton wohnt, versteuert seinen Gewinn unter Umständen ganz, während er bei einem bewilligten Anbieter unter dem Steuerfreibetrag steuerfrei bleibt.

Urteil. BassBet ist als Marke nur ein Name unter acht, und genau so sollte man es lesen. Der relevante Punkt ist nicht, was die Plattform anbietet, sondern dass sie im Streitfall vollständig aus der Schweizer Ordnung herausfällt. Das ist im Alltag unsichtbar und im Konfliktfall total.

WirWetten: ohne Schweizer Bewilligung

WirWetten hat keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden. Blockierte Adressen werden innerhalb von Stunden durch neue ersetzt.

Für einen Wettenden bedeutet das eine kleine, aber reale Unsicherheit im Alltag: Eine Seite, die heute erreichbar ist, kann morgen über den Schweizer Anschluss nicht mehr aufrufbar sein, ohne dass eine Ankündigung erfolgt. Wer ein Guthaben dort liegen lässt, muss damit rechnen, dass der Zugang davon abgeschnitten wird und die Auszahlung über einen Umweg organisiert werden muss.

Urteil. WirWetten illustriert, dass fehlender Schutz nicht nur ein juristisches Konstrukt ist, sondern eine technische Praxis. Der Nutzen einer Bewilligung liegt hier nicht im Papier, sondern im Zugang: Eine blockierte Domain nützt niemandem, auch nicht dem, der sie freiwillig gewählt hat.

Roobet: ohne Schweizer Bewilligung

Roobet hat keine Schweizer Bewilligung. Es gibt keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz, und die Domain gehört zu denen, die auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden können.

Bei Namen wie diesem wird gern der Preis der Plattform mit dem Preis des Schutzes verwechselt. Eine schlanke, werbeintensive Plattform kann schärfere Preise stellen als ein öffentlich-rechtlich gebundener Veranstalter. Nur ist der Vergleich unvollständig: Auf der einen Seite steht eine engere Quote, auf der anderen ein Register, in dem man sich selbst sperren lassen kann. Wer das nicht braucht, hat nichts verloren. Wer es braucht, merkt es zu spät.

Urteil. Roobet steht für das Muster, das auf jeder ausländischen Plattform wiederkehrt: Der Vorteil liegt in der Breite des Angebots, der Nachteil in der Tatsache, dass jeder Anspruch an einen Ort führt, an dem Schweizer Recht nicht gilt.

Bruce Bet: ohne Schweizer Bewilligung

Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrliste nach Gespa möglich. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft.

Für Boxwetten im Besonderen heisst das: Die Abrechnung eines Kampfes folgt den Regeln des Veranstalters, nicht den Regeln, die ein Schweizer Gericht anwenden würde. Bei einem Ausgang, der im Boxen umstritten ist – ein «No Contest» nach einer Dopingprobe, ein technischer K.o., bei dem beide Ecken protestieren – hängt die Abrechnung an einem Regelwerk, das der Spieler vielleicht nie gelesen hat.

Urteil. Der eigentliche Kostenpunkt bei Bruce Bet ist nicht der Einsatz auf dem Wettschein. Es ist die Lesearbeit, die vor jeder Wette nötig wäre, weil im Streitfall allein die Bedingungen der Plattform zählen und keine schweizerische Kontrolle existiert.

Sportaza: ohne Schweizer Bewilligung

Sportaza hat keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann per DNS gesperrt werden.

Mit jedem dieser Namen wächst eine Liste, und das ist selbst ein Befund. Wer zehn Plattformen offen stehen hat, hat nicht zehnmal mehr Auswahl, sondern zehnmal mehr Bedingungen zu vergleichen und zehnmal mehr Risiken zu bewerten. Die Vielfalt ist auf der Seite der Anbieter, nicht auf der Seite des Vorteils.

Urteil. Sportaza ist für die Frage dieses Vergleichs unauffällig, und das ist der Punkt: Unauffälligkeit ist keine Eigenschaft, die man mit dem fehlenden Schweizer Rahmen verrechnen kann. Das eine hebt das andere nicht auf.

BC Game: ohne Schweizer Bewilligung

BC Game hat keine Schweizer Bewilligung. Keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrliste nach Gespa möglich.

Bei Anbietern mit einem breiten Spielangebot lohnt der Hinweis, dass Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, strafbar ist und mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet werden kann. Das richtet sich an die werbende Seite, nicht an den Spielenden. Für den Leser ist es trotzdem eine Information: Die Vehemenz, mit der solche Plattformen im deutschsprachigen Raum auftreten, ist kein Qualitätszeichen, sondern eine Vertriebsentscheidung.

Urteil. Bei BC Game entscheidet man sich nicht zwischen zwei Buchmachern, sondern zwischen zwei Systemen. Das eine hat zwei Veranstalter, ein Register und eine Aufsicht. Das andere hat deren keines. Die Quote verrät diesen Unterschied nicht.

BetAlright: ohne Schweizer Bewilligung

BetAlright hat keine Schweizer Bewilligung. Es gibt keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz; die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.

Ein praktischer Punkt, der für alle acht gilt und deshalb nicht achtmal wiederholt wird: Zahlungen sind in der Schweiz an eine andere Ordnung geknüpft. Bei den bewilligten Veranstaltern werden Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto lauten, das auf den Namen des Kontoinhabers läuft. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht. Wer bei einem ausländischen Anbieter mit einer anonymen Auszahlung wirbt, beschreibt einen Weg, der in der Schweiz nicht vorgesehen ist.

Urteil. Bei BetAlright liegt der Unterschied weniger im Angebot als in der Kette danach: Auszahlung, Nachweis, Steuer, Rechtsweg. Jedes dieser Glieder ist ein Kettenglied, und keines davon ist schweizerisch beaufsichtigt.

HornetBet: ohne Schweizer Bewilligung

HornetBet hat keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann per DNS blockiert werden.

Für einen Boxwetten-Leser ist das ein doppeltes Problem, weil Boxen ohnehin die Sportart mit der grössten Regelunsicherheit ist: lange Rundenzahlen, Punkturteile, technische Entscheide, «No Contest»-Wertungen. Diese Unsicherheit liegt im Sport. Auf einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung kommt eine zweite Unsicherheit dazu, diesmal über die Abrechnung selbst.

Urteil. HornetBet beschliesst die Liste und damit auch ihren Befund: Von zehn Namen tragen zwei den Schweizer Schutz, acht tragen ihn nicht, und keiner der acht wird dadurch besser, dass die Konditionen auf dem Papier attraktiv aussehen.

Was die acht ausländischen Namen gemeinsam haben

Ich habe das für die Tabelle zusammengefasst, aber es verdient einen eigenen Absatz, weil es der Kern dieses Themas ist. Eine ausländische Bewilligung – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land – hat in der Schweiz keine Kraft. Das ist eine Eigenschaft des Rechts, kein Vorwurf an irgendeinen Anbieter. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft. Die Behörden sagen es ausdrücklich. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden. Und Schutz oder Fairplay-Kontrolle gibt es nicht.

Die Sperrliste ist der praktische Teil dieser Politik. Die Gespa veröffentlicht Listen ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt; die Aufsicht nennt dafür Beispiel und Gegenbeispiel und führt selbst grosse Namen der Branche auf der Liste.

Die ehrliche Formulierung liegt in der Mitte und nicht am Rand. Ohne Schweizer Bewilligung: keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und Gewinne je nach Kanton steuerbar. Mit Schweizer Bewilligung: voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste der Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Keines von beiden ist «die sichere Wahl», ohne dass man dazu sagt, wofür. Wer Auswahl und Bequemlichkeit sucht, zahlt mit dem Schutz. Wer Schutz sucht, zahlt mit der Auswahl. Genau das ist der Preis, um den es hier geht.

Selbst gewählte Grenzen und wo sie herkommen

Zurück zu dem, was den Zugang in der Schweiz tatsächlich formt: Es sind nicht die Behörden, die dem Einzelnen eine Zahl vorschreiben. Die Veranstalterin muss von jedem Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen. Die Zahl selbst kommt von der Person, die wettet. Die Schweiz kennt keine gesetzlich feste Einzahlungsobergrenze.

Was der Gesetzgeber beisteuert, ist die Mechanik drumherum. Eine Senkung wirkt sofort. Eine Erhöhung wirkt nach Gesetz nach 24 Stunden, in den Bedingungen der beiden Veranstalter nach 72 Stunden. Dazu kommt der Sperrmechanismus: Die Spielsperre nach den Artikeln 80 bis 82 des Geldspielgesetzes erfasst überschuldete und suchtkranke Personen sowie den Selbstausschluss und wird in einem gemeinsamen Register ausgeschlossener Personen geführt. Die Aufhebung einer freiwilligen Sperre ist nach drei Monaten möglich und über eine Fachstelle angebunden. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.

Zwei Folgen davon sollte ein Wettender kennen. Ausgeschlossene oder minderjährige Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Wer sich sperren lässt, verliert das eingezahlte Guthaben nicht unbedingt sofort – aber er hat keinen einklagbaren Anspruch, es zurückzuholen. Und wer den falschen Identitätsnachweis liefert, um eine bestehende Sperre zu umgehen, verliert ebenfalls jeden Anspruch. Das ist die Härte, die hinter dem Wort Selbstausschluss steht.

Der Schutz ist damit ein Werkzeug, das man selbst in die Hand nehmen muss. Er wartet nicht.

Steuern: der Freibetrag, den die meisten nie erreichen

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich – sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Auf eidgenössischer Ebene liegt dieser Betrag ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, weshalb hier «je nach Kanton» gilt und keine einzelne kantonale Zahl.

Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer zurück, die man über die Steuererklärung zurückholen kann. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dieser Grenze: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Eine Steuer auf dem Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Wer etwas anderes behauptet, beschreibt eine Regel, die es hier nicht gibt.

Die Ausnahme betrifft ausländische Anbieter. Gewinne dort unterliegen nicht der Verrechnungssteuer – die gibt es nur bei Schweizer Veranstaltern. Die kantonale Praxis kann solche Gewinne aber als vollständiges Einkommen behandeln. Wer in einem Kanton mit dieser Praxis wohnt, versteuert einen Gewinn von ein paar hundert Franken unter Umständen vollständig, den er bei Sporttip steuerfrei behalten hätte. Für eine Wette auf einen Boxkampf ist das ein erheblicher Prozentsatz.

Das ist allgemeine Information und keine Steuerberatung. Wer über die Grössenordnung seiner Gewinne unsicher ist, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Kombinationen und Boosts: warum die Versprechen hinten dünner werden

Eine Kombiwette wirkt auf den ersten Blick wie eine Steigerung: Zwei Voraussagen, zwei Quoten, ein Produkt. Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten, aufgerundet auf zwei Nachkommastellen und dann auf 5 Rappen abgerundet. Aus zwei Quoten von 1.90 wird 3.61, der Franken Einsatz zahlt CHF 3.60 aus. Die Marge wird dabei nicht verdoppelt, aber die Wahrscheinlichkeit halbiert sich mit jeder angehängten Voraussage.

Wer das ernst nimmt, versteht, warum die Anbieter Boosts auf Kombinationen legen und nicht auf Einzelwetten. Ein Boost auf eine Kombination ist ein Anreiz, mehr Voraussagen zu verbinden, und mehr Voraussagen sind mehr Marge auf dem umgesetzten Betrag.

Für Kombinationen gibt es ausserdem eine Regel, die im Boxen interessant wird. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für einen Boxabend heisst das: Wer auf denselben Kampf zwei Wetten verbinden will – Sieger und Art des Sieges –, braucht dafür die vorgesehene Funktion. Zwei getrennte Einzelwetten erfüllen denselben Zweck und umgehen das Problem.

Der Kombiboost schliesslich hat einen Effekt, den man nicht intuitiv erwartet. Er belohnt die Zahl der Voraussagen mit mindestens 1.50 und staffelt den Bonus von 5 Prozent bei vier bis zu 100 Prozent bei fünfzehn. Fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 ergeben eine Gesamtquote von über 437. Bei CHF 1 Einsatz wäre der mögliche Bruttogewinn einige hundert Franken, der Einsatz CHF 1 000 wäre entsprechend höher. Nicht die Quote ist hier das Problem, sondern die Zahl der gleichzeitig richtigen Voraussagen. Der Bonus erhöht nur den Nettogewinn. Er erhöht nicht die Chance, überhaupt einen zu haben.

Wo die Rechtslage endet und der Alltag anfängt

Zum Schluss die beiden Dinge, die ein Leser über die rechtlichen Grenzen dieses Themas wissen sollte, weil sie in keinem Werbetext stehen.

Ein Smartphone mit dunklem Bildschirm liegt auf einem Holztisch vor einem Fenster mit Blick auf schneebedeckte Gipfel
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Erstens: Was in der Schweiz erlaubt ist, ist eine geschlossene Liste. Nur Sportwetten sind zugelassen – Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht. Die Gespa führt die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in der Fassung vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie genannt sind; Wettbewerbe der Frauen nur, wenn sie genannt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe nie. Corner- und Card-Märkte fehlen, und eine Esports-Rubrik fehlt ebenfalls. Livewetten sind erlaubt, vor dem Kampf und live, wo der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte gibt es nicht. Der Cash-Out ist nicht geregelt und damit ausschliesslich eine Funktion des jeweiligen Veranstalters.

Zweitens: Die Aufsicht ist eine andere, als die meisten annehmen. Online-Sportwetten werden von der Gespa beaufsichtigt und nicht von der ESBK, die nur Casinos prüft. Wer eine Beschwerde über eine abgerechnete Wette loswerden will, landet nicht bei der ESBK. Das klingt nach einem Detail. Es entscheidet darüber, ob eine Beschwerde an der richtigen Stelle ankommt.

Und ein dritter Punkt, der kein Recht ist, sondern ein Mechanismus: Der Zugang zur Livewette endet mit dem Ereignis. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert sind, zählen mit Quote 1.00. Wer in der zwölften Runde eines Kampfes auf den K.o. klickt, während der Boxer schon liegt, setzt auf etwas, das vorbei ist. Der Klick kostet nichts, weil er nichts gewinnt. Er kostet aber auch nichts zurückzugeben, und die Zeit, in der man glaubte, eine Wette zu haben, war keine.

Häufige Fragen zu Boxwetten in der Schweiz

Sportwetten dürfen hier nur zwei Organisatoren anbieten: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Ein Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz im jeweiligen Gebiet offen – in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein bei Sporttip, in den sechs Westschweizer Kantonen bei Jouez Sport. Weitere bewilligte Buchmacher gibt es nicht.

Steht Boxen auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten?

Verlässlich beantworten lässt sich das nur an der Liste selbst, in der Fassung vom 10. September 2026. Sicher ist: Die Liste ist geschlossen und führt keine Corner- oder Card-Märkte und keine Esports-Rubrik. Frauenwettbewerbe und Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich genannt sind. Wer auf einen konkreten Kampf setzen will, prüft ihn im Wettprogramm des Veranstalters.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Boxwette aus Einsatz und Quote, und welche Marge steckt in der Quote?

Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal dem Produkt der Einzelquoten; Sporttip rundet auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen ab. Die Marge ist der Teil der Quote, der nicht zurückfliesst. Bei zwei Preisen von je 1.90 liegt der Quotenschlüssel bei etwa 95 % und die Marge bei rund 5 %.

Wie wirken sich K.o., technischer Abbruch und Punktrichter-Urteil auf die Abrechnung einer Wette aus?

Ein Kampf kann durch Punkturteil, K.o., technischen K.o., Disqualifikation, Unentschieden oder als Kampf ohne Wertung enden. Eine Disqualifikation gilt ausdrücklich nicht als technischer K.o. Beim K.o. kann der Boxer nach einem Niederschlag innerhalb von 10 Sekunden nicht aufstehen. Rundenwetten hängen an der Rundenzahl, die bei Profikämpfen frei festgelegt wird.

Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette bei Sporttip oder Jouez Sport selbst gesetzt werden?

Vor der ersten Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Inhalt erstellt vom Team «quotenvergleichch»